viel Varroen? Handlungsbedarf

Rückstandsfreies Imkern mit organischen Säuren
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Jeder Imker beachtet die gültigen Bestimmungen zur Varroabekämpfung und wendet die in seinem Land zugelassenen Behandlungsmittel an.

viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 3. Oktober 2016, 20:52

Hi,

ich habe ein einem reichlich vollen 2zarger (nach Abschleudern mitte Juli) mitte Aug. 30ml AS (>1 Jahr alt, 60% ad ved.) verpasst und Anfang Sept. nochmal 40ml. Beides per Schwammtuch. Ich fand es da etwas fraglich ob die Gase sich überhaupt durch die vollen oberen Honigrähmchen verbreiten können? Oder ob man Schwammtücher auch die 24h kurz zwischen die Zargen hätte legen können?
Nun habe ich nach einem knappen Monat 55 Varroen nach 24h gezählt, was mir viel erscheint? "Keine Ahnung, wo die herkommen".
Anfang Aug. hatte ich nach 72h noch nur 3 Varroen.
Würdet ihr jetzt sofort nochmal ein "Packung" AS, vielleicht 40-45ml hinterherlegen oder "egal": warten bis Brutfreiheit Ende Okt.-Ende Nov. und dann nochmal? Momentan haben sie offene & verdeckelte Brut drin. Nach Eiern habe ich nicht gesucht/gesehen.

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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Simon » 3. Oktober 2016, 21:41

Die Milben kommen sicher nicht über die Urzeugung, nicht aus dem Nichts. Ameisensäure kann nichtwirksam an den Bienen und der Brut vorbeiflutschen, gut dass du kontrolliert hast, das gehört zum Konzept, wenn auch enger gestuft. Mit Ameisensäure wirds die nächsten Tage recht unkomod, es fehlen die nötigen Temperaturen.

Was kann man aktuell bei hohem Befall noch machen?
- Schwammtuch anwenden, besser dabei wäre Säure mit mehr Dampfdruck, mitten in die "Traube" kann Ärger geben, bei MAQS wird das so praktiziert
- Dispenser einsetzen mit Grablicht, nicht erlaubt aber Voraussetzung wäre der Einsatz der deutlich besser wirksamen 85% Säure
- nicht erlaubt wäre eine mehrfache Bedampfung mit Oxalsäure, bei großem Brutumfang erfordert dies xfach Geduld
- bei Restbrut könnte man diese rausstipfeln und mit Milchsäure besprühen, dies wird vermutlich mehrfach nötig sein

Beim Abfall von 55Mlb/Tag muss was laufen, sonst ist die Butsche schneller leer als man will!
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Lukas » 4. Oktober 2016, 10:09

Simon hat geschrieben:- nicht erlaubt wäre eine mehrfache Bedampfung mit Oxalsäure, bei großem Brutumfang erfordert dies xfach Geduld


Versucht und als ungenügend wirksam empfunden. Man kann so viel OS in die Kiste pusten, dass man wochenlang nur mit Atemschutz den Deckel öffnen kann, einem so hohen Befall ist mit OS Verdampfen nicht beizukommen.
Brut raus, mehrfache MS Behandlung und zu gegebener Zeit vereinigen. Auch erfolgreich saniert wird's für eine starke Überwinterung wohl zu spät sein.
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 4. Oktober 2016, 11:54

Danke!
Mensch, was für Tücken hier lauern ... und das mit so einer properen, bienengefüllten Kiste ...!

Simon hat geschrieben:Die Milben kommen sicher nicht über die Urzeugung, nicht aus dem Nichts. Ameisensäure kann nichtwirksam an den Bienen und der Brut vorbeiflutschen, gut dass du kontrolliert hast, das gehört zum Konzept, wenn auch enger gestuft. Mit Ameisensäure wirds die nächsten Tage recht unkomod, es fehlen die nötigen Temperaturen.
... letzten Monat hatte ich mal dran gedacht, aber es erschien mir zu heiß, da die Kiste vollsonnig steht - zumindest ab nachmittags. Ja. nächste Wochen sind kaum noch >15° angesagt.


Simon hat geschrieben:Was kann man aktuell bei hohem Befall noch machen?
- Schwammtuch anwenden, besser dabei wäre Säure mit mehr Dampfdruck, mitten in die "Traube" kann Ärger geben, bei MAQS wird das so praktiziert
- Dispenser einsetzen mit Grablicht, nicht erlaubt aber Voraussetzung wäre der Einsatz der deutlich besser wirksamen 85% Säure
- nicht erlaubt wäre eine mehrfache Bedampfung mit Oxalsäure, bei großem Brutumfang erfordert dies xfach Geduld
wird bei ytube oft beschrieben. Nicht erlaubt? Da zu riskant für den Imker?
Da gibt es ein Besp. mit einem Teelicht, das praktisch aussieht.


Simon hat geschrieben: - bei Restbrut könnte man diese rausstipfeln
stipfeln==stupfen?
Simon hat geschrieben:und mit Milchsäure besprühen, dies wird vermutlich mehrfach nötig sein ...
puh - alle 20 Rähmchen bzw. alle Bienen treffen.
Ob ich bis zu ner Brutfreiheit Ende Okt./Nov. Zeit habe?
Dann erst mit MS besprühen zu zugleich AS per 45ml-Schwammtuch drauf, als Coctail?

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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Boettger » 4. Oktober 2016, 11:59

Je eine Schwammtuchbehandlung im Juli und September reicht nicht. Hier stimmen weder die Anzahl der Behandlungen noch die Dosierungen. Eine solche Behandlung wird aus gutem Grund nirgendwo empfohlen.
Die Schwammtuchmethode selbst ist sicher gut wirksam - vorausgesetzt man informiert sich vorher und hält sich dann auch an das Behandlungskonzept!!!
Ich persönlich würde bei dieser Ausgangslage jetzt wohl nochmal mit AS 85% im Nassenheider Professional behandeln. Notfalls die Säure vom Tierarzt verschreiben lassen (Notbehandlung). Dosierung nach Anleitung vom Nassenheider.
Wenn die Temperaturen so gar nicht passen, ist für diesen Ausnahmefall vielleicht sogar eine systemische Behandlung mit Bayvarol eine Überlegung wert.
Hier noch ein Link zum Nachlesen: http://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/varroa_unter_kontrolle.pdf
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 4. Oktober 2016, 12:01

Lukas hat geschrieben:
Simon hat geschrieben:- nicht erlaubt wäre eine mehrfache Bedampfung mit Oxalsäure, bei großem Brutumfang erfordert dies xfach Geduld


Lukas hat geschrieben:Versucht und als ungenügend wirksam empfunden. Man kann so viel OS in die Kiste pusten, dass man wochenlang nur mit Atemschutz den Deckel öffnen kann, einem so hohen Befall ist mit OS Verdampfen nicht beizukommen.
Danke für den Hinweis.


Lukas hat geschrieben:Brut raus, mehrfache MS Behandlung und zu gegebener Zeit vereinigen....
du meinst Brutwaben raus, warm die 20 min lagern, Bienen besprühen und Waben wieder einhängen?

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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 4. Oktober 2016, 12:09

Boettger hat geschrieben:Je eine Schwammtuchbehandlung im Juli und September reicht nicht. Hier stimmen weder die Anzahl der Behandlungen noch die Dosierungen. Eine solche Behandlung wird aus gutem Grund nirgendwo empfohlen.
ich weiß, ich habe geschlurt ... :(


Boettger hat geschrieben:Die Schwammtuchmethode selbst ist sicher gut wirksam - vorausgesetzt man informiert sich vorher und hält sich dann auch an das Behandlungskonzept!!!
Ich persönlich würde bei dieser Ausgangslage jetzt wohl nochmal mit AS 85% im Nassenheider Professional behandeln. Notfalls die Säure vom Tierarzt verschreiben lassen (Notbehandlung). Dosierung nach Anleitung vom Nassenheider.
ohne Nassenheider. Den habe ich nicht. Es muss doch auch ein Schwammtuch funktionieren? Es geht doch immer um das Verdunsten.
Der Nassenheider dunstet über eine lange Zeit, andererseits sagt "man", die Schockwirkung zählt bei der AS. Watt denn nun?


Boettger hat geschrieben:Wenn die Temperaturen so gar nicht passen, ist für diesen Ausnahmefall vielleicht sogar eine systemische Behandlung mit Bayvarol eine Überlegung wert.
Hier noch ein Link zum Nachlesen: http://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/varroa_unter_kontrolle.pdf


Danke,
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Simon » 4. Oktober 2016, 13:32

Lukas hat geschrieben:Versucht und als ungenügend wirksam empfunden. Man kann so viel OS in die Kiste pusten, dass man wochenlang nur mit Atemschutz den Deckel öffnen kann, einem so hohen Befall ist mit OS Verdampfen nicht beizukommen.
Trotz den Einschränkungen die du genannt hast ist es eine Variante bei geringem Brutstand im Zeitraum Oktober bis Dezember, viele Völker siechen mit 1000-2000 Brutzellen bis Jahresende vor sich hin, mit 2-3 handtellergroßen Brutnestchen kann man dieser Variante und mit xfach Geduld Erfolg haben, es muss als Notbehandlung betrachtet werden und ist im August/September weitgehend nutzloser Sport.

April hat geschrieben:Der Nassenheider dunstet über eine lange Zeit, andererseits sagt "man", die Schockwirkung zählt bei der AS. Watt denn nun?
Der Nassenheider gibt zwar (meist) kontinuierlich und ungeregelt über den Patentdocht eine konstante Menge Säure ab, durch Nichtverdunstung kann sich eine Säuresee bilden der unter wechselnden Bedingungen in die Luft geht. Selbes gilt für den Liebig Dispenser, dieser kann kurzfristig sehr viel mehr fördern als es der Durchschnittswert erkennen lässt. Man müsste "live" wiegen wie sich das Gewicht der Verdampfer verändert, beim letzten Einsatz über 4 Tage waren meist 150ml draußen, das macht etwa zufriedenstellende 40ml pro Tag, dies müsste man auf AS 60% umrechnen, aufs Schwammtuch legen und... testen. Bei einem Zweizarger hätte ich da wenig Bedenken, bei der Variante MoT sind bis zu 60ml 85% innerhalb weniger Stunden auf den Träger gelaufen, gewirkt hats trotz Schock und Menge trotzdem manchmal nicht.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 4. Oktober 2016, 13:52

bei der Nassenheider-Variante wird über 3-4 Tage á 40ml verdunstet bzw. ein AS-Klima gehalten.
Ich habe in Erinnerung, dass es einen Behandlungsabstand von 3-4 Tagen über einen Zeitraum von 14 Tagen gibt.
Das verwundert mich.

Man könnte auch ein Schwammtuch mit 40-45ml 60% AS in ein Leerrähmchen klammern und an das Brutnest, also zentraler hängen?
Evtl. nach 24h nachnässen. Das wäre dem Nassenheimer nachempfunden ...
Ich hatte ja schon die Befürchtung, dass das Auflegen oben auf die 2. Zarge garnicht "durchschlägt".

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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Simon » 4. Oktober 2016, 14:11

April hat geschrieben:Ich habe in Erinnerung, dass es einen Behandlungsabstand von 3-4 Tagen über einen Zeitraum von 14 Tagen gibt.
Meine Angaben (4 Tage für 150ml) bezogen sich auf den Liebig Dispenser mit 85%, der Nassenheider Prof. (der mit der Wanne) braucht für die volle Ladung (290ml) 14 Tage; was in drei Tagen nicht gebacken ist klappt selten in zwei Wochen besser.
April hat geschrieben:Man könnte auch ein Schwammtuch mit 40-45ml 60% AS in ein Leerrähmchen klammern und an das Brutnest, also zentraler hängen?
Das ist eine Variante des Nassenheiders, nicht zu empfehlen, die Behandlung von oben ist deutlich wirksamer. Ameisensäureabwandlungen mal schnell auszutesten ist nicht befriedigend, es dauert einige Zeit um Methoden bewerten zu können.
Vielleicht hast du Zeit diesen Vergleich durchzuforsten, leider taucht kein Schwammtuch auf, aber Säure in unterschiedlicher Dosierung und Methode.
http://nodglobal.com/wp-content/uploads ... k-2015.pdf
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Boettger » 4. Oktober 2016, 14:15

Hallo April,

April hat geschrieben:bei der Nassenheider-Variante wird über 3-4 Tage á 40ml verdunstet bzw. ein AS-Klima gehalten.
Ich habe in Erinnerung, dass es einen Behandlungsabstand von 3-4 Tagen über einen Zeitraum von 14 Tagen gibt.
Das verwundert mich.


Das würde mich auch wundern. Es ist nämlich völliger Unsinn. Du bringst Schwammtuch- und Nassenheider durcheinander.

April hat geschrieben:Man könnte auch ein Schwammtuch mit 40-45ml 60% AS in ein Leerrähmchen klammern und an das Brutnest, also zentraler hängen?
Evtl. nach 24h nachnässen. Das wäre dem Nassenheimer nachempfunden ...


Könnte man. Es macht aber keinen Sinn. Ich würde sogar sagen es gefährdet die Bienen. Dem Nassenheider nachempfunden wäre es ebenfalls nicht.

Lies doch mal aufmerksam die Broschüre "Varroa unter Kontrolle", die ich Dir oben verlinkt habe. Vielleicht wird Dir dann auch einiges klar. Dort sind Behandlungsvarianten beschrieben, die so auch funktionieren. Experimente jeglicher Art verbieten sich aus der Sicht des Tierschutzes eigentlich schon von selbst

PS.: Nassenheider und Nassenheider professional sind zwei verschiedene Verdunstervarianten. Die erstere kann man aufgrund geringer Wirkleistung heute kaum noch empfehlen.
Hier nochmal ein Link dazu mit Bildern und der Empfehlung zur Restentmilbung/Notfallbehandlung im Oktober: http://www.nassenheider.com/files/dokum/Gebrauchsanweisung_NV-professional_8-2016_de.pdf
Den kann man sich kaufen muss man aber nicht. Alternativen wurden schon beschrieben.
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Simon » 4. Oktober 2016, 14:44

April hat geschrieben:(Oxalsäureverdampfen) wird bei ytube oft beschrieben. Nicht erlaubt? Da zu riskant für den Imker?
Da gibt es ein Besp. mit einem Teelicht, das praktisch aussieht.

In Deutschland nicht erlaubt, die Gründe für das Verbot liegen in der mangelnden Zulassung. ;)
In einigen deutschsprachigen Nachbarländern ist es (mit den dort zugelassenen Präparaten) erlaubt, an der Sprache kanns also nicht liegen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 4. Oktober 2016, 18:47

Simon hat geschrieben:...Vielleicht hast du Zeit diesen Vergleich durchzuforsten, leider taucht kein Schwammtuch auf, aber Säure in unterschiedlicher Dosierung und Methode.
http://nodglobal.com/wp-content/uploads ... k-2015.pdf
Erstaunlich, dass diese neuen MAQS so gut funktionieren - was wohl auf den Schockeffekt zurückzuführen ist? Aber alles "nur" Ameisensäure - was mich fragen lässt, ob man den nicht auch anders erzeugen kann ...
Man könnte das Schwammtuch, wie die MAQS auch, 'zwischen' ersten & zweiten Raum legen - mit 45ml 60%erAS - für 24h, das würde die Stockluft relevanter Bereiche schneller ändern.
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon ulf » 4. Oktober 2016, 19:33

April hat geschrieben:Hi,

ich habe ein einem reichlich vollen 2zarger (nach Abschleudern mitte Juli) mitte Aug. 30ml AS (>1 Jahr alt, 60% ad ved.) verpasst und Anfang Sept. nochmal 40ml.
Nun habe ich nach einem knappen Monat 55 Varroen nach 24h gezählt, was mir viel erscheint?
April


Hallo,
für eine erfolgreiche AS-Behandlung scheint es mir doch draußen fast zu kalt geworden...
Das Volk steht bei solcher Volksstärke jedenfalls noch nicht vor dem Zusammenbruch.
Ich würde das Volk brutfrei machen. Entweder, radikal, die verdeckelte Brut ausschneiden oder die Königin käfigen und abwarten.
Danach kannst du gut und höchst effizient mit Milchsäure behandeln :thumbsup:
angefangen hab ich am Fuß der dt. Mittelgebirge auf Freudensteinmaß, heute Carnica erfolgreich in Segeberger Beuten auf Deutschnormalmaß (DNM) :bigrin:
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 4. Oktober 2016, 23:23

ulf hat geschrieben:...Hallo,
für eine erfolgreiche AS-Behandlung scheint es mir doch draußen fast zu kalt geworden...
ja. für die kommenden 1,5 Wo. stehen bei uns 13/4° an.

ulf hat geschrieben:... Ich würde das Volk brutfrei machen. Entweder, radikal, die verdeckelte Brut ausschneiden oder die Königin käfigen und abwarten.
... bis das an Brut Vorhandene geschlüpft und die Kö solange am Legen hindern.
Die Königin wird dann durchs Gitter von den Arbeiterinnen gefüttert? Oder wird da noch Ft mit reingedrückt?
In einem Monat sind sie aber eh mit dem Brüten durch? Vielleicht sollte man noch solange warten - und was evtl. dann noch an Brut da ist, raus?
Vor 2 Wo war, wie gesagt, offene und verdeckelte Brut in nur einem Rähmchen, in der unteren Zarge. In der oberen war wohl nur Honig, da 30Kg gewogen.


ulf hat geschrieben:Danach kannst du gut und höchst effizient mit Milchsäure behandeln :thumbsup:

das wirkt besser als AS?

Danke!
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon ulf » 4. Oktober 2016, 23:39

April hat geschrieben: bis das an Brut Vorhandene geschlüpft und die Kö solange am Legen hindern.
Die Königin wird dann durchs Gitter von den Arbeiterinnen gefüttert? Oder wird da noch Ft mit reingedrückt?


ja die Königin wird durchs Gitter gefüttert

April hat geschrieben:das wirkt besser als AS?


bei Brutfreiheit erreicht die MS immer hohe Erfolgsraten, die MS wird ja direkt auf die Bienen (Milben) gesprüht. Die MS-Winterbehandlung in die brutfreie Wintertraube ist ein Geheimtipp.

AS kann in der Wirkung aufgrund verschiedener Faktoren unterschiedlich starke Wirkung zeigen.
angefangen hab ich am Fuß der dt. Mittelgebirge auf Freudensteinmaß, heute Carnica erfolgreich in Segeberger Beuten auf Deutschnormalmaß (DNM) :bigrin:
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon salamandar » 5. Oktober 2016, 10:06

Hallo liebe Imkerfreunde.
Gibt es eine Schadschwelle bei der Varroenzahl bei welcher man definitiv behandeln sollte?
Ich habe nach AS-Behandlung Ende August in meinen Zweizargern (Zander) 10-15 Milben/Tag.
Laufen lassen, zwischendurch mit MS und bei Frost dann mit OS? Oder doch andere Behandlungsmethode?
Habe mir die Methode mit der Grabkerze von Simon nochmal angeschaut. Da spricht er von einem Befall mit 30 M/Tag.
Geht auch Grabkerze mit Schwammtuch, oder muss ein Dispenser dazu?
Vielen Dank für eure Hilfe und Grüße :rofl:
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Angie » 5. Oktober 2016, 18:58

April hat geschrieben:Erstaunlich, dass diese neuen MAQS so gut funktionieren - was wohl auf den Schockeffekt zurückzuführen ist? Aber alles "nur" Ameisensäure - was mich fragen lässt, ob man den nicht auch anders erzeugen kann ...
Man könnte das Schwammtuch, wie die MAQS auch, 'zwischen' ersten & zweiten Raum legen - mit 45ml 60%erAS - für 24h, das würde die Stockluft relevanter Bereiche schneller ändern.
April


Vorsicht bei der Schockbehandlung- das kann die Königin kosten- und das gilt generell.
Die MAQS haben schon einigen Imkern die Kö gekillt. Im Sommer können sie dann noch nachschaffen- aber jetzt?
Simon fehlt. RIP
Angie
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 13. Oktober 2016, 12:22

ulf hat geschrieben:....bei Brutfreiheit erreicht die MS immer hohe Erfolgsraten, die MS wird ja direkt auf die Bienen (Milben) gesprüht.....
ich habe die Brut rausgeschnitten (schrecklich!!), vielleicht 700 Zellen, da in denen ja auch Milben wären ... und besprüht mit der MS ad vet. : nach 36 Stunden sind gut 600 VMilben rausgefallen. Bei den bees selbst gab es keine Verluste. Ich habe etwa 175ml MS versprüht, im Zweizarger.
Ein Rand-Leerrähmchen habe ich in die Mitte gehängt, um das Loch auszugleichen - die Zarge ist ja sonst packenvoll, und die nächsten Tage nochmal sprühen, dann noch etwas Futterteig drauf und hoffe, die Kö legt nochmal ein bischen los ...
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Joachim » 16. Oktober 2016, 12:03

April hat geschrieben:
ulf hat geschrieben:....bei Brutfreiheit erreicht die MS immer hohe Erfolgsraten, die MS wird ja direkt auf die Bienen (Milben) gesprüht.....
ich habe die Brut rausgeschnitten (schrecklich!!), vielleicht 700 Zellen, da in denen ja auch Milben wären ... und besprüht mit der MS ad vet. : nach 36 Stunden sind gut 600 VMilben rausgefallen. Bei den bees selbst gab es keine Verluste. Ich habe etwa 175ml MS versprüht, im Zweizarger.
Ein Rand-Leerrähmchen habe ich in die Mitte gehängt, um das Loch auszugleichen - die Zarge ist ja sonst packenvoll, und die nächsten Tage nochmal sprühen, dann noch etwas Futterteig drauf und hoffe, die Kö legt nochmal ein bischen los ...
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Nun ja - die Frage wird halt sein, wie stark die (Winter)Bienen jetzt schon geschädigt sind, und ob es zum jetzigen Zeitpunkt noch ausreichend war mit MS zu behandeln. Der Brutstatus geht i.d.r. nun stetig zurück. Ob nun noch genügend "gesunde" Winterbienen schlüpfen wage ich bei dem Ergebnis (600 Miblen nach 36h) zu bezweifeln. Ein weiterer Aspekt ist, dass eine Behandlung mit MS auch bei ausgeschnittener Brut nicht ausriechend ist. Auch hier muss stringent eine 3malige Behandlung mit MS durchgeführt werden, um einen gewünschten Effekt zu erziehlen.

Eine Fragestellung meinerseits sollte dazu erlaubt sein: warum hast Du erst jetzt das Problem festgestellt?
Viele Grüße
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 17. Oktober 2016, 16:09

Joachim hat geschrieben:...Eine Fragestellung meinerseits sollte dazu erlaubt sein: warum hast Du erst jetzt das Problem festgestellt?
habe s Problem unterschätzt.

Anfang Aug. hatte sie noch keine, mitte Aug. 16 und halbherzig 2x AS eingesetzt, na ja ... ich dacht' das reicht schon.
Jetzt 6 Tage nach erster MS habe ich wieder & immer noch 20/Tag an Varroafall. Ob das noch der "Nachfall" ist? "Der Laie wundert sich". MS soll doch so gut sein.
Heute im Morgengrauen, am 7. Tag danach, haben sie noch eine Dusche bekommen. Die tun mir echt leid. Und jetzt noch eine dritte? Wenn sie das überstehen, kommen sie auch durch den Winter. Die untere Zarge wiegt >13 Kg und die obere >29Kg.
Verkrüppelte Flügel habe ich nicht gesehen. Die sehen für mich "normal" aus. Kö war heute auch dabei.
Und nach der Dusche habe sie sich wie üblich unter dem Deckel zu einem Klagesummen versammelt ...

Das Nachbarvolk hatte Anfang Okt. 2 Varroen und gestern nach 20h keine (da wollte ich jetzt nur noch OS im Dez.)
Das ist ein Frühjahresableger, der immer noch mit Minimalloch "läuft", wohingegen das "Problemvolk" den ganzen Sommer mit weit offener Luke lief, sprich "verfliegerfreundlicher" daherkam ...

april
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon FranzBurnens » 17. Oktober 2016, 17:17

April hat geschrieben:Jetzt 6 Tage nach erster MS habe ich wieder & immer noch 20/Tag an Varroafall. Ob das noch der "Nachfall" ist?

jedenfalls noch nicht genügend zeitlicher Abstand, um von einer normalen Sterblichkeit auszugehen

April hat geschrieben: am 7. Tag danach, haben sie noch eine Dusche bekommen. Die tun mir echt leid. Und jetzt noch eine dritte?

Sicher nicht zwingend, 2x ohne verdeckelte Brut MS gesprüht, könnte bereits ausreichend sein. Da nach weiteren sieben Tagen wieder neue Brut verdeckelt vorhanden sein wird (vermutlich), würde ich einer dritten Behandlung auch nicht unbesehen vertrauen. Lieber weiter Totenfall der Milben im Auge behalten und erst bei Erfordernis erneut zuschlagen.

Grob kalkuliert könnten die 600 erledigten Varroen bei einigermaßen gutem Erfolg darauf hinweisen, dass nach dem ersten Einsatz vlt. noch 200 übrig geblieben sind. Hat der zweite Schuss davon nochmal 80% von den Läufen geholt, blieben 40 übrig, was für einen angemessen besetzten Zweizarger nicht wirklich bedrohlich sein dürfte. Mal optimistisch geschätzt
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 23. Oktober 2016, 09:56

nach der 2. MS-"Dusche" sind
bis 18.10., 26 Std. nach dem Sprühen (140ml da weniger Bienen), 381 Varroen rausgefallen und
am 22.10, nach 24 Std. noch 4 Varroen.
Unter günstigern Voraussetzungen (kein Brutraub, günstigere Temperaturen, kein Winteranfang) müsste man bis morgen wohl noch eine Behandlung machen? Ich denk, ich muss/werde diese aber besser auf die OS-Behandlung im Dez. verlegen.
Ich bin eh gespannt, wie&ob die Bienen ohne die Brut durchkommen.
Im Augenblick sind hier viel Wespen aktiv. Aber die sehen ich eher als Aufräumer und nicht als Problem.
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon FranzBurnens » 23. Oktober 2016, 11:31

Wenn man den Zahlen trauen darf, dann hatte die erste Sprühbehandlung eine Wirkung < 60% trotz Brutfreimachung.
Der Effekt nach der zweiten dürfte somit kaum größer ausgefallen sein - relativ gesehen.

D.h. die Varroen-Belastung aktuell immer noch zu hoch. Gegen eine weitere Behandlung mit MS hätte ich keine Bedenken. Vorteil: Milben würden auf jeden Fall weiter reduziert; falls genügend, wäre eine "Restentmilbung" obsolet, falls danach immer noch zuviel, hätte man mit der OS-Träufelung zu Winterbeginn noch eine Option frei.
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Karlheinz » 23. Oktober 2016, 16:39

FranzBurnens hat geschrieben:Wenn man den Zahlen trauen darf, dann hatte die erste Sprühbehandlung eine Wirkung < 60% trotz Brutfreimachung.
Der Effekt nach der zweiten dürfte somit kaum größer ausgefallen sein - relativ gesehen.

D.h. die Varroen-Belastung aktuell immer noch zu hoch. Gegen eine weitere Behandlung mit MS hätte ich keine Bedenken. Vorteil: Milben würden auf jeden Fall weiter reduziert; falls genügend, wäre eine "Restentmilbung" obsolet, falls danach immer noch zuviel, hätte man mit der OS-Träufelung zu Winterbeginn noch eine Option frei.


Ich würde in jedem Fall versuchen bereits jetzt dem Milbendruck weiter zu reduzieren. Allein auf die Restentmilbung durch die Oxalsäure würde ich nicht setzen, da niemand abschätzen kann, ob die Damen im Dezember brutfrei sind. Wenn nicht, dann hast Du ein echtes Problem.
Gruß
Karlheinz
Unwissenheit erzeugt viel mehr Sicherheit, als es das Wissen tut. (Charles Darwin)
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 24. Oktober 2016, 08:04

FranzBurnens hat geschrieben:Wenn man den Zahlen trauen darf, dann hatte die erste Sprühbehandlung eine Wirkung < 60% trotz Brutfreimachung.
Der Effekt nach der zweiten dürfte somit kaum größer ausgefallen sein - relativ gesehen....
bei der ersten Behandlung habe ich einige verstreut, vereinzelt liegende Brutzellen am Rand sicher "übersehen" - wohl wenige zig. Das hätte noch mehr zerschnitten und die Prozedur verlängert.
Vielleicht habe ich insgesamt zuwenig gesprüht? Nur 1x möglichst alle dünn angesprüht/benetzt und hätte mehr auch in die Zellen sprühen sollen, um die ein oder andere Larve zu erwischen?
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon waldimker » 24. Oktober 2016, 10:14

du hast 140 ml MS versprüht? das klingt doch nach ner ganzen menge?
Dieses Forum wird bald abgeschaltet. Wir starten ein neues, wo wir User uns neu sammeln können. URL: http://dreilichs.de/if/
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 24. Oktober 2016, 11:06

8ml pro Wabenseite hatte ich gelesen - und beim 2zarger...
Ich hatte von >90% Wirkung gelesen & MS sei eine sehr erfolgreiche Behandlung.
Da enttäuschen mit 60% und frag mich, was ich besser machen könnte.
"suboptimal" war sicher die Brutsituation.
... vielleicht sprüh ich sie heut abend nochmal
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon FranzBurnens » 24. Oktober 2016, 11:21

ja, gelesen und selber getan ist häufig zweierlei ...

Fakt ist, dass die Wirkung von MS in weiten Grenzen streut, auch wenn man meint, alles richtig gemacht zu haben.. Vielleicht liegt es auch an der Konzentration. Manche verwenden 15% nach Volumen, obwohl Gewichtsprozente eigentlich gemeint sein müssten. Bei Volumenproz. hat man eben eine höhere Konz. Scheint nirgendwo verbindlich geregelt zu sein, PTA's wissen jedenfalls von nix.

Die Sprührichtung sollte in Bezug auf die Rähmchenebene leicht schräg von unten erfolgen. Damit eben möglichst keine Brut getroffen/geschädigt wird. Darin befinden sich ja noch keine Milben.
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 24. Oktober 2016, 14:40

FranzBurnens hat geschrieben:ja, gelesen und selber getan ist häufig zweierlei ...... Vielleicht liegt es auch an der Konzentration. Manche verwenden 15% nach Volumen, obwohl Gewichtsprozente eigentlich gemeint sein müssten. Bei Volumenproz. hat man eben eine höhere Konz. Scheint nirgendwo verbindlich geregelt zu sein, PTA's wissen jedenfalls von nix.....
das ist eine "offizielle" Fertigmischung at us ved.,

FranzBurnens hat geschrieben:... Damit eben möglichst keine Brut getroffen/geschädigt wird. Darin befinden sich ja noch keine Milben.
bis kurz vorm Verdeckeln. Dann krabbeln nach Lehrbuch die VMilben rein.
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