OS verdampfen statt beträufeln

Rückstandsfreies Imkern mit organischen Säuren
Forumsregeln
Jeder Imker beachtet die gültigen Bestimmungen zur Varroabekämpfung und wendet die in seinem Land zugelassenen Behandlungsmittel an.

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon waldimker » 23. Dezember 2016, 12:37

und: wie applizierst Du die Bedampfung?
Dieses Forum wird bald abgeschaltet. Wir starten ein neues, wo wir User uns neu sammeln können. URL: http://dreilichs.de/if/
waldimker
 
Beiträge: 2512
Bilder: 55
Registriert: 3. Juni 2014, 20:46
Wohnort: mitten im Schwarzwald / Kraichgau (beides Ba-Wü)

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon 14301 » 23. Dezember 2016, 13:14

waldimker hat geschrieben:und: wie applizierst Du die Bedampfung?


ich gehe davon aus, dass die Sache hier diskutiert wurde

https://www.imkerforum.de/showthread.php?t=52491
Viele Grüße, 14301
www.hommel-blechtechnik.de
14301
 
Beiträge: 33
Registriert: 12. April 2016, 15:11
Wohnort: Württemberg

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Imka » 23. Dezember 2016, 14:33

Markus75 hat geschrieben:
FranzBurnens hat geschrieben:
Markus75 hat geschrieben: frisch geschlüpfte Milben benötigen erstmal ein paar Tage um sich auf einer Biene voll zu saugen = Reifefraß.

Varroa entwickelt sich in der verdeckelten Bienenbrut-Zelle zum geschlechtsreifen Wesen. Dort spielt sich auch ihr munteres "Treiben" ab. D.h. sie sind bereits erwachsen und befruchtet, wenn die schlüpfende Biene den Deckel aufbricht.
Ein "Reifefraß" auf ausgewachsenen Bienen ist gar nicht erforderlich. Die können sich gleich zur nächsten Stelle transportieren lassen, wo verdeckelungsbereite Zellen vorhanden sind.
Wenn die Milben alle erstmal tagelang außerhalb der Zellen herum kaspern müssten, würde man die Parasiten ja viel häufiger auf Bienen beobachten können. Sieht man viele Bienen mit Huckepack-Varroen, ist das Volk aber i.d.R. schon recht stark befallen.

Ich erklär es mal einfach so wie ich es verstehe und beobachtet habe, die Muttermilbe verschwindet normal direkt nach dem Schlupf der befallenen Jungbiene in die nächste vor der Verdeckelung stehende Zelle. Würden nun die Tochtermilben das selbe tun, wäre die Varroa ja potentiell gefährdet und könnte bei einem Unglück oder Abschwärmen verloren sein. Also Mutter und Folgegeneration wären zeitgleich in der Zelle festgesetzt und es käme zu keinem Fortbestehen dieser "Linie". Zudem wäre eine Mehrfachparasitierung und Überparasitierung von zuvielen Larven möglich und würde auch zu einer Gefahr führen -entweder keine Vermehrung in der Zelle bzw. Überbelegung oder Zusammenbruch des Volkes.
Nach meinen Beobachtungen hat es eher was mit der Brut/Brutnestgröße, zu/abnehmender Brutmenge etc. zu tun. Dadurch erfolgt bei der Varroa eine "Steuerung" die sie dazu veranlasst, kürzer oder länger auf den Bienen zu verbleiben bevor sie wieder in eine Zelle verschwindet.


Die Erklärungsversuche in allen Ehren, doch diesbezüglich gibt es hinreichende wissenschaftliche Untersuchungen, die als Grundlage dienen sollten. Persönliche Interpretationen verunsichern nur.
Man muss klar zwischen reproduktiver und phoretischer Phase unterscheiden. Die Dauer der phoretischen Phase -auch Fressphase genannt- kann unterschiedlich lang sein. In der Regel liegt sie aber bei 5 - 7 Tage. In dieser Zeit befinden sich die Alt- und Jungmilben, vorwiegend auf der Unterseite der Bienen und saugen Hämolymphe.
Sie fallen deshalb dem Imker kaum auf.
Dieser "Fressvorgang" dient nicht nur der momentanen Ernährung, sondern vielmehr der Energieaufnahme für die anstehende Eiablage. Hierbei ist die Eireife jedoch arretiert. Erst nach dem Eindringen in eine Zelle wird diese durch den Larvengeruch aktiviert und nach 60 Stunden erfolgt die Ablage des ersten Ei. Die Legetätigkeit der Altmilben bedingt einen höheren Energieaufwand und deshalb muss diese Altmilbe, nach dem Verlassen der Zelle, sich durch Energieaufnahme, mittels Anstechen adulter Bienen, für den nächsten Legevorgang stärken. Sie geht nicht sofort in die nächste günstige Zelle. Wäre dies der Fall, wäre die Vermehrungsrate noch deutlich höher.
Genau so trifft dies auf die adulten Jungmilben zu. Mit Geschlechtsreife hat dies nichts zu tun, denn Geschlechtsreife alleine bedeutet nicht, dass die Legefähigkeit vorhanden ist. Letztlicht geht es um Energieaufnahme für den bevorstehenden Energieaufwand, infolge Eiablage.
Der Vermehrungsfaktor ist auch nicht immer gleich hoch. Die verschiedensten Umstände, aber insbesondere der Brutumfang, beeinflussen die Vermehrungsrate.

LG
Imka
Imka
 
Beiträge: 71
Registriert: 23. April 2016, 14:58
Wohnort: Bamberg, 250m NN

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon 14301 » 23. Dezember 2016, 15:05

Imka hat geschrieben:Man muss klar zwischen reproduktiver und phoretischer Phase unterscheiden. Die Dauer der phoretischen Phase -auch Fressphase genannt- kann unterschiedlich lang sein. In der Regel liegt sie aber bei 5 - 7 Tage. In dieser Zeit befinden sich die Alt- und Jungmilben, vorwiegend auf der Unterseite der Bienen und saugen Hämolymphe.
Sie fallen deshalb dem Imker kaum auf.
Dieser "Fressvorgang" dient nicht nur der momentanen Ernährung, sondern vielmehr der Energieaufnahme für die anstehende Eiablage. Hierbei ist die Eireife jedoch arretiert. Erst nach dem Eindringen in eine Zelle wird diese durch den Larvengeruch aktiviert und nach 60 Stunden erfolgt die Ablage des ersten Ei. Die Legetätigkeit der Altmilben bedingt einen höheren Energieaufwand und deshalb muss diese Altmilbe, nach dem Verlassen der Zelle, sich durch Energieaufnahme, mittels Anstechen adulter Bienen, für den nächsten Legevorgang stärken. Sie geht nicht sofort in die nächste günstige Zelle. Wäre dies der Fall, wäre die Vermehrungsrate noch deutlich höher.
Genau so trifft dies auf die adulten Jungmilben zu. Mit Geschlechtsreife hat dies nichts zu tun, denn Geschlechtsreife alleine bedeutet nicht, dass die Legefähigkeit vorhanden ist. Letztlicht geht es um Energieaufnahme für den bevorstehenden Energieaufwand, infolge Eiablage.
Der Vermehrungsfaktor ist auch nicht immer gleich hoch. Die verschiedensten Umstände, aber insbesondere der Brutumfang, beeinflussen die Vermehrungsrate.


Die Frage war ursprünglich, mit wieviel Bedampfungen und mit welchen Abständen kann erwartet werden, dass eine Blockbedampfung (ohne Alkohol, nur Oxalsäuredihydrat) als Restentmilbung erfolgreich ist.

Wie würdest Du diese Frage unter Berücksichtigung Deiner oben zitierten Aussage beantworten.

Besten Dank im Voraus!

14301
Viele Grüße, 14301
www.hommel-blechtechnik.de
14301
 
Beiträge: 33
Registriert: 12. April 2016, 15:11
Wohnort: Württemberg

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon andreasE » 23. Dezember 2016, 16:05

FranzBurnens hat geschrieben:(Letzteres: kleiner Scherz meinerseits - um einen geschätzten User dieses Forums nachzuäffen.)

Aber Franz, Du bist hier immer noch die Referenz in Sachen Souveränität... und dann sowas... OO;

Und wie Du liest, zeitigt Deine Aussage auch schon Wirkung, weil nicht nur bei den Imkern über Dinge gesprochen wird, welche nicht beweisbar oder beobachtbar sind. Und wenn man ein ganz Schlauer sein will, beruft man sich noch auf die Wissenschaft, um seine eigenen Phantastereien zu untermauern...

Gruß
Andreas
andreasE
 
Beiträge: 607
Bilder: 7
Registriert: 30. September 2014, 17:01

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Imka » 23. Dezember 2016, 17:41


Die Frage war ursprünglich, mit wieviel Bedampfungen und mit welchen Abständen kann erwartet werden, dass eine Blockbedampfung (ohne Alkohol, nur Oxalsäuredihydrat) als Restentmilbung erfolgreich ist.

Wie würdest Du diese Frage unter Berücksichtigung Deiner oben zitierten Aussage beantworten.

Besten Dank im Voraus!

14301


Bei Blockbehandlungen wird die Dauer der reproduktiven Phase zugrunde gelegt.
Die reproduktive Phase dauert zwischen 12 und 14 Tagen. Darauf folgt eine phoretische Phase von circa 7 Tagen. Einen kompletten Zyklus aus phoretischer und reproduktiver Phase kann man auf 3 Wochen schätzen. Möglicherweise ist der Reproduktionserfolg in der zweiten und dritten reproduktiven Phase höher und die phoretische Phase kürzer, da die Eireifung bereits in der ersten Phase initiiert wurde.

Bedeutsam ist aber auch der Brutumfang, ob noch Drohnenbrut vorhanden ist und die Gesamtbelastung durch Milben.
Bei Behandlungen ab Okt. kann man davon ausgehen, dass keine Drohnenbrut mehr vorhanden ist. Somit reduziert sich die Phase auf 12 Tage. Theoretisch kann man deshalb davon ausgehen, dass bei dreimaliger Behandlung in Abständen von 6 Tagen, die auf den Bienen befindlichen Milben erreicht werden können. Sicherlich könnte man mit einer viermaligen Behandlung alle 4 Tage eine höhere Wirksamkeit erreichen, doch jede Behandlung belastet auch die Bienen. Bei Blockbehandlungen muss man aber auch bedenken, dass nicht alle auf den Bienen befindlichen Milben eliminiert werden. Je nach Wirkungsgrad, gehen die Überlebenden wieder in die Zellen und die reproduzieren sich.
Theoretisch sieht aber vieles günstiger und erfolgversprechender aus, als es tatsächlich in der Praxis ist. Deshalb wäre es angebracht, wenn sich Imker zu Wort melden würden, die entsprechende Erfahrung gesammelt haben.

Ich persönlich wende keine Blockbehandlungen an und behandle auch nicht mehr, solange Brut vorhanden ist. Die Winterbehandlung erfolgt bei Brutfreiheit im Träufelverfahren und nach dem Abschleudern behandle ich nach totaler Brutentnahme, die nackten Völker, im Sprühverfahren. Die nach dem Auslaufen der Brut ebenfalls im Sprühverfahren behandelten Bienen verwende ich für Kunstschwärme. Mittels Brutwaben mache ich keine Ableger. Somit erübrigt sich die Behandlung der Völker im August - November. Eine Schädigung der entstehenden Winterbienen ist somit ausgeschlossen, weder durch Säuren, noch durch hohen Milbenbefall. Voraussetzung für die drastische Milbenreduktion ist der Einsatz eines sprühfähigen, effektiven Mittels. Mit MS kann dies nach meiner Erfahrung nicht erreicht werden. OS betrachte ich als geeignet und das hier vorgestellte OS-Tuch-Verfahren, sehe ich als sinnvolle Ergänzung an.

LG
Imka
Imka
 
Beiträge: 71
Registriert: 23. April 2016, 14:58
Wohnort: Bamberg, 250m NN

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon waldimker » 23. Dezember 2016, 18:13

Imka, Dein Konzept - es gefällt mir. Leider: Wir haben hier Spättrachten und Waldtrachten. Die Völker gebens nicht immer her, dass man die Brut entnimmt aufgrund der Stärke, zudem wirds meist zu spät.
Hast Du da ne Idee, wie man die AS vermeiden könnte? Ich würds nämlich auch wirklich gerne tun. Mir behagt das Zeug auch nicht.
Dieses Forum wird bald abgeschaltet. Wir starten ein neues, wo wir User uns neu sammeln können. URL: http://dreilichs.de/if/
waldimker
 
Beiträge: 2512
Bilder: 55
Registriert: 3. Juni 2014, 20:46
Wohnort: mitten im Schwarzwald / Kraichgau (beides Ba-Wü)

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Nils » 24. Dezember 2016, 11:41

Grau ist alle Theorie...
Wer seine Bienen nur bedampfen will darf das von Anfang August bis Ende November machen. Ca 20 Mal also.
Dann sind kaum noch Milben drin. Doch den Bienen gehts gut.

Blockbehandlungen nur über 3 Wochen oder 12 Tage sind nicht ausreichend.

Meine Hoffnung wäre, mit den Osinaltüchern im August Bedampfungen einsparen zu können.

Nils
Benutzeravatar
Nils
 
Beiträge: 416
Registriert: 3. Juli 2012, 11:18
Wohnort: Bayern

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Simon » 24. Dezember 2016, 13:19

Nils hat geschrieben:Blockbehandlungen nur über 3 Wochen oder 12 Tage sind nicht ausreichend.

https://www.imkerforum.de/showthread.ph ... post527981
Ich sehs, Berufsimker mit tausendfacher Erfahrung bedampfen tagelang?
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Imka » 24. Dezember 2016, 16:31

waldimker hat geschrieben:Imka, Dein Konzept - es gefällt mir. Leider: Wir haben hier Spättrachten und Waldtrachten. Die Völker gebens nicht immer her, dass man die Brut entnimmt aufgrund der Stärke, zudem wirds meist zu spät.
Hast Du da ne Idee, wie man die AS vermeiden könnte? Ich würds nämlich auch wirklich gerne tun. Mir behagt das Zeug auch nicht.


Hallo Waldimker,
die Heideimker haben durch die späte Tracht prinzipiell das gleiche Problem.
Viele lösen nach der Tracht die Wirtschaftsvölker total auf, behandeln mit einem entsprechend wirksamen Mittel und schaffen Kunstschwärme, denen sie junge, begattete Königinnen zusetzen. Die Bienen von der ausgelaufenen Brutwaben verwenden sie nach der Behandlung zum Verstärken. Die "Bruttürme" kann man wöchentlich schröpfen, diese Jungbienen besprühen, verwerten und die leeren Waben entfernen.

LG
Imka

Näheres hierzu:

https://www.landlive.de/blogs/entries/7982/

https://www.landlive.de/collections/12533/
Imka
 
Beiträge: 71
Registriert: 23. April 2016, 14:58
Wohnort: Bamberg, 250m NN

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon andreasE » 24. Dezember 2016, 16:52

Simon hat geschrieben:Ich sehs, Berufsimker mit tausendfacher Erfahrung bedampfen tagelang?

Dieser Berufsimker, mit tausendfacher Erfahrung, suchte zu Beginn des Jahres 200 Bienenvölker... er hoffte sie bei mir kaufen zu können.

Gruß
Andreas
andreasE
 
Beiträge: 607
Bilder: 7
Registriert: 30. September 2014, 17:01

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Simon » 24. Dezember 2016, 17:01

Ja aber nur weil er von Warrékistchen mit Rähmchen in voller Entflammung auf Dadant schlagartig erweiterte?
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Nils » 25. Dezember 2016, 16:51

Simon hat geschrieben:
Nils hat geschrieben:Blockbehandlungen nur über 3 Wochen oder 12 Tage sind nicht ausreichend.

https://www.imkerforum.de/showthread.ph ... post527981
Ich sehs, Berufsimker mit tausendfacher Erfahrung bedampfen tagelang?


Danke Simon, ein interessanter Link!
Abgesehen von der Bedampfungspause die er einlegt kann ich seine Erfahrungen bestätigen :)
Und 1.000 fach bedampft - habe ich auch schon. Bin aber kein Berufsimker ;)

Ich wußte gar nicht daß der Heuvel Berufsimker ist? War er das vor 3 Jahren auch schon? So lange ist es her daß ich nicht mehr im o.g. Forum war....

Trotzdem: welchen Sinn hat es eine Bedampfungspause ein zu legen?

Grüße,

Nils
Benutzeravatar
Nils
 
Beiträge: 416
Registriert: 3. Juli 2012, 11:18
Wohnort: Bayern

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon andreasE » 26. Dezember 2016, 21:46

Hallo Waldimker,

Imka hat geschrieben: ...die Heideimker haben durch die späte Tracht prinzipiell das gleiche Problem.

Das würde ich nun so nicht unterschreiben wollen. Denn:

Imka hat geschrieben:Theoretisch sieht aber vieles günstiger und erfolgversprechender aus, als es tatsächlich in der Praxis ist.

Ein Vergleich hinkt, weil grundlegende Ansprüche von Populationen hier unberücksichtigt bleiben.
Populationen, in unserem Fall die Bienen, besiedeln sogenannte Areale, in dessen Kerngebiete die jeweilige Populationen die für sie günstigsten Lebensbedingungen, und somit Reproduktionsbedingungen, vorfinden. In den Randbereichen dieser von der Biologie genannten Areale nehmen die Reproduktionsleistungen ab, bis zum völligen erliegen jenseits dieser Randbereiche, weil die Lebensbedingungen hier nicht mehr der jeweiligen Art entsprechen.
Wenn nun die Bienen beim Waldimker oder beim beeo oder bei sonst wem keinen Schwarmtrieb zeigen, ist das kein Ergebnis besonders gelungener Zucht wie viele, vor allem Buckfastimker, meinen, sondern ein deutliches Indiz für ein Areal an dem die Bienen natürlicherweise nicht vorkommen würden. Die Biene hat einfach kein "Interesse" sich an diese Orten zu reproduzieren. Das zeigt sich dann nicht nur in mangelndem Schwarmtrieb, nein, es zeigt sich auch in mangelndem Bautrieb, in der schlechten Annahme von Larven in Pflegevölkern und vor allem auch in katastrophalen Ergebnissen bei einer totalen Brutentnahme.
Wir kommen einfach nicht weiter, wenn wir die Dinge nur zeitlich und nicht auch räumlich anschauen können. Was bei den Heideimkern funktioniert, geht bei den Waldimkern schief. Indirekt sieht man es an dem Umstand, daß nackte Heidevölker früher, nach der Tracht, zu tausenden zu den Waldimkern geschickt wurden, nicht weil die Waldimker doof waren, sondern weil deren Areale keine überwinterungsfähigen Völker nach einer Spätracht mehr zuließen.

Gruß
Andreas
andreasE
 
Beiträge: 607
Bilder: 7
Registriert: 30. September 2014, 17:01

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Nils » 26. Dezember 2016, 21:49

Das mit dem Schwarmtrieb ist ein sehr interessanter Gedanke!!
Benutzeravatar
Nils
 
Beiträge: 416
Registriert: 3. Juli 2012, 11:18
Wohnort: Bayern

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon andreasE » 26. Dezember 2016, 22:00

Simon hat geschrieben:Ja aber nur weil er von Warrékistchen mit Rähmchen in voller Entflammung auf Dadant schlagartig erweiterte?

War das jetzt wirklich eine Frage?
andreasE
 
Beiträge: 607
Bilder: 7
Registriert: 30. September 2014, 17:01

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Imka » 26. Dezember 2016, 22:20

andreasE hat geschrieben:Hallo Waldimker,

Imka hat geschrieben: ...die Heideimker haben durch die späte Tracht prinzipiell das gleiche Problem.

Das würde ich nun so nicht unterschreiben wollen. Denn:

Imka hat geschrieben:Theoretisch sieht aber vieles günstiger und erfolgversprechender aus, als es tatsächlich in der Praxis ist.

Ein Vergleich hinkt, weil grundlegende Ansprüche von Populationen hier unberücksichtigt bleiben.
Populationen, in unserem Fall die Bienen, besiedeln sogenannte Areale, in dessen Kerngebiete die jeweilige Populationen die für sie günstigsten Lebensbedingungen, und somit Reproduktionsbedingungen, vorfinden. In den Randbereichen dieser von der Biologie genannten Areale nehmen die Reproduktionsleistungen ab, bis zum völligen erliegen jenseits dieser Randbereiche, weil die Lebensbedingungen hier nicht mehr der jeweiligen Art entsprechen.
Wenn nun die Bienen beim Waldimker oder beim beeo oder bei sonst wem keinen Schwarmtrieb zeigen, ist das kein Ergebnis besonders gelungener Zucht wie viele, vor allem Buckfastimker, meinen, sondern ein deutliches Indiz für ein Areal an dem die Bienen natürlicherweise nicht vorkommen würden. Die Biene hat einfach kein "Interesse" sich an diese Orten zu reproduzieren. Das zeigt sich dann nicht nur in mangelndem Schwarmtrieb, nein, es zeigt sich auch in mangelndem Bautrieb, in der schlechten Annahme von Larven in Pflegevölkern und vor allem auch in katastrophalen Ergebnissen bei einer totalen Brutentnahme.
Wir kommen einfach nicht weiter, wenn wir die Dinge nur zeitlich und nicht auch räumlich anschauen können. Was bei den Heideimkern funktioniert, geht bei den Waldimkern schief. Indirekt sieht man es an dem Umstand, daß nackte Heidevölker früher, nach der Tracht, zu tausenden zu den Waldimkern geschickt wurden, nicht weil die Waldimker doof waren, sondern weil deren Areale keine überwinterungsfähigen Völker nach einer Spätracht mehr zuließen.

Gruß
Andreas


Sorry, diese Weisheiten kann und will ich nicht übernehmen. Ich habe einen anderen Erfahrungsschatz und den lege ich in der Praxis zugrunde. Damit will ich aber Deine Betrachtungsweise nicht kritisieren. Jeder hat das Recht auf seine eigene Sichtweise!
LG
Imka
Imka
 
Beiträge: 71
Registriert: 23. April 2016, 14:58
Wohnort: Bamberg, 250m NN

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon andreasE » 26. Dezember 2016, 23:53

Imka , Du musst Dich doch nicht entschuldigen. Selbstverständlich kannst Du meine Weisheiten nicht übernehmen, aber Du warst ja auch gar nicht angesprochen, sondern der Waldimker... sorry.
Auch glaube ich Dir gerne,dass Du eine andere Praxis hast, welche Du Deiner Praxis zu Grunde legst.... was auch immer das bedeuten mag?!

Gruß
Andreas
andreasE
 
Beiträge: 607
Bilder: 7
Registriert: 30. September 2014, 17:01

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon waldimker » 27. Dezember 2016, 10:13

Da fällt mir wieder ein - Danke, Andreas - wie ich im Juli etwa die mickrigen Brutnester meiner Völker in der Waldtracht (und kalt wars! das kommt dazu) bestaunte, dann den folgenden Bienenrückgang und eben auch einen recht gehemmter Bautrieb.
Bin dann zu den zwei drei Bienenvölkern, die ich zu Versuchszwecken im Weinbaugebiet gelassen hatte, gefahren. Es waren mit die Schwächsten gewesen, alldieweil ich keine Schwärmerei wollte und nicht danach gucken wollte. Zudem wäre ein Wandern mit diesen zwecklos gewesen.
Und siehe da... abrakadra - Brutnester über doppelt so groß, Bienenpopulation zumindest ähnlich (wie gesagt, die kamen schwächer aus dem Frühjahr). Problemlos geteilt irgendwie Mitte Juli, was im Wald nicht möglich gewesen war.
Die Waldvölker haben sich dann zum Glück in der neuerdings möglichen Balsaminentracht bei heißem Sommerwetter wieder erholt.

Hier ist meiner bescheidenen Meinung nach noch nicht mal ein menschengemäßer Wohnplatz.... L)

Übrigens - so schwierig die Heidetracht mit Varroa nun auch sein mag - es IST eine Blütentracht. Das macht m.E. einen gewaltigen Unterschied. Schon Goethe meinte: "die müssen wohl füreinander gemacht sein" - die Biene und die Blüte.

vlg
vom waldimker

PS: Es gibt auch Jahre, da bleiben die Völker stark auch bis in den August rein. Aber ich mein aus meiner bescheidenen Erfahrung, das ist eher selten. Dass hierzuland ein Ableger nochmal "richtig Gas gibt" wie vielerorten (erhofft), hat sich mir noch nie gezeigt. Der August gehört hier - wenns nicht grad unmöglich heiß ist - zum Frühherbst mit seinem Gebaren.
Dieses Forum wird bald abgeschaltet. Wir starten ein neues, wo wir User uns neu sammeln können. URL: http://dreilichs.de/if/
waldimker
 
Beiträge: 2512
Bilder: 55
Registriert: 3. Juni 2014, 20:46
Wohnort: mitten im Schwarzwald / Kraichgau (beides Ba-Wü)

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Markus75 » 27. Dezember 2016, 10:41

Imka hat geschrieben:Die Erklärungsversuche in allen Ehren, doch diesbezüglich gibt es hinreichende wissenschaftliche Untersuchungen, die als Grundlage dienen sollten. Persönliche Interpretationen verunsichern nur.


Was hab ich denn nun bitte anders geschrieben, als was man mittels eigener Beobachtung feststellen kann und noch dazu durch die Wissenschaft in zahlreichen Arbeiten belegt wurde?
Un wir könen uns gerne ausgiebig austauschen ob eine "Varroenmutter" einen erneuten "Reifefraß" benötigt oder nicht und was "junge" Varroamuttis machen wenn Ihnen Oxalsäuredämpfe um die Füßchen wehen. Die Wissenschaft hat sicher schon viel erforscht, aber beim Thema Varroa gibt es noch viele offene Punkte die es zu verstehen gilt und auch die Wissenschaft vor Rätsel stellt. Beispiel "Wirkweise der AS auf die Varroa" usw.
Ich will nicht verunsichern sondern in einfachen Worten erklären, was sich viele nicht anlesen bzw. verstehen. Hier ist ja nicht das Wissenschaftsforum, sonst würden wir sicherlich mit einer dafür adequateren Wortwahl kommunizieren ;)

Imka hat geschrieben:

Die Frage war ursprünglich, mit wieviel Bedampfungen und mit welchen Abständen kann erwartet werden, dass eine Blockbedampfung (ohne Alkohol, nur Oxalsäuredihydrat) als Restentmilbung erfolgreich ist.

Wie würdest Du diese Frage unter Berücksichtigung Deiner oben zitierten Aussage beantworten.

Besten Dank im Voraus!

14301


Bei Blockbehandlungen wird die Dauer der reproduktiven Phase zugrunde gelegt.
Die reproduktive Phase dauert zwischen 12 und 14 Tagen. Darauf folgt eine phoretische Phase von circa 7 Tagen. Einen kompletten Zyklus aus phoretischer und reproduktiver Phase kann man auf 3 Wochen schätzen. Möglicherweise ist der Reproduktionserfolg in der zweiten und dritten reproduktiven Phase höher und die phoretische Phase kürzer, da die Eireifung bereits in der ersten Phase initiiert wurde.

Bedeutsam ist aber auch der Brutumfang, ob noch Drohnenbrut vorhanden ist und die Gesamtbelastung durch Milben.
Bei Behandlungen ab Okt. kann man davon ausgehen, dass keine Drohnenbrut mehr vorhanden ist. Somit reduziert sich die Phase auf 12 Tage. Theoretisch kann man deshalb davon ausgehen, dass bei dreimaliger Behandlung in Abständen von 6 Tagen, die auf den Bienen befindlichen Milben erreicht werden können. Sicherlich könnte man mit einer viermaligen Behandlung alle 4 Tage eine höhere Wirksamkeit erreichen, doch jede Behandlung belastet auch die Bienen.
LG
Imka


Hierzu bekenne ich mich als Blockbehandler und kann nur sagen, ich konnte noch keine sichtbare Beeinträchtigung der Bienen erkennen -egal in welcher Form.
Die Zeitabstände sind jedoch zu goßzügig gewählt und würden bei einer Anwendung mit Brut keinen wirklichen Erfolg bringen, es käme nur zu einer Ausdünnung und anschliessendem Rückschlag im September/Oktober. Hier hat die Wissenschaft leider versagt und steht mit der Angabe von einer Wirksamkeit von 7 Tagen und mehr, den praktischen Beweisen gegenüber und diese zeigen, nach 1-2 Tagen lässt die Wirksamkeit nach und man muss eine Blockbehandlung im 2-3 Tagesabstand durchführen.
Die Häufigkeit/Dauer richtet sich wie du geschrieben hast nach der Brut. Bedampft wird zu einer Jahreszeit, bei der man normal keine Drohnenbrut mehr in den Völkern hat, falls doch, ist dort erstmal zu schauen was die Ursache hierfür ist. Die Varroa dringt am 7./8. Tag in die Zelle ein und taucht unter = der Dampf kann hier nichts mehr ausrichten. bleiben 1-2 Tage bis zur Verdeckelung und weitere +-12 verdeckelte Brutzelle. Da man ja auch die Varroen noch erwischen möchte, die kurz vorher abgetaucht oder noch während der 1. Bedampfung das Weite suchen, muss man die Behandlung auf mind. 14/15 Tage ausdehnen. Ideal wären 8 Bedampfungen alle 2 Tage -aber natürlich wieder nur nach meinem eigenen ermessen aufgrund eigener Beobachtungen. Wissenschaftlich kann ich dir dazu leider nichts anbieten.

Imka hat geschrieben:Sorry, diese Weisheiten kann und will ich nicht übernehmen. Ich habe einen anderen Erfahrungsschatz und den lege ich in der Praxis zugrunde. Damit will ich aber Deine Betrachtungsweise nicht kritisieren. Jeder hat das Recht auf seine eigene Sichtweise!
LG
Imka


Dann solltest du dies aber auch bei allen gleich anwenden, mir wolltest du sie so nicht durchgehen lassen L)
Markus75
 
Beiträge: 61
Registriert: 1. Dezember 2014, 15:52
Wohnort: Metzingen

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Simon » 27. Dezember 2016, 11:03

Markus75 hat geschrieben:Die Zeitabstände sind jedoch zu goßzügig gewählt und würden bei einer Anwendung mit Brut keinen wirklichen Erfolg bringen, es käme nur zu einer Ausdünnung und anschliessendem Rückschlag im September/Oktober. Hier hat die Wissenschaft leider versagt und steht mit der Angabe von einer Wirksamkeit von 7 Tagen und mehr, den praktischen Beweisen gegenüber und diese zeigen, nach 1-2 Tagen lässt die Wirksamkeit nach und man muss eine Blockbehandlung im 2-3 Tagesabstand durchführen.
Die Verfügbarkeit der Oxalsäure im Bienenvolk wird sicher nicht mit mehreren Tagen angegeben, es sind mehrere Stunden bei der Träufelung/Bedampfung, der Milbenabfall erfolgt mit Verzögerung und Nachwirkung, die Oxalsäure ist beim Milbenfall längst verschwunden. Oxalsäure in brütenden Völkern anzuwenden ist immer nur ausdünnend wirksam, selbst die Wirkung auf die Bienenmilben ist durch die Brut reduziert. Ich kann den hohen Wirkungsgrad einer Blockbehandlung im Sommer nicht am Bienenvolk nachvollziehen, es bleibt eine theoretische Annahme.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Imka » 27. Dezember 2016, 12:48


Ideal wären 8 Bedampfungen alle 2 Tage -aber natürlich wieder nur nach meinem eigenen ermessen aufgrund eigener Beobachtungen. Wissenschaftlich kann ich dir dazu leider nichts anbieten.



Entschuldige, dass ich nicht auf die Details Deiner Ausführen eingehe, doch dies wäre mir zu mühsam und zudem möchte ich Deine Sichtweise weder bewerten, noch kritisieren. Lassen wir es lieber ungeklärt im Raum stehen, nach dem Motto: "Jeder hat recht, wenn er Erfolg damit hat"

Betreffend der Anzahl der Bedampfungen möchte ich aber zu bedenken geben, dass Behandlungen sicherlich keine Wellnessmaßnahme für die Bienen sind und übermäßige Mengen eines Mittels -egal was es ist- auch Probleme erzeugen können. Man kann den Bienen nicht ohne weiteres ansehen, ob sie durch Behandlungsmaßnahmen geschädigt wurden oder nicht.
Ich persönlich betrachte 8 Behandlungen alle 2 Tage nicht mehr als eine angebrachte Blockbehandlung. Dies ist für mich eine Dauerbehandlung über einen bestimmten Zeitraum. Ich kenne Imker, die bedampfen ihre Bienen bis zu 20 mal im Jahr und bringen damit mehr Zeit auf, als mit echten imkerlichen Tätigkeiten.
Geht hier nicht Sinn und Zweck der Imkerei verloren?
Ich bedampfe überhaupt nicht und bekomme mit einer angepassten Betriebsweise und Behandlungsstrategie das Milbenproblem auch in den Griff. Ich kann nur darauf verweisen, was Simon immer wieder hervorhebt: "Behandlungen bei Brut sind nur Ausdünnungen"!

LG
Imka
Imka
 
Beiträge: 71
Registriert: 23. April 2016, 14:58
Wohnort: Bamberg, 250m NN

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Nils » 27. Dezember 2016, 13:42

Irgendwie sind wir vom Sound aufs Bedampfen gekommen....

Zurück zum Sound!
Angeblich testet nun ein Berufsimker aus Südbayern das Gerät an 25 Völkern. Weiß jemand mehr darüber? So viele Berufsimker wirds ja auch nicht geben....
Der Erfinder testet es gerade aktuell an einem schwachen Volk (nur 3 Gassen!) und berichtet täglich auf Facebook über die Fallzahlen. Zumindest geht man hier offener mit Tests um als die Bienensauna seinerzeit.

Auch "angeblich" haben sich die deutschen Institute geweigert das Gerät zu testen. Nun testet es ein italienisches Institut.
Die Gerüchteküche brodelt ;)

Für mich jedenfalls tönt der Sound interessant :D


Nils
Benutzeravatar
Nils
 
Beiträge: 416
Registriert: 3. Juli 2012, 11:18
Wohnort: Bayern

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Simon » 27. Dezember 2016, 14:01

https://www.youtube.com/watch?v=LGHTzxAi3wk
Täglich fallen 4 Milben, die auf der Windel eingekreist werden. Das übersteigt die Erwartungen um 200%!
Zählen, zählen, zählen. Sind ja nicht so viele. Nachkontrolle nicht vergessen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Markus75 » 27. Dezember 2016, 16:45

Simon hat geschrieben: Die Verfügbarkeit der Oxalsäure im Bienenvolk wird sicher nicht mit mehreren Tagen angegeben, es sind mehrere Stunden bei der Träufelung/Bedampfung, der Milbenabfall erfolgt mit Verzögerung und Nachwirkung, die Oxalsäure ist beim Milbenfall längst verschwunden. Oxalsäure in brütenden Völkern anzuwenden ist immer nur ausdünnend wirksam, selbst die Wirkung auf die Bienenmilben ist durch die Brut reduziert. Ich kann den hohen Wirkungsgrad einer Blockbehandlung im Sommer nicht am Bienenvolk nachvollziehen, es bleibt eine theoretische Annahme.


So dachte ich auch, wenn du bei einem künftigen Test mal noch den Alkohol und Glycerin einbinden könntest, wäre ich gespannt wie dein Ergebnis aussieht und man darüber nicht doch noch ein wenig tiefer diskutieren könnte.

Imka hat geschrieben:

Ideal wären 8 Bedampfungen alle 2 Tage -aber natürlich wieder nur nach meinem eigenen ermessen aufgrund eigener Beobachtungen. Wissenschaftlich kann ich dir dazu leider nichts anbieten.



Entschuldige, dass ich nicht auf die Details Deiner Ausführen eingehe, doch dies wäre mir zu mühsam und zudem möchte ich Deine Sichtweise weder bewerten, noch kritisieren. Lassen wir es lieber ungeklärt im Raum stehen, nach dem Motto: "Jeder hat recht, wenn er Erfolg damit hat"

Betreffend der Anzahl der Bedampfungen möchte ich aber zu bedenken geben, dass Behandlungen sicherlich keine Wellnessmaßnahme für die Bienen sind und übermäßige Mengen eines Mittels -egal was es ist- auch Probleme erzeugen können. Man kann den Bienen nicht ohne weiteres ansehen, ob sie durch Behandlungsmaßnahmen geschädigt wurden oder nicht.
Ich persönlich betrachte 8 Behandlungen alle 2 Tage nicht mehr als eine angebrachte Blockbehandlung. Dies ist für mich eine Dauerbehandlung über einen bestimmten Zeitraum. Ich kenne Imker, die bedampfen ihre Bienen bis zu 20 mal im Jahr und bringen damit mehr Zeit auf, als mit echten imkerlichen Tätigkeiten.
Geht hier nicht Sinn und Zweck der Imkerei verloren?
Ich bedampfe überhaupt nicht und bekomme mit einer angepassten Betriebsweise und Behandlungsstrategie das Milbenproblem auch in den Griff. Ich kann nur darauf verweisen, was Simon immer wieder hervorhebt: "Behandlungen bei Brut sind nur Ausdünnungen"!

LG
Imka


Imka da kann ich dir natürlich nur Recht geben! Daher bin ich ja auch noch auf der Suche nach einer zu mir passenden Behandlungsweise. AS und Co kommen da nicht in Frage. Meine Lösungssuche ist aktuell voll auf OS ausgerichtet. Zudem ist das Ziel eine Behandlung nur noch im brutfreien Zustand durchzuführen, was mit einer Umweislung kombiniert/erreicht werden kann.
Mit dem Bedampfen komme ich zurecht und brauch auch für 50 Völker keine 30 Minuten, eher 15-20. Muss mal die Zeit stoppen, aber zumindest ist der Aufwand kein Problem für mich. Aktuell wird beim Verdampfen noch Alkohol mit eingesetzt und damit kann ich meine Bedampfungen erheblich reduzieren, zumal es die Winterbehandlung gezeigt hat, dass die so bedampften kaum noch Milbenfall hatten, die normal bedampften lagen da höher!
Letztlich wird aber die "Osinal" Sache im nächsten Jahr einen Punkt zur Zwischenbehandlung einnehmen und dann schauen wir mal wie das wird und was die Milbe dazu sagt :P
Markus75
 
Beiträge: 61
Registriert: 1. Dezember 2014, 15:52
Wohnort: Metzingen

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Imka » 27. Dezember 2016, 17:36


Imka da kann ich dir natürlich nur Recht geben! Daher bin ich ja auch noch auf der Suche nach einer zu mir passenden Behandlungsweise. AS und Co kommen da nicht in Frage. Meine Lösungssuche ist aktuell voll auf OS ausgerichtet. Zudem ist das Ziel eine Behandlung nur noch im brutfreien Zustand durchzuführen, was mit einer Umweislung kombiniert/erreicht werden kann.
Mit dem Bedampfen komme ich zurecht und brauch auch für 50 Völker keine 30 Minuten, eher 15-20. Muss mal die Zeit stoppen, aber zumindest ist der Aufwand kein Problem für mich. Aktuell wird beim Verdampfen noch Alkohol mit eingesetzt und damit kann ich meine Bedampfungen erheblich reduzieren, zumal es die Winterbehandlung gezeigt hat, dass die so bedampften kaum noch Milbenfall hatten, die normal bedampften lagen da höher!
Letztlich wird aber die "Osinal" Sache im nächsten Jahr einen Punkt zur Zwischenbehandlung einnehmen und dann schauen wir mal wie das wird und was die Milbe dazu sagt


Hallo Markus75,

da haben wir doch den gleichen Nenner gefunden. Freut mich. Aber letztlich hat jeder das Recht es anders zu sehen.

Seit ich ausschließlich bei Brutfreiheit behandle, mit einem hochwirksamen Mittel, habe ich das Milbenproblem voll im Griff. Durch die Winterbehandlung, bei natürlicher Brutfreiheit, wird der Restmilbenbestand auf nahezu null reduziert. Nach dem Abschleudern, Mitte Juli, wird künstliche Brutfreiheit geschaffen. Die gesamte gedeckelte Brut wird entnommen und in Bruttürme gesammelt. Damit wird der Milbenbefall um ca. 80% reduziert. Die Völker werden sofort nach Brutentnahme besprüht. Die geschlüpften Bienen in den Bruttürmen werden etappenweise entnommen, ebenfalls besprüht und verwertet. Entweder werden daraus Kunstschwärme gemacht oder sie dienen der Verstärkung der Völker. Die Brutentnahme hat zudem den Vorteil, dass Umweiselungen problemlos und verlustfrei möglich sind.
Durch diese drastische Milbenreduktion wird Sekundärerkrankungen vorgebeugt und es entstehen wieder gesunde und vitale "Versorgungsbienen", die wiederum gesunde und langlebige Winterbienen erzeugen können. Man kann keine gesunden und langlebigen Winterbienen erwarten, wenn die Versorgungsbienen, krank, schwach und geschädigt sind.

AS lehne ich auch wegen der damit einhergehenden Schädigungen und sonstigen Nebenwirkungen ab.
Ablegerbildung mittels Brutwaben mache ich nicht. Ich vermehre nur mit nackten, effektiv behandelten Bienen. Alles andere betrachte ich als unnötige Milbenvermehrung. Es reicht völlig aus, wenn ich ab Ende Juli mittels Kunstschwärme neue Jungvölker aufbaue. Sie erreichen problemlos die nötige Überwinterungsstärke, ohne dass ich welche mangels Masse vereinigen muss. Natürlich müssen hierfür auch die entsprechenden Standortbedingungen etc. vorhanden sein. Nach Trachtende gibt es üblicherweise massenhaft Bienenmaterial, welches in langen Bärten nutzlos vorliegt. Durch dieses Verfahren gibt es keine Bärte mehr, denn die Bienen haben Platz und können neues Wabenwerk und eine neues Brutnest aufbauen. Sie brauchen aber kontinuierlich Futtergaben in kleineren Mengen.

Das Imkern ist gar nicht so schwierig wie es oft dargestellt wird. Man darf es nur nicht kompliziert machen. Und, man muss seinen eigenen Weg finden. Viel Schnickschnack ist unnötig, weil die Biene mehr bewältigt, als wir ihr oft zumuten. Wir müssen Gesundheit schaffen, dann haben wir auch Erfolg.

Wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Erfolg in 2017

LG
Imka
Imka
 
Beiträge: 71
Registriert: 23. April 2016, 14:58
Wohnort: Bamberg, 250m NN

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Markus75 » 28. Dezember 2016, 08:08

Imka hat geschrieben:Hallo Markus75,

da haben wir doch den gleichen Nenner gefunden. Freut mich. Aber letztlich hat jeder das Recht es anders zu sehen.

Das Imkern ist gar nicht so schwierig wie es oft dargestellt wird. Man darf es nur nicht kompliziert machen. Und, man muss seinen eigenen Weg finden. Viel Schnickschnack ist unnötig, weil die Biene mehr bewältigt, als wir ihr oft zumuten. Wir müssen Gesundheit schaffen, dann haben wir auch Erfolg.

Wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Erfolg in 2017

LG
Imka


Imka, da arbeiten wir ja bisher noch fast nach dem gleichen System. Der Unterschied ist dabei nur, dass ich Brutwaben im Juli zu Ableger verarbeite, mit legender Königin beweisel und dann im brutfreien Zeitfenster bedampfe.
Markus75
 
Beiträge: 61
Registriert: 1. Dezember 2014, 15:52
Wohnort: Metzingen

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Angie » 28. Dezember 2016, 16:04

O.k, alles sehr schön und interessant.
Das ist doch ein guter Abschluss.

Ich fände es gut nun wieder zum Thema zurückzukommen und die OS Bedampfungsdisskussion beim entsprechendem Thema zu plazieren.
Das interessiert sicher einige, die es aber beim Thema Varroa- Killer- Sound nicht vermuten würden.

Vielleicht kann Simon die Themenabschweifung hier löschen und hier:

viewtopic.php?f=11&t=2122

einfügen?

Nur wenn es nicht zuviel Arbeit macht.
Ansonsten würde ich darum bitten die Diskussion dort weiterzuführen. Danke!
Simon fehlt. RIP
Angie
Benutzeravatar
Angie
 
Beiträge: 369
Bilder: 11
Registriert: 16. September 2013, 21:01
Wohnort: Oberbayern

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon 14301 » 28. Dezember 2016, 17:25

Imka hat geschrieben:

Die Frage war ursprünglich, mit wieviel Bedampfungen und mit welchen Abständen kann erwartet werden, dass eine Blockbedampfung (ohne Alkohol, nur Oxalsäuredihydrat) als Restentmilbung erfolgreich ist.

Wie würdest Du diese Frage unter Berücksichtigung Deiner oben zitierten Aussage beantworten.

Besten Dank im Voraus!

14301


Bei Blockbehandlungen wird die Dauer der reproduktiven Phase zugrunde gelegt.
Die reproduktive Phase dauert zwischen 12 und 14 Tagen. Darauf folgt eine phoretische Phase von circa 7 Tagen. Einen kompletten Zyklus aus phoretischer und reproduktiver Phase kann man auf 3 Wochen schätzen. Möglicherweise ist der Reproduktionserfolg in der zweiten und dritten reproduktiven Phase höher und die phoretische Phase kürzer, da die Eireifung bereits in der ersten Phase initiiert wurde.

Bedeutsam ist aber auch der Brutumfang, ob noch Drohnenbrut vorhanden ist und die Gesamtbelastung durch Milben.
Bei Behandlungen ab Okt. kann man davon ausgehen, dass keine Drohnenbrut mehr vorhanden ist. Somit reduziert sich die Phase auf 12 Tage. Theoretisch kann man deshalb davon ausgehen, dass bei dreimaliger Behandlung in Abständen von 6 Tagen, die auf den Bienen befindlichen Milben erreicht werden können. Sicherlich könnte man mit einer viermaligen Behandlung alle 4 Tage eine höhere Wirksamkeit erreichen, doch jede Behandlung belastet auch die Bienen. Bei Blockbehandlungen muss man aber auch bedenken, dass nicht alle auf den Bienen befindlichen Milben eliminiert werden. Je nach Wirkungsgrad, gehen die Überlebenden wieder in die Zellen und die reproduzieren sich.
Theoretisch sieht aber vieles günstiger und erfolgversprechender aus, als es tatsächlich in der Praxis ist. Deshalb wäre es angebracht, wenn sich Imker zu Wort melden würden, die entsprechende Erfahrung gesammelt haben.

Ich persönlich wende keine Blockbehandlungen an und behandle auch nicht mehr, solange Brut vorhanden ist. Die Winterbehandlung erfolgt bei Brutfreiheit im Träufelverfahren und nach dem Abschleudern behandle ich nach totaler Brutentnahme, die nackten Völker, im Sprühverfahren. Die nach dem Auslaufen der Brut ebenfalls im Sprühverfahren behandelten Bienen verwende ich für Kunstschwärme. Mittels Brutwaben mache ich keine Ableger. Somit erübrigt sich die Behandlung der Völker im August - November. Eine Schädigung der entstehenden Winterbienen ist somit ausgeschlossen, weder durch Säuren, noch durch hohen Milbenbefall. Voraussetzung für die drastische Milbenreduktion ist der Einsatz eines sprühfähigen, effektiven Mittels. Mit MS kann dies nach meiner Erfahrung nicht erreicht werden. OS betrachte ich als geeignet und das hier vorgestellte OS-Tuch-Verfahren, sehe ich als sinnvolle Ergänzung an.

LG
Imka


Hallo Imka, ich danke für die Stellungnahme und entschuldige mich für die späte Reaktion meinerseits. Ich war über die Feiertage durch Besucher abgehalten.

Meine Vorstellungen / Erklärungsversuche einer erfolgreichen Blockbedampfung sind folgende:

Für eine Blockbehandlung brauche ich einen Zeitraum der die reproduktive Phase mit ein wenig Sicherheit abdeckt. Also (ohne Drohnenbrut) 2 Tage vor Verdeckelung + 12 Tage Verdeckelung + 2 Tage nach dem Schlüpfen. Insgesamt 16 + Tage.

Der Abstand der Bedampfungen richtet sich nach der Zeit, die eine geschlüpfte Milbe in der phoretischen Phase zubringt. In diesem Zeitraum muss die Oxalsäure als Sublimat vorliegen und von der Milbe aufgenommen werden.
Nun ist es sehr unsicher einzuschätzen, oder auch nur unterschiedlich, wie lange die phoretische Phase dauert. Laut Literatur zwischen einem und zwanzig Tagen, wenn Brut vorhanden ist. Daraus ist zu schließen, dass während der Zeit der Blockbehandlung eigentlich immer ausreichend viel OS-Sublimat vorliegen muss, um nahezu jede Milbe zu erwischen. Wenn ich nun nach den Erkenntnissen von Herrn Brüning (varroamilbe.ch) gehe, liegt das Sublimat im Wesentlichen vor, bis die "eingestaubte" Biene ausfliegen kann, da sie sich an der Unterseite des Hinterleibes nur im Flug reinigen kann. Wenn ich nun bei Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt mit dem Teelicht bedampfe, lockert sich durch die Wärme des Teelichtes die Bienentraube in einem gewissen Umfang auf. Das Sublimat kann sich auf den Bienen niederschlagen. Durch die niedrige Außentemperatur ist es aber nicht möglich auszufliegen und sich zu putzen. Dadurch bleibt das Sublimat über einen gewissen Zeitraum im Bienenpelz erhalten und kann an den Haftlappen der Milben andocken. Inwieweit sich die Bienen gegenseitig reinigen, ohne ausfliegen zu müssen weiß ich nicht.

Ich habe ca. 10 Völker, dieses Jahr das dritte Jahr, mit 4 Bedampfungen im 4 Tage Abstand im Dezember bedampft und durchgehend ein gutes Ergebnis erzielt. Der natürliche Milbenfall war nach ca. 4 Wochen fast Null. Dieses Jahr dürfte wenig Brut vorliegen. Die letzten zwei Jahre waren aber über die Hälfte der Völker in Brut.

Eventuell erklärt die Aussage von Herrn Brüning bezüglich der "Reinigung nur im Flug" auch, wenigstens zu einem Teil, die schlechte Wirksamkeit der Oxalsäurebedampfung im Sommer, wenn praktisch immer Flugwetter ist.

Viele Grüße und die besten Wünsche zum Neuen Jahr 2017. Wenig Milben und viel Honig!
14301
Zuletzt geändert von 14301 am 29. Dezember 2016, 07:01, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße, 14301
www.hommel-blechtechnik.de
14301
 
Beiträge: 33
Registriert: 12. April 2016, 15:11
Wohnort: Württemberg

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Imka » 28. Dezember 2016, 22:48


Hallo Imka, ich danke für die Stellungnahme und entschuldige mich für die späte Reaktion meinerseits. Ich war über die Feiertage durch Besucher abgehalten.

Meine Vorstellungen / Erklärungsversuche einer erfolgreichen Blockbedampfung sind folgende:

Für eine Blockbehandlung brauche ich einen Zeitraum der die reproduktive Phase mit ein wenig Sicherheit abdeckt. Also (ohne Drohnenbrut) 2 Tage vor Verdeckelung + 12 Tage Verdeckelung + 2 Tage nach dem Schlüpfen. Insgesamt 16 + Tage.

Der Abstand der Bedampfungen richtet sich nach der Zeit, die eine geschlüpfte Milbe in der phoretischen Phase zubringt. In diesem Zeitraum muss die Oxalsäure als Sublimat vorliegen und von der Milbe aufgenommen werden.
Nun ist es sehr unsicher einzuschätzen, oder auch nur unterschiedlich, wie lange die phoretische Phase dauert. Laut Literatur zwischen einem und zwanzig Tagen, wenn Brut vorhanden ist. Daraus ist zu schließen, dass während der Zeit der Blockbehandlung eigentlich immer ausreichend viel OS-Sublimat vorliegen muss, um nahezu jede Milbe zu erwischen. Wenn ich nun nach den Erkenntnissen von Herrn Brüning (varroamilbe.ch) gehe, liegt das Sublimat im Wesentlichen vor, bis die "eingestaubte" Biene ausfliegen kann, da sie sich an der Unterseite des Hinterleibes nur im Flug reinigen kann. Wenn ich nun bei Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt mit dem Teelicht bedampfe, lockert sich durch die Wärme des Teelichtes die Bienentraube in einem gewissen Umfang auf. Das Sublimat kann sich auf den Bienen niederschlagen. Durch die niedrige Außentemperatur ist es aber nicht möglich auszufliegen und sich zu putzen. Dadurch bleibt das Sublimat über einen gewissen Zeitraum im Bienenpelz erhalten und kann an den Haftlappen der Milben andocken. Inwieweit sich die Bienen gegenseitig reinigen, ohne ausfliegen zu müssen weiß ich nicht.

Ich habe ca. 10 Völker, dieses Jahr das dritte Jahr, mit 4 Bedampfungen im 4 Tage Abstand im Dezember bedampft und durchgehend ein gutes Ergebnis erzielt. Der natürliche Milbenfall war nach ca. 4 Wochen fast Null. Dieses Jahr dürfte wenig Brut vorliegen. Die letzten zwei Jahre waren aber über die Hälfte der Völker in Brut.

Eventuell erklärt die Aussage von Herrn Brüning bezüglich der "Reinigung nur im Flug" auch die schlechte Wirksamkeit der Oxalsäurebedampfung im Sommer, wenn praktisch immer Flugwetter ist, wenigstens zu einem Teil.

Viele Grüße und die besten Wünsche zum Neuen Jahr 2017. Wenig Milben und viel Honig!
14301


Hallo 14301,

der Erfolg von Blockbehandlungen ist vorwiegend davon abhängig, ob noch Brut vorhanden ist oder nicht. Bei Brutfreiheit ist die Erfolgsquote wesentlich höher, doch darf man auch hier keine überzogenen Erwartungen haben.
Solange Brut vorhanden ist, gehen die nicht eliminierten Milben (schätzungsweise 30 – 40 %) wieder zur Reproduktion in die Brutzellen und vermehren sich mit mindestens Faktor 2. Durch diesen „Milbennachlauf“ verschlechtert sich die Bilanz deutlich. Deshalb halte ich es für besonders wichtig, Brutfreiheit anzustreben.

Hinsichtlich der Anwendungshäufigkeit, die sich auf milbenbiologischen Gegebenheiten stützen und im Ergebnis, durch theoretische Berechnungen, in ein Anwendungskonzept münden, gehen die Meinungen auseinander. Letztlich zählt nur der tatsächliche Behandlungserfolg. Dieser zeigt sich nicht durch die Anzahl der gefallenen Milben, sondern einzig und allein durch die Zahl der Restmilben. Nur wenn diese durch Kontrollbehandlung mit einem anderen hochwirksamen Mittel ermittelt werden, kann eine sichere und abschließende Aussage getroffen werden. Der spätere natürliche Milbenfall lässt zwar Annahmen zu, bleibt aber unsicher.
Es wäre erfreulich, wenn man diesbezüglich auf wissenschaftlicher Basis, entsprechende Daten sammeln würde.

Nachdem jedoch OS-Bedampfung nicht zugelassen ist, wird man von Instituten, wohl keine Datenveröffentlichung erwarten können.
Leider gibt es für so manche Themen ein Tabu, auch in den Foren. Vermutlich ist dieses Thema jetzt auch schon eine „Grenzüberschreitung“.

LG
Imka
Imka
 
Beiträge: 71
Registriert: 23. April 2016, 14:58
Wohnort: Bamberg, 250m NN

VorherigeNächste

Zurück zu Varroa-Konzept

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 1 Gast