OS verdampfen statt beträufeln

Rückstandsfreies Imkern mit organischen Säuren
Forumsregeln
Jeder Imker beachtet die gültigen Bestimmungen zur Varroabekämpfung und wendet die in seinem Land zugelassenen Behandlungsmittel an.

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Markus75 » 29. Dezember 2016, 12:39

Imka kann ich da nur zustimmen, die Aussagen decken sich mit meinen Beaobachtungen.
Damit haben wir nun aber auch das Zeitfenster für den Varroasound geklärt und von mehreren bestätigt bekommen, weshalb dafür nicht nur 12 Tage ausreichen.
Markus75
 
Beiträge: 61
Registriert: 1. Dezember 2014, 15:52
Wohnort: Metzingen

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon andreasE » 29. Dezember 2016, 13:28

Markus75 hat geschrieben:Damit haben wir nun aber auch das Zeitfenster für den Varroasound geklärt und von mehreren bestätigt bekommen, weshalb dafür nicht nur 12 Tage ausreichen.

Damit ist nicht soviel geklärt wie Du meinst. Denn mit Ameisensäure (60% und Schwammtuch) bekomme ich ein Volk innerhalb von 12 Tagen unter jede Schadschwelle.
andreasE
 
Beiträge: 607
Bilder: 7
Registriert: 30. September 2014, 17:01

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Angie » 30. Dezember 2016, 20:00

Imka hat geschrieben:
der Erfolg von Blockbehandlungen ist vorwiegend davon abhängig, ob noch Brut vorhanden ist oder nicht. Bei Brutfreiheit ist die Erfolgsquote wesentlich höher, doch darf man auch hier keine überzogenen Erwartungen haben.

lt. Fischermühle , s.u. aber auch bei Brut bei über 90%

Imka hat geschrieben:Solange Brut vorhanden ist, gehen die nicht eliminierten Milben (schätzungsweise 30 – 40 %) wieder zur Reproduktion in die Brutzellen .....

hier gibt es auch andere Angaben, die bei 10% der Milben liegen, da im Winter nur kleine Brutnester gepflegt werden, dafür nicht soviele Ammenbienen benötigt werden und daher auch nur weniger Milben zu den Brutzellen gelangen.

Imka hat geschrieben:Hinsichtlich der Anwendungshäufigkeit, die sich auf milbenbiologischen Gegebenheiten stützen und im Ergebnis, durch theoretische Berechnungen, in ein Anwendungskonzept münden, gehen die Meinungen auseinander. Letztlich zählt nur der tatsächliche Behandlungserfolg. Dieser zeigt sich nicht durch die Anzahl der gefallenen Milben, sondern einzig und allein durch die Zahl der Restmilben. Nur wenn diese durch Kontrollbehandlung mit einem anderen hochwirksamen Mittel ermittelt werden, kann eine sichere und abschließende Aussage getroffen werden. Der spätere natürliche Milbenfall lässt zwar Annahmen zu, bleibt aber unsicher.
Es wäre erfreulich, wenn man diesbezüglich auf wissenschaftlicher Basis, entsprechende Daten sammeln würde.

Nachdem jedoch OS-Bedampfung nicht zugelassen ist, wird man von Instituten, wohl keine Datenveröffentlichung erwarten können.
LG
Imka



Doch!
Kennt ihr diesen Bericht?
Die Fischermühle ist doch ein anerkannter Betrieb.

Die haben herausgefunden, dass auch bei Vorhanden sein von Brut ( hier auf Seite 3) zwei Bedampfungen in der Regel ausreichen.
Auch die von Imka gewünschte Kontrolle mit einem anderen Mittel wurde nicht vergessen.
Da sind doch ein paar Daten veröffentlicht.

Forschungsergebnisse zur Oxalsäure Verdampfung
aus dem Winterhalbjahr 2000/2001

http://www.imkerei-fischermuehle.de/fix/doc/OS0110.pdf

Viel Spaß beim Lesen.
Simon fehlt. RIP
Angie
Benutzeravatar
Angie
 
Beiträge: 370
Bilder: 11
Registriert: 16. September 2013, 21:01
Wohnort: Oberbayern

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Simon » 30. Dezember 2016, 20:19

Angie hat geschrieben:Die haben herausgefunden, dass auch bei Vorhanden sein von Brut ( hier auf Seite 3) zwei Bedampfungen in der Regel ausreichen.
http://www.imkerei-fischermuehle.de/fix/doc/OS0110.pdf
Die Angaben beziehen sich auf die Behandlung bei Restbrut Richtung Winter, die Wirksamkeit ist unbestritten. Zur Diskussion stand eher die Verdampfung im Sommer. Das ist wie Kartoffelschälen mit dem Schwert oder Steine den Berg hochrollen, mühsam und teils wirkungslos.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Joachim » 31. Dezember 2016, 10:39

Simon hat geschrieben: Die Angaben beziehen sich auf die Behandlung bei Restbrut Richtung Winter, die Wirksamkeit ist unbestritten. Zur Diskussion stand eher die Verdampfung im Sommer. Das ist wie Kartoffelschälen mit dem Schwert oder Steine den Berg hochrollen, mühsam und teils wirkungslos.


Grundsätzlich, und das ist schon lange bekannt, stört Brut in jeglicher vorhandener Form eine Behandlung mit OS (sei es als Träufelung, Sprühverfahren, Vaporisation oder OSinal).

Einzig die Anwendungsform der OS kann die Wirkungsdauer verändern. Auch dies konnte bereits belegt werden.
Viele Grüße
Joachim
Benutzeravatar
Joachim
 
Beiträge: 399
Bilder: 68
Registriert: 26. August 2012, 19:38
Wohnort: BaWü 322m ü. N.N.

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon DerKaiser » 1. Januar 2017, 20:43

Nachdem ich im Sommer noch ein paar technische Probleme hatte, habe ich im September/Oktober insgesamt 10 Verdampfungen mit meinem Varrox durchgeführt, bis nix mehr fiel.

Bei der Winterbehandlung mit dem Teelichtverdampfer ist nun genau eine Milbe gefallen. Da ich die Teelichtmethode zum ersten Mal verwendet habe, habe ich quasi zur Kontrolle eine Woche später nochmal mit dem Varrox behandelt. Nun ist gar keine Milbe mehr gefallen. Um die Bienen nicht zu stören habe ich nicht auf Brut kontrolliert, da wir hier jedoch seit drei Wochen mindestens in der Nacht, teilweise aber auch tagsüber, konstant Minusgrade haben, gehe ich mal davon aus dass dort noch nix passiert.

Die Bienen zeigen sich unbeeindruckt von den Behandlungen, kein erhöhter Totenfall, keine Trauben vor der Beute, sehr stark eingewintert auf sieben Wabengassen und dem Imker gehts auch gut, daher Daumen hoch für diese Methode!

:thumbsup:


Jetzt brauche ich nur noch eine Lösung für die Flugloch-Steuerung. Mein Beutensystem arbeitet mit Holzkeilen, die sind immer recht umständlich rein und rauszufummeln für den Varrox. Für Dadant habe ich bisher leider nichts sinnvolles gefunden.
DerKaiser
 
Beiträge: 9
Registriert: 25. November 2016, 10:14

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 1. Januar 2017, 21:24

DerKaiser hat geschrieben:Da ich die Teelichtmethode zum ersten Mal verwendet habe, habe ich quasi zur Kontrolle eine Woche später nochmal mit dem Varrox behandelt. Nun ist gar keine Milbe mehr gefallen.
Nun stellt sich die Frage welche Behandlungsvariante den höheren Wirkungsgrad hat oder ob beide gleich auf liegen.
DSC06411.jpg
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon DerKaiser » 1. Januar 2017, 21:52

Schwierig. Mit dem Teelicht verdampfe ich 2 Gramm recht konstant über 2-3 Stunden und die Bienen sitzen aufgrund der Wärmequelle etwas lockerer, wodurch vermutlich mehr Kristalle in die Winterkugel kommen. Andererseits können sie die geringere Menge natürlich besser weg-ventilieren. Mit dem Varrox oder Oxamat sind die 2 Gramm dagegen innerhalb von 3 Minuten weg und man hat einen recht hohen "Dampfdruck" in der Beute. Was effektiver ist kann man wohl nur über größer angelegte Vergleichstests herausfinden.

Ich werde das Teelicht in der kommenden Saison auch mal im Sommer probieren, vielleicht gibts ja deutliche Ausreißer was Milbenfall angeht.
DerKaiser
 
Beiträge: 9
Registriert: 25. November 2016, 10:14

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 1. Januar 2017, 22:08

Im Sommer wird die Wirkung der Oxalsäure völlig überschätzt. Probier es aus, das taugt nicht, erst recht nicht in brütenden Völkern.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon DerKaiser » 1. Januar 2017, 23:35

Hab ich ja, Ameisensäure oder andere Methoden habe ich vergangenes Jahr nicht angewendet.
DerKaiser
 
Beiträge: 9
Registriert: 25. November 2016, 10:14

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 2. Januar 2017, 09:21

Die erste Behandlung im Spätsommer war 10x Varrox ab September? Finde ich ganz schön mutig.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon FranzBurnens » 2. Januar 2017, 11:08

Imka hat geschrieben:Seit ich ausschließlich bei Brutfreiheit behandle, mit einem hochwirksamen Mittel,

Klasse Methode, wie wär's mit einer Petition, dass das Zeug wieder auf den Markt kommt?
http://gesundebienen.bayer.de/scripts/p ... e/perizin/
FranzBurnens
 
Beiträge: 596
Bilder: 3
Registriert: 20. November 2014, 14:35
Wohnort: K - Der angegebene Wohnort ist zu kurz.

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Tobi » 2. Januar 2017, 11:12

Simon hat geschrieben: ...ab September? Finde ich ganz schön mutig.


Kommt doch auf den Befallsgrad an, ...oder?
Hab auch nicht früher behandelt. (Außer Ableger bei Brutfreiheit mit MS)

Dafür ist die Reinvasion auch nicht mehr so das Thema. (Doch, ich denke schon dass es die gibt. Fällt bei dem hohen "Restmilbenbefall" vieler Methoden, die dann sowieso noch eine Restentmilbung im Winter erfordern wohl nur nicht ins Gewicht...?)
"Zu viele Arschlöcher, zu wenig Kugeln." Clint Eastwood
Tobi
 
Beiträge: 173
Bilder: 4
Registriert: 21. April 2016, 14:27

Re: Varroa-Killer-Sound

Beitragvon Tobi » 2. Januar 2017, 11:15

FranzBurnens hat geschrieben:
Imka hat geschrieben:Seit ich ausschließlich bei Brutfreiheit behandle, mit einem hochwirksamen Mittel,

Klasse Methode, wie wär's mit einer Petition, dass das Zeug wieder auf den Markt kommt?
http://gesundebienen.bayer.de/scripts/p ... e/perizin/


Was soll da eine Petition bringen?!
Dem wurde nicht die Zulassung entzogen, sondern es wird nur nicht mehr hergestellt, weil ein enthaltener FHS nicht mehr erhältlich ist.
Da ist auch bereits etwas anderes mit dem Wirkstoff für Deutschland in der Pipeline.
"Zu viele Arschlöcher, zu wenig Kugeln." Clint Eastwood
Tobi
 
Beiträge: 173
Bilder: 4
Registriert: 21. April 2016, 14:27

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 2. Januar 2017, 12:14

Tobi hat geschrieben:Dafür ist die Reinvasion auch nicht mehr so das Thema. (Doch, ich denke schon dass es die gibt. Fällt bei dem hohen "Restmilbenbefall" vieler Methoden, die dann sowieso noch eine Restentmilbung im Winter erfordern wohl nur nicht ins Gewicht...?)
Wie stellt man eine Reinvasion fest? Man müsste methodische Mängel ausschließen um Reinvasion zu gewichten, besonders intensives Brutgeschehen lässt einen die Invasion vermuten. Ich habe zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember 4500 Milben aus einem Volk geholt, das lag nicht an einer Reinvasion sondern an den nur ausdünnend wirksamen Oxalsäurebehandlung.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon DerKaiser » 2. Januar 2017, 13:34

Simon hat geschrieben:Die erste Behandlung im Spätsommer war 10x Varrox ab September? Finde ich ganz schön mutig.

War nicht geplant, ich hatte im August Probleme mit der Stromversorgung des Varrox, weshalb ich im Sommer nicht zu Ende behandeln konnte.

Die Behandlung ist zwar recht aufwendig, da man doch einige Wiederholungen braucht, aber die gute Bienenverträglichkeit ist mir den Aufwand wert.
DerKaiser
 
Beiträge: 9
Registriert: 25. November 2016, 10:14

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Imka » 2. Januar 2017, 13:39

Simon schrieb:
Wie stellt man eine Reinvasion fest? Man müsste methodische Mängel ausschließen um Reinvasion zu gewichten, besonders intensives Brutgeschehen lässt einen die Invasion vermuten. Ich habe zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember 4500 Milben aus einem Volk geholt, das lag nicht an einer Reinvasion sondern an den nur ausdünnend wirksamen Oxalsäurebehandlung.


Dem kann ich nur beipflichten. Unabhängig der verwendeten Mittel, steigt bei zu hohem Restmilbenbestand die Vermehrungsrate sofort wieder steil an. Insbesondere in den Monaten August - Oktober schlägt dies schädigend zu Buche, weil die Brutentwicklung rückläufig ist, die Milbenpopulation aber steigend.

Reinvasion gibt es sicherlich, weil auch milbenfreie Völker immer wieder infiziert werden, sonst hätte sich die Milben gar nicht flächendeckend ausbreiten können.
Die aber immer wieder zitierte Reinvasion, mit der ein massenhafter und schlagartiger Befall begründet wird, halte ich persönlich für eine Märchen, welches der Rechtfertigung für unzureichende Behandlungen dient.

Wenn ich nach dem Abschleudern die nackten Bienen im brutfreien Zustand behandle und damit einen extrem niedrigen Restmilbenbefall erreiche, habe ich das Milbenproblem für das laufende Jahr gelöst. Durch die konsequent durchgeführte Winterbehandlung eliminiere ich fast nahezu alle in der Folgezeit entstandenen Milben und schaffe die besten Voraussetzungen für das neue Bienenjahr. Von den sogenannten Bedarfsbehandlungen halte ich herzlich wenig, denn Milben sind immer vorhanden und an der Beute ist keine Anzeige, welche das Erreichen der Schadschwelle signalisiert. Zudem sind die Diagnosemaßnahmen zeitaufwändig und oft unsicher.

Wer an Reinvasion glauben will, soll es tun. Doch damit werden die Milben nicht weniger. Nur durch konsequentes, effektives handeln und behandeln kann man das Problem in den Griff bekommen und dazu gehören auch biotechnische Maßnahmen und insbesondere die entsprechende Behandlungsstrategie.

LG
Imka
Imka
 
Beiträge: 71
Registriert: 23. April 2016, 14:58
Wohnort: Bamberg, 250m NN

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Nils » 2. Januar 2017, 14:28

DerKaiser hat geschrieben:Die Behandlung ist zwar recht aufwendig, da man doch einige Wiederholungen braucht, aber die gute Bienenverträglichkeit ist mir den Aufwand wert.


Da bin ich ganz bei Dir Kaiser!
So wirkungsarm wie Simon das manchmal darstellt ist die Bedampfung bei Brut im Sommer nun auch wieder nicht. Nur arbeitsintensiv. ;)
Benutzeravatar
Nils
 
Beiträge: 416
Registriert: 3. Juli 2012, 11:18
Wohnort: Bayern

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 2. Januar 2017, 14:46

Eine Verdoppelung des nat. Abfalls für drei Tage ist wenig wirkungsvoll, es bleibt ein Hauch einer Ausdünnung, eine Blockbehandlung aus einzelnen wenig wirksamen Behandlungen konstruiert macht die Situation nicht besser und kultiviert tausende Milben an der Schadensschwelle, eine Behandlungsmethode die bienenfreundlich ist aber bienenvolkgefährdend sein kann. Es benötigt sehr viele Verdampfungen (20+) um einen hohen Befall in den Griff zu bekommen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 2. Januar 2017, 15:17

bbos.jpg
Eine Blockbehandlung im Spätsommer in brütenden Völkern geht bei hohem Befall schief, diese Völker waren im August mit Ameisensäure vorbehandelt und in Folge mit 200-500 Milben unkritisch belastet. Ich kann nur raten den Befall der Völker zu beobachten, egal welche Form der Behandlung durchgeführt wurde.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Tobi » 2. Januar 2017, 17:51

Simon hat geschrieben:Wie stellt man eine Reinvasion fest? Man müsste methodische Mängel ausschließen um Reinvasion zu gewichten, besonders intensives Brutgeschehen lässt einen die Invasion vermuten. Ich habe zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember 4500 Milben aus einem Volk geholt, das lag nicht an einer Reinvasion sondern an den nur ausdünnend wirksamen Oxalsäurebehandlung.


Einfach den Befall auf einen Level drücken, dass die Reinvasion (was ja recht wenige Milben sein werden) überhaupt auffällt. Und zwar so weit, dass auch die angeführten methodischen Mängel wie starke Brut vernachlässigt werden können.

Von jemandem, der das mit "alternativen Behandlungsmethoden" geschafft hat, hab ich zwar auch noch nix gehört, aber dass das die böse Chemie nicht kann halte ich für stark ideologisch geprägtes Denken a la "es kann nicht sein, was nicht sein darf".
"Zu viele Arschlöcher, zu wenig Kugeln." Clint Eastwood
Tobi
 
Beiträge: 173
Bilder: 4
Registriert: 21. April 2016, 14:27

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 2. Januar 2017, 18:05

Einen Zuflug an Milben wird es beinahe in jedem Volk geben, schon alleine durch den Verflug von Bienen. Meine Frage war wie man die Reinvasion gewichten kann, dies stellt auch die harte Chemie in Frage mit denen diese Fragestellung untersucht wurde, Amitraz, Checkmite und Bayvarol können falsch angewandt werden und zwar so dass die Völker im Herbst auf dem Boden liegen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Tobi » 2. Januar 2017, 20:42

Einfach indem mehr abfallen, als drin sein können.
Muß ja nicht auf die Milbe genau sein.

Nichts anderes haben doch Grünewald und Fuchs im MKK festgestellt...
"Zu viele Arschlöcher, zu wenig Kugeln." Clint Eastwood
Tobi
 
Beiträge: 173
Bilder: 4
Registriert: 21. April 2016, 14:27

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Nils » 3. Januar 2017, 12:55

Simon hat geschrieben:Eine Verdoppelung des nat. Abfalls für drei Tage ist wenig wirkungsvoll,


Interessant Simon! Mit welchem Verdampfer erreichst du lediglich eine Verdoppelung des natürlichen Milbenfalls?

Bei meinem Verdampfer fallen zwar auch nach der ersten Bedampfung noch nicht so viele Milben wie ab der 3-5ten Begasung, aber selbst bei der ersten erreiche ich stets deutlich mehr als nur eine Verdoppelung. Wenn das bei dir nur Verdoppelungen sind, verstehe ich endlich(!!!) deine Aussage mit der ausdünnenden Wirkung!!!

Hier exemplarische einige Daten meiner heurigen Verdampfung, begonnen Ende Juli:

Natürlicher Milbenfall = 1,5 - 3 Tage nach 1. Bedampfung in Summe : 74
Natürlicher Milbenfall = 33 -- 3 Tage nach 1. Bedampfung in Summe: ca. 600
Natürlicher Milbefnall = 42 -- 2 (!) Tage nach 1. Bedampfung in Summe: 900
Natürlicher Milbefnall = 3,2 -- 3 Tage nach 1. Bedampfung in Summe: 37

Milbenmelken würde ich das nicht nennen, vor allem da mit zunehmenden Bedampfungen (ab ca. der 5ten) nochmal erheblich mehr Milben fallen.
Wenn du mal was zum spielen brauchst, ich hätte da schöne große Exceltabellen mit vielen Milbenzahlen und Bedampfungsdaten ;)

Nils
Benutzeravatar
Nils
 
Beiträge: 416
Registriert: 3. Juli 2012, 11:18
Wohnort: Bayern

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 3. Januar 2017, 13:17

Nils hat geschrieben:Wenn das bei dir nur Verdoppelungen sind, verstehe ich endlich(!!!) deine Aussage mit der ausdünnenden Wirkung!!!
Die Verdoppelung des nat. Abfalls hatte ich an einem trockenen heißen Augusttag, oben zu sehen ein "Dreierblock" mit höherer Wirkung später im Jahr. Es ist nur eine ausdünnende Behandlung, sonst würdest du nicht so oft behandeln, selbst ein Behandlungsabfall von 100 Milben/Tag und mehr reicht im brütenden Zustand nicht zuverlässig als "Dauerbekämpfung". Würde es nach den Aussagen des Herstellers des "Oxamaten" gehen:
- extrem hoher Wirkungsgrad, alle ansitzenden Milben werden getötet. http://alfranseder.de/Oxamat-Oxals%C3%A ... mpfer.html
... dann wäre die Varroabehandlung im Sommer eine einfache Sache und ziemlich einfach für eine Standardzulassung, die er für sein Ox- und Gasoxomat vom DIB fordert.

Nils hat geschrieben:Milbenmelken würde ich das nicht nennen, vor allem da mit zunehmenden Bedampfungen (ab ca. der 5ten) nochmal erheblich mehr Milben fallen.
Das zeigt wie wenig die Oxalsäureverdampfung (im Sommer!) wirkt.

Nils hat geschrieben:Wenn du mal was zum spielen brauchst, ich hätte da schöne große Exceltabellen mit vielen Milbenzahlen und Bedampfungsdaten ;)
Addiere die Milben und Vergleiche mit anderen Behandlungsarten.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 3. Januar 2017, 13:33

Nils hat geschrieben:Natürlicher Milbefnall = 42 -- 2 (!) Tage nach 1. Bedampfung in Summe: 900
Wie viele Milben sind bis erreichen der Schlussbehandlung gefallen? Locker 10 000 und mehr Milben müssten sich bei diesem Befall über die Distanz addieren.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Imka » 3. Januar 2017, 13:33

Milbenmelken würde ich das nicht nennen, vor allem da mit zunehmenden Bedampfungen (ab ca. der 5ten) nochmal erheblich mehr Milben fallen.
Nils


Letztlich landen wir wieder am gleichen Punkt. Den Erfolg kann man nicht an der Anzahl der gefallenen Milben messen, sondern nur am Restmilbenbestand. Und der bleibt fraglich.

LG
Imka
Imka
 
Beiträge: 71
Registriert: 23. April 2016, 14:58
Wohnort: Bamberg, 250m NN

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Nils » 3. Januar 2017, 13:48

Simon hat geschrieben:
Nils hat geschrieben:Natürlicher Milbefnall = 42 -- 2 (!) Tage nach 1. Bedampfung in Summe: 900
Wie viele Milben sind bis erreichen der Schlussbehandlung gefallen? Locker 10 000 und mehr Milben müssten sich bei diesem Befall über die Distanz addieren.


14.653 um genau zu sein ;)
24 mal geOxt
Aktueller Milbenfall 0,05 pro Tag (über 20 Tage gemessen).
Nach der letzten Winterbedampfung am 26.12. sind noch 5 Milben gefallen.
Sitzen aktuell auf 8 Gassen und scheinen fit zu sein.



Leider ist das Volk nicht ganz aussagekräftig, weil zwischendurch ALV aufgelegen war. Da dies deutlich weniger wirkte wie die Bedampferei nahm ich sie wieder weg und dampfte lieber.


Ich sage nicht, daß NUR-Bedampfung wenig Arbeit ist. Aber es wirkt....
Benutzeravatar
Nils
 
Beiträge: 416
Registriert: 3. Juli 2012, 11:18
Wohnort: Bayern

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 3. Januar 2017, 14:11

Nils hat geschrieben:14.653 um genau zu sein ;)
24 mal geOxt

Das ist was ich unter Milben kultivieren oder melken geschrieben habe, es wären erheblich weniger Milben gewesen bei gründlicher Entmilbung im Sommer.
Ein Durchschnitt von 10 Völkern aus 2007: 110 Milben/Tag 9.8. nat. Abfall, 6200 Milben durch AS1, 70 Milben AS2, 230 Milben OS.
AS ist nicht gut - es gibt aber kaum was Besseres.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
Benutzeravatar
Simon
Admin
 
Beiträge: 5364
Bilder: 522
Registriert: 9. Februar 2008, 22:27
Wohnort: 73278

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon andreasE » 3. Januar 2017, 14:17

Simon hat geschrieben:AS ist nicht gut - es gibt aber kaum was Besseres.

Ich mache es nur sehr ungern ( ;) ), aber ich stimme Dir 100% zu.

Gruß
Andreas
andreasE
 
Beiträge: 607
Bilder: 7
Registriert: 30. September 2014, 17:01

VorherigeNächste

Zurück zu Varroa-Konzept

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast