viel Varroen? Handlungsbedarf

Rückstandsfreies Imkern mit organischen Säuren
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Jeder Imker beachtet die gültigen Bestimmungen zur Varroabekämpfung und wendet die in seinem Land zugelassenen Behandlungsmittel an.

Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon beecool » 10. November 2016, 19:31

...dann wünsch ich viel Spaß beim Einatmen der gesprühten OX-Säure: das Verfahren ist nicht zugelassen und dies zu Recht! Oxalsäure ist giftig. :auge: Ich tue mir das bei meinem Hobby nicht an. Gruß beecool
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon STC » 10. November 2016, 22:16

Jaja die Mähr von der bösen bösen und tödlich giftigen Oxalsäure... quasi der nebel des Todes! Von Österreichern und Schweizern (und was gott von wem noch) erfolgreich angewendet den deutschen Imker bereits beim darüber lesen dahinraffend!

nun ja Fakten interessieren halt nicht jeden...
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Simon » 11. November 2016, 00:17

Mein Favorit der Bestandsicherung ganzer Völker sieht ganz anders aus, drüberlaufen lassen über den Wirkstoff.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon waldimker » 11. November 2016, 08:43

sauerampfer müsste demnach sehr unbekömmlich sein.
war rhabarber nicht auch unter den Varroa- und Humanoziden angesiedelt?
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Nils » 11. November 2016, 11:29

Hallo Simon,

Deine Osinaltücher faszinieren mich sehr.
Ich gehöre ja zu den Vielbedampfern, behandle ausschließlich mit Dampf ab August.

Frage an Dich: denkst du man könnte die Tücher als Sommerbehandlung ebenso erfolgreich wie 4 Wochen dauerbedampfen einsetzen?

Danke dir,

Nils
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Simon » 11. November 2016, 14:36

Nils hat geschrieben: denkst du man könnte die Tücher als Sommerbehandlung ebenso erfolgreich wie 4 Wochen dauerbedampfen einsetzen?

Hallo Nils,
die Tücher haben auf jeden Fall ein gutes Potential, aber ich schätze für eine Sommerbehandlung reicht die Ausdünnung nicht, besonders in stark befallenen Völkern wird man eine Bruchlandung bekommen. Das Tuch wirkt wie Verdampfen nur ausdünnend in brütenden Völkern, bei entsprechend hohem Befall reicht die Ausdünnung gerade mal so um das Volk unter der Schadensschwelle zu halten, über Monate gemessen addieren sich irrwitzige Milbenmengen die man aus den Völkern melkt, dies hast du sicher schon beobachtet. Die Wirkung steigt ab Anfang Oktober deutlich an, zu dieser Zeit macht Ameisensäure keinen Sinn mehr und das Tuch wird zur interessanten Variante der Notbehandlung bei höherem Befall in den noch brütenden Völkern. Wird der Befall rechtzeitig im Oktober erkannt ersetzt das Tuch die gestufte Oxalsäureverdampfung.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon beecool » 11. November 2016, 15:09

STC hat geschrieben:Jaja die Mähr von der bösen bösen und tödlich giftigen Oxalsäure... quasi der nebel des Todes! Von Österreichern und Schweizern (und was gott von wem noch) erfolgreich angewendet den deutschen Imker bereits beim darüber lesen dahinraffend!

nun ja Fakten interessieren halt nicht jeden...


Where are the facts??? ...bitte nicht einfach so mal drauf los trumpen!!! Mich würden diese Fakten sehr interessieren! Oxalsäure ist gesundheitsgefährdend - hier verweise ich auf www.wikipedia.de oder auf den Beipackzettel von Oxuvar. Auch Rhabarber soll man ja bekanntlich nach Mitte Juni wegen des hohen Oxalsäuregehalts nicht mehr ernten. Zur Ameisensäure oder Milchsäure kenne ich keine solche Warnungen. Oxalsäure verwende ich als Oxuvar wie vorgesehen und vorgeschrieben bei der Träufelung. Wird Oxalsäure (woher auch immer bezogen) versprüht oder verdampft erfolgt auf jeden Fall eine erhebliche Kontamination der Kleidung und der unbedeckten Körperteile. Auch das Einatmen ist trotz Mundschutz nicht ganz auszuschließen! Soweit meine Fakten. Insofern wären andere Infos ganz interessant. Vielleicht sollte dazu in diesem Forum auch eine eigene Rubrik aufgemacht werden. (8;)
Gruß beecool
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon STC » 11. November 2016, 15:42

Es hat schon einen Grund warum Wikipedia bei wissenschaftlichen Arbeiten nicht zugelassen ist!

anspielungen auf amerikanische Politik unterlässt du bitte! :-)

Hier: *edit* link funktioniert nicht

bitte googeln: "dissertation oxalsäure dr gumpp"

bei mir ist das Zweite Ergebnis die Dissertation. Frage klar beantwortet. viel spass beim Lesen!

gruss!
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Karlheinz » 14. November 2016, 14:15

DSC_6286 (3) - Kopie.JPG

Mein Nachbarimker, 300m Luftlinie weg.
viel Varroen? ja
Handlungsbedarf?
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon BieneMoni » 14. November 2016, 14:28

Hallo Karlheinz,

bewahrt er seine alten Waben im Freien auf, sodaß von überall her Bienen rankommen? :shock:
Das sieht ja gräßlich aus.
Und warum schmilzt er sie nicht ein?
Grüße, BieneMoni
Dieses Forum wird demnächst geschlossen!
Hier gehts im Nachfolge-Forum weiter: dreilichs.de/if/index.php


Langstroth-Imkerei in der südpfälzischen Rheinebene
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Karlheinz » 14. November 2016, 14:41

BieneMoni hat geschrieben:Hallo Karlheinz,

bewahrt er seine alten Waben im Freien auf, sodaß von überall her Bienen rankommen? :shock:
Das sieht ja gräßlich aus.
Und warum schmilzt er sie nicht ein?
Grüße, BieneMoni


Ja, er lässt alle alte Waben von den Bienen "ausschlecken". Wenn die damit fertig sind, schmilzt er sie ein. Er hat zwei Bienenhäuser mit einer Kapazität von je 48 Völkern.
Meine haben im Oktober bis zu 2kg Futter eingetragen. Varroen hab ich trotz der 5-fach Intervallbehandlung mit MS auch wieder nicht zu knapp. Im Herbst lagern auf dem Grundstück weit mehr als hundert Schwarz-Waben, teils noch mit etwas verdeckelter Brut. Der örtliche Imkervorstand hat ihn mehrfach ermahnt, das zu unterlassen.
Aber er gehört zu den "das hab ich immer schon so gemacht" imkern.
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon STC » 14. November 2016, 16:42

kann man sonst nichts gegen solche fälle tun?
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Angie » 14. November 2016, 17:09

Man könnte dies beim nächsten Male beim Veterinäramt melden.
Simon fehlt. RIP
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon waldimker » 14. November 2016, 17:14

ein bisserl benzin und ein streichholz und sehr viel vorsicht könnten helfen (die gase kriechen über den boden und machen auch "wumms").

ich würd sagen, von aufgehängten waben geht kein varroa-invasionsdruck aus. eher andere keime.
da aber sogar im schreiben unseres LV-Vorsitzenden geäußert wurde, dass bereits erhebliche Völkerverluste durch Varroa entstanden seien, scheint dies eher wahrscheinlich, dass anderswo noch futter unnötig rumhing... ich hab einen stand, da verdoppelt sich die varroazahl im spätsommer nicht in 3 oder 4 wochen, sie verzehnfacht sich. nun schon im zweiten jahr. kurios, wie die milbenpopulationen sich doch auf wenigen Kilometern in ihrem vermehrungspotential unterscheiden können! ;)
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon beewilli » 14. November 2016, 17:34

Lieber Karl-Heinz,

dein Nachbarimker, egal wie lange er schon imkert oder sonst was - würde von mir eine Anzeige bekommen und sonst nichts!
Grund:
1. Bienenseuchenverordnug -hier besondernden § 2 Absatz 3!
2. Dummheit!

Dazu braucht es wederAFB noch irgend was anderes!

Mehr kann man dazu echt nicht sagen....
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 19. November 2016, 16:28

ein kurzer Bericht:
nach dem letzten von 3x MS-Sprühen im 7d-Abstand am 25. Okt.:
am 5. Nov. fielen nach 25h 8 Milben raus,
am 13. Nov. nach 122h fielen 10 Varroamilben raus und
am 19.Nov. nach 24h fiel 1 raus.
OS werde ich trotz allem nächste Woche träufeln. Beim Nachbar-Ableger fiel auch nach 24h 1 Milbe raus.
Also eigentlich alles ganz erfolgreich.
Sorge macht mir nur das "fehlende" Gemüll. Als Anfänger erscheint mir das für ein mittelgroßes Volk wenig (Wetter 8/2°C). Selbst der 1zargen-Ableger daneben bringt das doppelte. Nach Brut sieht das auch nicht aus, sprich: größere runde Deckelstücke.
Was meint ihr?
April
Dateianhänge
gemuelldiagnose-1milbe.jpg
m.E. etwas wenig Gemüll nach 24h? 1 Milbe dabei
April
 
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Joachim » 20. November 2016, 17:25

April hat geschrieben:
OS werde ich trotz allem nächste Woche träufeln.


Sind die Völker denn 100% brutfrei? ansonsten abwarten bis dieser Umstand eintritt ...
Viele Grüße
Joachim
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon mmoe » 22. November 2016, 19:32

Joachim hat geschrieben:Sind die Völker denn 100% brutfrei? ansonsten abwarten bis dieser Umstand eintritt ...


Und eventuell dann die Behandlung zu spät machen? Was ist, wenn das wieder so ein Winter wie in den
letzten Jahren wird? Sprich: 17 Grad zum Weihnachtsfest und erster Frost im April? Dann brüten die - wie
in den letzten Jahren - möglicherweise einfach durch.

Wir hatten hier im Norden zwei Wochen widriges Wetter inkl. einer Woche Schnee. Exakt den letzten Tag mit Frost
habe ich ausnutzen können und bei -1 Grad morgens Oxalsäure in die Traube verabreicht. Brut war so gut wie kein
mehr vorhanden. Das sieht heute nach einer Woche und milden Temperaturen von 10 bis 15 Grad schon wieder völlig anders aus: Bienenflug und kleine Brutnester. Auszählung war entsprechend: zwischen 50 und 400 Milben war so ziemlich alles dabei.

-> Zwei Völker hatte ich nur mit Api life Var behandelt. Dort fielen erst im warmen September reichlich Milben. Behandlung : 2xApi life Var nach Vorschrift. Dort fielen nach der OS-Behandlung wesentlich weniger Milben als
bei den mit AS behandelten Völkern. Diese beiden Völker hatten definitv keine Brut mehr.

Grüße
Marco
Viele Grüße
Marco
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 23. November 2016, 09:36

hi,
mein Problemvolk war gestern mittag bei 14°C immmer mit gut 10 bees vor der Kiste am schwirren und minütlich kam eine mit etwas Pollen rein - sie sind wohl folgerichtig nach dem Brutklau etwas am Brüten, also: da könnte etwas neue Brut sein?
Dagegen haben die milden Temperaturen den Ableger daneben nicht aus der Ruhe gebracht - keine Bienen zu sehen.

Im Probelmvolk ist leider nach 4 Tagen - aus der einen Milbe nach 24h - wieder zuviel geworden: 22 habe ich heute gezählt (die fallen nicht pünktlich aus). Nach den paar Krümeln auf der Schublade war ich aber froh, dass da überhaupt noch bees drin sind (aber scheinbar sind so wenige Krümel möglich). Höchstwahrscheinlich werden sie nach nem Brutklau alles dran setzen nachzulegen und das evtl. auch den ganzen Winter - im Gegensatz zum nicht-Brutbeklauten daneben, die einen "üblichen" Haushalt fahren können.

Nächste Wo. wirds ja wieder kühler mit Nachtfrost ... dann sollte ich den Problem2Zarger diese Woche nochmal auseinanderreißen ("Hilfe!"), die verlässlichste Prüfmethode. Andere wären "Handauflegen": ists besonders warm? - aber dazu habe ich nicht genug Erfahrung oder
ein Thermometer reinstecken ...
Deckel schlüpfender Brut (größere rundliche Wachbröckchen) habe ich im Gemüll nicht identifiziert und andere Zeichen kenne ich nicht.
april
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon propolis » 24. November 2016, 08:46

Bei mir hat zweimalige MS-Behandlung gut gewirkt, um den Befall beim "Problemvolk" auf unter 1 Milbe zu drücken. Brutflächen waren dabei nur noch minimal vorhanden, 1-2 Handteller. Ich bin unsicher mit der Oxalsäure - hier gab es erst einmal nennenswert Frost, danach wieder frühlingshaft um 17 Grad...
LG, propolis
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon ulf » 24. November 2016, 09:24

MS-Sprühbehandlung (ich mische auf 16 %) wirkt hervorragend
man sollte alle Bienen besprühen!
ist bei den derzeit milden Temperaturen nicht ganz einfach ...
am besten eben, wenn es richtig kalt ist und die Bienen fest sitzen
0° und sogar leichter Frost sind kein Problem
Vor allem kann ich nach einer solchen Behandlung, die ich idR bis Anfang Dezember durchführe (danach haben die Bienen Ruhe bis Frühjahr), 100%ig sicher sein, dass die Völker brutfrei waren

für die gute Wirkung einer OS-Träufelbehandlung ist es ebenso wichtig, daß die Bienen fest sitzen
dass es also kalt ist
und wie schon gesagt wurde: nur 1x!
Aber OS sprühen würde ich nie machen
angefangen hab ich am Fuß der dt. Mittelgebirge auf Freudensteinmaß, heute Carnica erfolgreich in Segeberger Beuten auf Deutschnormalmaß (DNM) :bigrin:
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Nils » 24. November 2016, 10:27

Hallo Simon,

Simon hat geschrieben:
Nils hat geschrieben: denkst du man könnte die Tücher als Sommerbehandlung ebenso erfolgreich wie 4 Wochen dauerbedampfen einsetzen?

Hallo Nils,
die Tücher haben auf jeden Fall ein gutes Potential, aber ich schätze für eine Sommerbehandlung reicht die Ausdünnung nicht, besonders in stark befallenen Völkern wird man eine Bruchlandung bekommen. Das Tuch wirkt wie Verdampfen nur ausdünnend in brütenden Völkern, bei entsprechend hohem Befall reicht die Ausdünnung gerade mal so um das Volk unter der Schadensschwelle zu halten, über Monate gemessen addieren sich irrwitzige Milbenmengen die man aus den Völkern melkt, dies hast du sicher schon beobachtet. ....


Ausdünnende Wirkung haben wohl auch die Thymolprodukte? Als bekennender Dauerbedampfer habe ich beide Verfahren mal verglichen, mit schien die wiederholte Bedampfung etwas wirkungsvoller als ApiLifeVar, aber durchaus vergleichbar.

Würdest du sagen, Osinal-Tücher, Dauerbedampfung, Thymol - alle haben ähnlich ausdünnende Wirkung?

Ich weiß um die langwierige Behandlung bei "nur-Bedampfung", beobachte hierbei jedoch auch die beste Bienenverträglichkeit. Daher ist mir der (enorme!) Zeitaufwand vieler Bedampfungen durchaus die Mühe wert. Aber mühevoll ist es, unbestritten...
Daher meine Hoffnung: statt 10 Bedampfungen 2mal deine Tücher auflegen -- und dann weiter bedampfen.


Servus,

Nils
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 24. November 2016, 13:28

ulf hat geschrieben:MS-Sprühbehandlung ..., die ich idR bis Anfang Dezember durchführe (danach haben die Bienen Ruhe bis Frühjahr), 1...
danach machst Du dann Ende Dez. keine OS-Behandlung mehr? Es sei denn, es gibt doch noch zuviel Milden. Dann 1x Träufeln.

Was heißt hier "Ruhe bis Frühjahr"? Ruhe bis nach dem großen Klau im Juli (+/- 1 Mon.). Vorher werden sie ja nicht mehr behandelt.
Bei den Milbenzahlen im Augenblick schwant mir da böses - wobei die Milben ja "nur" jetzt ihren Peak haben.
april

@propolis
> Bei mir hat zweimalige MS-Behandlung gut gewirkt, um den Befall beim "Problemvolk" auf unter 1 Milbe zu drücken.
aus wieviel Tagen gemessen? Ich habe die Erfahrung oben gemacht, dass der MFall schwanken kann.
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Simon » 24. November 2016, 18:39

Nils hat geschrieben:Würdest du sagen, Osinal-Tücher, Dauerbedampfung, Thymol - alle haben ähnlich ausdünnende Wirkung?
Alle diese Verfahren sind ausdünnend mit schlecht kalkulierbarer Wirkung in brütenden Völkern im Sommer/Spätsommer. Thymol scheint mir bei guten Anwendungsbedingungen die beste Wirkung zu haben. Bei den OS-Methoden kommt es auf den Befallsdruck an, ob die Ausdünnung gegen die Vermehrung ankommt, erst mit sinkendem Brutumfang Richtung Herbst und feuchteren/kühleren Witterungsbedingungen verbessert sich die Wirkung.

Nils hat geschrieben:Ich weiß um die langwierige Behandlung bei "nur-Bedampfung", beobachte hierbei jedoch auch die beste Bienenverträglichkeit.
Ohne Zweifel, es gibt keinen sichtbaren negativen Einfluss auf die Bienen oder Brut, allerdings gehen bei starkem Befall ganze Bienengeneration früher ab da die Wirkung nur schleichend ausdünnend ist. Was hilft eine sanfte Behandlung wenn sich dennoch der varroabedingte Totenfall anhäuft? Die Anwendung von Ameisensäure ist weniger brutfreundlich aber gut bienenverträglich, dafür senkt eine gezielte wirkungsvolle Anwendung den Befall nachhaltig. Die schonendste Behandlung ohne Ameisensäure sehe ich in der Bildung von Teilvölkern (TuB).

Nils hat geschrieben:Daher meine Hoffnung: statt 10 Bedampfungen 2mal deine Tücher auflegen -- und dann weiter bedampfen.

Da muss ich ganz klar die Hoffnung einbremsen, als alleinige Entmilbung im Sommer taugen die Tücher nicht, möglicherweise ist das Verdampfen besser, aber auch da sehe ich weitgehend wirkungslose Behandlungen. Die bisherigen Daten zeigen eine ausreichende bis gute Wirkung ab Oktober, sobald die Völker annähernd brutfrei werden, kommt die Wirkung an das Level einer Bedampfung/Träufelung, genaueres gibt es noch dazu. Aber auch im Herbst haben stark befallene Völker, die meist stärker und länger brüten, sichtbare Grenzen bei der Ausdünnung.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon propolis » 25. November 2016, 08:40

@april: über drei Tage die Windel belassen und dann gezählt, wie immer. Hätte drei Mal Sprühen sein sollen, ich hab das dritte Mal aber verpasst und deswegen erstmal die Windel untergeschoben.

Bei meinem letzten Aumeier-Seminar wurde dargestellt, dass sich kleine Brutflächen im Winter nicht auf die Effektivität der Winterbehandlung auswirken, da sich die Milben dann nicht bevorzugt in der Brut befinden, belegt mit einem dementsprechenden Versuch. Deswegen ist laut Aumeier das Entfernen von Brut erforderlich.
LG, propolis
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon FranzBurnens » 25. November 2016, 08:50

propolis hat geschrieben: Deswegen ist laut Aumeier das Entfernen von Brut ...

nicht erforderlich.
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Karlheinz » 25. November 2016, 10:16

FranzBurnens hat geschrieben:
propolis hat geschrieben: Deswegen ist laut Aumeier das Entfernen von Brut ...

nicht erforderlich.

genau, so macht es Sinn...
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon waldimker » 25. November 2016, 10:27

@April: es ist völlig wurschd, wie lang die Windel drin ist. Lang genug dass das Ergebnis sinnvoll ist und kurz genug dass man die Milben noch zählen kann. Und dann die Gesamtzahl der Milben durch die Anzahl Tage teilen. Fertig ist der "natürliche Milbenfall pro Tag". Alle anderen Angaben sind verwirrend.
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Karlheinz » 26. November 2016, 13:00

Ich habe meine Völker vom 20. Oktober bis 3.Nov. 4 mal mit Milchsäure besprüht.
Dabei sind insgesamt 2332 Milben gefallen.
Am 15.11. habe ich bei ca. 0 Grad die OS Träufelung gemacht.
Danach sind in den letzten 10 Tagen nochmal 2041 Milben gefallen.
Der Vergleich der Wirkung MS vs. OS ist hier etwas problematisch, da die Völker ja vorher mit MS behandelt und die Milbenzahl schon ausgedünnt wurde. Aber insgesamt vermute ich, dass 1x OS träufeln besser wirkt als 4x MS sprühen. In meinem speziellen Fall war die Kombination 4x MS + 1x OS notwendig.
Die Abfallmengen über einen Zeitrahmen waren für mich auch interessant:
Bei der MS sind nach 24 Std. die meisten Milben gefallen, nach 48 Std. waren es nur noch 50% vom Maximum und am dritten Tag nur noch ein geringer Teil über dem nat. Fall.
Bei der OS sind nach den ersten 24 Std. nur unwesentlich mehr Milben als natürlich gefallen. Das Maximum lag am 3. und 4. Tag und nimmt seither langsam weiter ab.
Bei 5 Völkern habe ich eigenartigerweise am 6. oder 7. Tag nach OS einen erheblichen Abfall-Peak nach oben zu verzeichnen. (30-100% plus ggü. Vortag) Zumindest eines dieser Völker hat bei tagelang gutem Flugwetter an Bienenmasse auffällig zugenommen :evil:
Meine Fehler in diesem Jahr:
Ich habe mich von "sehr erfahrenen Imkern" beschwatzen lassen, meine genetisch guten Drohnen nicht zu schneiden.
Ich habe mit der ersten AS Behandlung bis 20. August gewartet.
2 Fehler, die sich jetzt rächen.
Gruß
Karlheinz
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon propolis » 28. November 2016, 09:43

Hallo,

sorry, ich bin so busy im Moment, ich hab den Fehler erst jetzt gesehen - es soll natürlich NICHT behandeln heißen.

Ich hab jetzt bei etwa 0 Grad behandelt. Frei nach Murphys Gesetz ist mir eine Zarge beim Anheben weggerutscht, ich hoffe, die Königin hat's überlebt oder saß in der unteren. Bislang sind alle in ausreichender Volksstärke da, ich hoffe, das bleibt so.
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