OS verdampfen statt beträufeln

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Jeder Imker beachtet die gültigen Bestimmungen zur Varroabekämpfung und wendet die in seinem Land zugelassenen Behandlungsmittel an.

Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 3. Januar 2017, 14:19

milben07.jpg

Hier stellt sich nicht die Frage nach verdampfen oder träufeln sondern handeln oder verlieren! Alle Völker wurden dokumentiert eingewintert und ausgewintert.
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Nils » 3. Januar 2017, 14:29

Simon hat geschrieben:AS ist nicht gut - es gibt aber kaum was Besseres.

Den Satz klau' ich dir und mache daraus ein:

OX-Verdampfung ist nicht gut - es gibt aber kaum was Besseres.

:thumbsup:
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Nils » 3. Januar 2017, 14:32

Simon hat geschrieben:
milben07.jpg

Hier stellt sich nicht die Frage nach verdampfen oder träufeln sondern handeln oder verlieren! Alle Völker wurden dokumentiert eingewintert und ausgewintert.


Wie hoch war der nat. Milbenfall bei diesen Völkern - und wieso kam es so weit?
Für einen Nicht-ASler würde handeln wohl so aussehen: Brutentnahme & OXV.
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 3. Januar 2017, 14:33

Nils hat geschrieben:OX-Verdampfung ist nicht gut - es gibt aber kaum was Besseres.

Es gibt kaum was besseres als OX-Verdampfung, nur leider wird die Wirkung überschätzt. ;)
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 3. Januar 2017, 14:41

Nils hat geschrieben:Wie hoch war der nat. Milbenfall bei diesen Völkern - und wieso kam es so weit?
Volk 4 hatte einen Abfall von 350 Milben/Tag, im Schnitt waren es 110, geringster Abfall 32/Tag. Die Restentmilbung im Vorjahr war nicht optimal, es wurden keine Drohnen geschnitten, die Volksentwicklung war sehr gut über den Sommer. Solche Milbenzahlen, gehäuft an einem Stand, habe ich nicht mehr erreicht.

Nils hat geschrieben:Für einen Nicht-ASler würde handeln wohl so aussehen: Brutentnahme & OXV.
Ich hätte gesprüht und nicht XxOXverdampft wegen dem besseren Wirkungsgrad. Die Entwicklung der Völker war im Spätsommer sehr gut, fraglich ob es mit der Brutentnahme auch so gegangen wäre, die Brutentnahme halte ich im Gesamtablauf nicht für sinnvoll.
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon waldimker » 3. Januar 2017, 16:37

ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sämtliche getöteten oder ziemlich angeschlagenen Milben auf der Windel landen. Es werden siciherlich auch nicht unwesentlich viele "unterwegs" verloren, oder nicht?
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Simon » 3. Januar 2017, 18:09

Ja, es werden Milben abgehalten, die durchhängende Bienentraube kann den Abfall deutlich beeinflussen, genau so die ungeeigneten Bodengitter wie Lochbleche etc.
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon waldimker » 3. Januar 2017, 18:17

ich hab diesjahr erneut festgestellt, dass der nat. Abfall VOR, der Abfall DURCH sowie der nat. Abfall NACH einer z.B. OS-Träufelbehandung mit den Zahlen, die so in der einschlägigen Literatur zu finden sind, nicht oder zumindest nur tendenziell zusammenhängen. Genauso übrigens drei dicht (d.h. jeweils ca. 1 Woche) aufeinanderfolgende Zählungen des nat. Abfalls in beinah jedem Fall einen Unsicherheitsfaktor von 2 beinhalten, selbst wenn keinerlei Bienenflug herrschte. Insofern bin ich von der Windeldiagnose als Diagnoseinstrument nicht überzeugt. Es ist eine hilfreiche Krücke, aber diese Zahlenspielereien entsprechen den Realitäten eher selten, würd ich meinen. Eher als Schätzeisen denn als Meßinstrument zu sehen. Am ehesten ordentliche Daten wird`s wohl grad in dieser Jahreszeit bei dieser Witterung geben.

Und wenn ich meine, die Milben würden ja nicht alle auf der Windel landen: Weder meinte ich dabei NUR WINTER wenn alle in der Bude hocken, noch meinte ich Lochbleche oder Holzböden mit Schlitzen oder dergleichen. Ich meinte schlicht und einfach, dass die Milben den Bienen im Flug runterfallen - außerhalb der Beute.
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Reinvasion

Beitragvon waldimker » 4. Januar 2017, 11:20

Dass Revasion von vielen, heut gerade in Mode seienden, Wissenschaftlern als äußerst geringfügig eingestuft wird, hatte ich bis diesen Spätherbst ebenso übernommen.

Nun hatte ich aber an einem Stand, zum Glück dem größten mit den tendenziell größten und brutfreudigsten Völkern, eine Bilderbuch-Varroa-Entwicklung gemäß der in Büchern nachzulesenden Biologie von Bienen und Varoen. Nach der Behandlung im August waren alle immer unter der Schadschwelle und zwar deutlich. Sogar Träufeln hätt ich mir sparen können. Habs aber doch getan und es kam entsprechend wenig runter.
An zwei weiteren Ständen war bis Mitte September auch alles im super-grünen-Bereich. Und ab Anfang Oktober war die Varroa-Hölle los. Da ich meine Bienen gleich "behandle" (also nicht nur mit Medikamenten sondern auch sonst) erscheint mir das als sehr überzeugendes Indiz für Reinvasion und dass man damit rechnen muss.

Ich bin den Wissenschaftlern sehr dankbar, die so einiges für uns getan haben. Aber es gibt auch andere Stimmen. So z.B. Bretschko, der ja schließlich auch als Wissenschaftler mit den Bienen umging.

Sehr hoch halte ich Aussagen von Menschen, die von ihren Bienen leben und das erfolgreich seit Jahrzehnten. Also nicht DURCH die Bienen, sondern VON, also von Honig, Völkerverkauf usf. Und da kam ein neues Buch raus vom größten Demeter-zertifizierten Imker weltweit mit ca. 600 Völkern: "bienengemäß Imkern" von Günter Friedmann. Er schreibt zur Gemülldiagnose (S.152):
"Pi mal Daumen - Sowohl die Gemülldiagnose als auch die Puderzuckermethode sind relativ zeitaufwändig und können in einer großen Imkerei während des Sommers überhaupt nicht bewältigt werden. Außerdem bilden sie jeweils nur die aktuelle Situation ab, die sich sehr schnell ändern kann, zum Beispiel durch Reinfektion bei Räuberei. Dabei können die Varroamilben sehr einfach von einer Biene auf die andere überwechseln. Ebenso gesellen sich oft viele Bienen des beräuberten Volkes zum räubernden Volk dazu, wodurch der Milbeneintrag im Räubervolk schnell ansteigt. So kann bereits eine Woche nach der Varroadiagnose die Situation komplett anders sein."
Seine "Alternative" zur Diagnose ist allerdings ein geschulter Blick. Und der ist dem Anfänger sicherlich nicht dienlich, da er ihn nicht hat. Auch ich traue mir das noch nicht als alleinige Diagnose zu.
Letztlich muss man die Sachverhalte wie die hohe Ungenauigkeit und die hohe Veränderbarkeit der Varroa-Situation im Sinn behalten.

Der sicherlich erfahrene Imker Seip hat an manchen Ständen 40% der Völker bereits jetzt an Varroa verloren. Das Institut Kirchhain hat die Ursache bestätigt. Ich vermute mal, der hat nach der zweiten AS-Behandlung nicht mehr geguckt...
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Re: Reinvasion

Beitragvon Tobi » 4. Januar 2017, 11:34

waldimker hat geschrieben:Der sicherlich erfahrene Imker Seip hat an manchen Ständen 40% der Völker bereits jetzt an Varroa verloren. Das Institut Kirchhain hat die Ursache bestätigt. Ich vermute mal, der hat nach der zweiten AS-Behandlung nicht mehr geguckt...


Hat der nicht in nem vorherigen Newletter geschrieben, dass er wieder alle Völker mit nur halber AW MAQS behandeln will..., oder hab ich da was falsch in Erinnerung?!? :roll:
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Re: Reinvasion

Beitragvon Simon » 4. Januar 2017, 11:57

waldimker hat geschrieben:Dass Revasion von vielen, heut gerade in Mode seienden, Wissenschaftlern als äußerst geringfügig eingestuft wird, hatte ich bis diesen Spätherbst ebenso übernommen.
Reinvasion findet ohne Mode ganz biologisch beobachtet statt sagen auch diese zitierten Wissenschaftler, nur nicht in dem vom Imker vermuteten Umfang, hier hilft nur langfristiges beobachten um die Fälle und Umstände aufzudecken wo es bedeutsam wird. Ich sehe für einen massiven Befall einzelner Völker alles andere aber nur nicht die Reinvasion als Ursache. Die Völker mit irrwitzigen Milbenmengen haben ausdauernd und lange gebrütet, in den allermeisten Fällen zeichnet sich das Milbenproblem im Spätsommer und Herbst relativ genau auf der Windel ab. Spätes starkes Brüten bringt einen hohen Befall, der mich immer wieder erstaunen lässt.
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Angie » 4. Januar 2017, 12:03

Ich lese den Newsletter von Seip auch.
Ich rechne ihm auch hoch an, dass er geschrieben hat, zunächst nicht zu wissen, was er falsch gemacht hat.

Ich denke, dass die regelmäßige Kontrolle im Herbst, so alle 3-4 Wochen unerlässlich ist.
Da kann man immer noch reagieren, wenn plötzlich mehr Milben da sind.

Auch ist die vielfach beobachtete immer höher werdende Virulenz der Milben sicherlich unstrittig.
Das beschreibt auch Günther Friedmann ( Buch wurde von Waldimker erwähnt) in seinem Buch.
Seine Gedanken zur Varroasituation ab S. 163 beschäftigen mich auch gerade. Sollte jeder mal lesen.
Auch ist sicher die massierte Völkeraufstellung mancher Imker nicht optimal für die Bienengesundheit.

Da wilde Bienenvölker in der Natur wohl mit der Milbe zurechtkommen, indem sie schwärmen, die vermilbte Brut verlassen und diese somit zum Tode verurteilen,
sollte man dies vielleicht doch in sein Behandlungskonzept konsequenter miteinbeziehen. Stichwort: komplette Brutentnahme im Sommer.
Es tut zwar weh, soviele Bienenmaden zu töten, aber die Natur würde es ja auch so machen.

Man liest ja auch immer wieder darüber, dass die Fluglinge beim Teilen und Behandeln sich prächtig entwickeln, sie behalten etwa 20% der Milben, viele Imker aber mit der Überwinterung der Brutlinge, die mit 80% der Milben zurechtkommen müssen, Probleme haben.

Da die Oxalsäureverdampfung in Deutschland nicht zugelassen ist und die Wetterbedingungen im Herbst ab Oktober oft keine wirklich optimale Behandlung mit AS, MS oder OS beträufeln mehr zulassen, zumindestens wenn man viele Völker hat, geht mancher Volkstod sicherlich auch zu Lasten der nicht ausreichenden offiziellen Behandlungsmöglichkeiten.
Zuletzt geändert von Angie am 4. Januar 2017, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon 14301 » 4. Januar 2017, 12:04

https://www.mellifera.de/blog/freibeute ... aerme.html

Vortrag Bienenforscher Thomas D. Seeley

nach unten scrollen

"Varroa-Bekämpfung mit einfachsten Mitteln .............."

........Bei den dicht aufgestellten Völkern landen nach jedem Flug 20% der Sammlerinnen in der falschen Bienenbeute. Am Abend sitzen 82% der Sammlerinnen im falschen Bienenstock. .........
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon waldimker » 4. Januar 2017, 12:26

zum Verflug meint erwähnter Günter Friedmann, dass dieser wesentlich zurückgegangen sei; und zwar schreibt er das der Tatsache zu Gute, dass die im Volk natürlich erzeugte Schwarmkönigin zu ihren Bienen ein wesentlich innigeres Verhältnis habe als die rein mechanisch zusammengewürfelten Larven/Königinnen und Bienen in der "normalen" Imkerei. Und umgekehrt natürlich. Und dadurch weniger Verflug stattfinde. Das führt freilich weg vom heut modischen mechanistischen Denken.

Wobei ich denke, 80% jeden Tag ist übertrieben. Immerhin müsste sich das ja auf die Volksstärke verändernd auswirken.
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Imka » 4. Januar 2017, 13:28

Angie schrieb:
................. Stichwort: komplette Brutentnahme im Sommer.
Es tut zwar weh, soviele Bienenmaden zu töten, aber die Natur würde es ja auch so machen.

Man liest ja auch immer wieder darüber, dass die Fluglinge beim Teilen und Behandeln sich prächtig entwickeln, sie behalten etwa 20% der Milben, viele Imker aber mit der Überwinterung der Brutlinge, die mit 80% der milben zurechtkommen müssen, Probleme haben.


Warum soll man die Brut vernichten???
Man kann sie in Bruttürmen zusammenfassen und auslaufen lassen. Etwa alle 7 Tage kann man nach und nach die brutfreien Waben entnehmen, die Bienen abfegen und im Sprühverfahren behandeln. Mit diesem jungen Bienenmaterial können Altvölker verstärkt oder Kunstschwärme gebildet werden.
Sofort nach der Brutentnahme, nach dem Abschleudern, Mitte Juli, müssen natürlich auch die nackten Bienen der Altvölker besprüht werden. Je wirksamer das Mittel ist, desto höher ist der Erfolg. Über die Auswahl des Mittels gehen die Meinungen auseinander. MS reicht nach meiner Erfahrung jedoch nicht aus.

LG
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon 14301 » 4. Januar 2017, 13:30

waldimker hat geschrieben:
Wobei ich denke, 80% jeden Tag ist übertrieben. Immerhin müsste sich das ja auf die Volksstärke verändernd auswirken.


Ich weiß nicht, wie die 82% ermittelt wurden. Dass der Verflug die Volksstärke beeinflusst, ist aber nach meinem Kenntnisstand anerkannt. Meine persönliche Erfahrung ist, dass bei Reihenaufstellung die äußeren Völker vom Verflug profitieren und dadurch stärker sind, als sie normalerweise wären. Quantitative Angaben kann ich dazu aber nicht liefern.
Die Aufstellung der Völker und die sich daraus ergebende Wahrscheinlichkeit des Verflugs, sind auch bei Bruder Adam ein wichtiges Thema.

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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Imka » 4. Januar 2017, 13:37


........Bei den dicht aufgestellten Völkern landen nach jedem Flug 20% der Sammlerinnen in der falschen Bienenbeute. Am Abend sitzen 82% der Sammlerinnen im falschen Bienenstock. .........


Derartige, wissenschaftlich nicht belegte Aussagen, sehe ich als sehr fraglich an. Man sollte nicht alles was veröffentlicht wird, als bare Münze sehen.

LG
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon waldimker » 4. Januar 2017, 13:52

Seeley IST Wissenschaftler.
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Tobi » 4. Januar 2017, 14:02

waldimker hat geschrieben:Seeley IST Wissenschaftler.


Und...?
Das sind die Jungs von Monsanto, Bayer, BASF, Syngenta, DOW, ... auch. Da wird, gerade unter Imkern, trotzdem eher den Scharlatanen vertraut, solange Sie die genehmere, bzw. interessantere Wahrheit bieten... [;o)
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon 14301 » 4. Januar 2017, 14:12

Imka hat geschrieben:

........Bei den dicht aufgestellten Völkern landen nach jedem Flug 20% der Sammlerinnen in der falschen Bienenbeute. Am Abend sitzen 82% der Sammlerinnen im falschen Bienenstock. .........


Derartige, wissenschaftlich nicht belegte Aussagen, sehe ich als sehr fraglich an. Man sollte nicht alles was veröffentlicht wird, als bare Münze sehen.

LG
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Deine Einordnung von Seeley bezüglich der Wissenschaftlichkeit seiner Aussagen teile ich nicht.

Hier gibt's nochmal was

https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/or ... muensingen

nach unten scrollen, unten bei Download PDF herunterladen.
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Angie » 4. Januar 2017, 14:21

Imka hat geschrieben:Angie schrieb:
................. Stichwort: komplette Brutentnahme im Sommer.
Es tut zwar weh, soviele Bienenmaden zu töten, aber die Natur würde es ja auch so machen.

Man liest ja auch immer wieder darüber, dass die Fluglinge beim Teilen und Behandeln sich prächtig entwickeln, sie behalten etwa 20% der Milben, viele Imker aber mit der Überwinterung der Brutlinge, die mit 80% der Milben zurechtkommen müssen, Probleme haben.


Warum soll man die Brut vernichten???
Man kann sie in Bruttürmen zusammenfassen und auslaufen lassen. Etwa alle 7 Tage kann man nach und nach die brutfreien Waben entnehmen, die Bienen abfegen und im Sprühverfahren behandeln. Mit diesem jungen Bienenmaterial können Altvölker verstärkt oder Kunstschwärme gebildet werden.
Sofort nach der Brutentnahme, nach dem Abschleudern, Mitte Juli, müssen natürlich auch die nackten Bienen der Altvölker besprüht werden. Je wirksamer das Mittel ist, desto höher ist der Erfolg. Über die Auswahl des Mittels gehen die Meinungen auseinander. MS reicht nach meiner Erfahrung jedoch nicht aus.
LG
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Ja, man kann vieles machen, ABER viele Imker bekommen eben laut ihren Berichten nicht die notwenige Anzahl der Milben aus den Brutlingen heraus, egal wie sie sie behandeln und führen mit diesen Bienen den aufnehmenden Völkern auch wieder eine Menge Milben zu.
Die Führung der Fluglinge zu überwinterungsfähigen Völkern ist wesentlich einfacher.

Ich will hier aber nun nicht diejenige sein, die zu sehr vom Thema ablenkt, also nun zurück zur Problematik der Bedampfung. ;)
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Re: Reinvasion

Beitragvon andreasE » 4. Januar 2017, 14:23

Hallo...

Simon hat geschrieben: Ich sehe für einen massiven Befall einzelner Völker alles andere aber nur nicht die Reinvasion als Ursache. Die Völker mit irrwitzigen Milbenmengen haben ausdauernd und lange gebrütet...

Na und?! Wenn die Windel relativ genau ist, so wie Du behauptest, kann man mit ihr eine Reinvasion auch feststellen. Denn es ist ja bekannt die ungefähre Anzahl der im Volk lebebenden Milben und die Vermehrungsrate der Milbe.
Die Windel ist zudem nur relativ genau. Es würde aber keinem Großimker einfallen die Windeln auszuwerten, da gibt es wesentlich genauere Möglichkeiten, wie Waldimker oben schon schrob, die längst Standard sind.

Simon hat geschrieben: Spätes starkes Brüten bringt einen hohen Befall, der mich immer wieder erstaunen lässt.

Das ist Falsch. Spätes und langes Brüten trägt nur lange zu einer Milbenvermehrung bei, wie hoch der absolute Befall ist, bleibt davon unbeeindruckt.

waldimker hat geschrieben:zum Verflug ...

meine ich:
Der Verflug nimmt bei Wanderungen (... Stichwort "Bruder Adam") zu, weil die Völker sich nicht gut bei beginnender oder schon begonnener Tracht einfliegen (können).
Völker welche von den Überwinterungsplätzen in die neue Tracht starten und sogar direkt eine Anschlußtracht haben, verfliegen sich bei dieser nicht so stark, wie wenn sie erst zu dieser Tracht auf den selben Stand gestellt würden. Es gibt dann keine dieser sogenannten Eckvölker. Die gibt es erst wieder, wenn in die nächste Tracht gewandert wird. Das Verfliegen hat somit nichts oder zumindest nur sehr wenig mit der Aufstellung, sondern eher mit dem Wandern zu tun.

Völker mit vielen Varroamilben verfliegen sich stärker.

Imka hat geschrieben: Man sollte nicht alles was veröffentlicht wird, als bare Münze sehen.

Genau, machen wir ja bei Deinen Beiträgen auch nicht... aber jeder kann ja schreiben was er will... sorry, war nicht böse gemeint.

Gruß
Andreas
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Re: OS verdampfen statt beträufeln

Beitragvon Tobi » 4. Januar 2017, 14:24

14301 hat geschrieben:
Imka hat geschrieben:

........Bei den dicht aufgestellten Völkern landen nach jedem Flug 20% der Sammlerinnen in der falschen Bienenbeute. Am Abend sitzen 82% der Sammlerinnen im falschen Bienenstock. .........


Derartige, wissenschaftlich nicht belegte Aussagen, sehe ich als sehr fraglich an. Man sollte nicht alles was veröffentlicht wird, als bare Münze sehen.

LG
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Deine Einordnung von Seeley bezüglich der Wissenschaftlichkeit seiner Aussagen teile ich nicht.

Hier gibt's nochmal was

https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/or ... muensingen

nach unten scrollen, unten bei Download PDF herunterladen.


Ts, ts, tss...,
"Durch die Arkarizid-Behandlung konnte gewährleistet werden, dass die Völker Milbenfrei waren."
Sowas geht doch angeblich garnicht...?!? Was waren da nur wieder für böhse Mittel am Werk...?!?

O.k., o.k.! Gelobe Besserung und verkneife mir nun aber wirklich weitere sarkastische Bemerkungen in dem Fred...
...und nochmal: [;o)
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Re: Reinvasion

Beitragvon Simon » 4. Januar 2017, 14:55

andreasE hat geschrieben:Wenn die Windel relativ genau ist, so wie Du behauptest, kann man mit ihr eine Reinvasion auch feststellen.
Es ist eine Momentaufnahme und auch eine sehr träge, denn es dominiert im Sommer was aus der Brut abfällt und das ist Geschichte. Genau ist die Windeldiagnose nicht, sie ist aber so gut wie Abwaschproben und deutlich besser als Puderbestäuberei.

andreasE hat geschrieben:Es würde aber keinem Großimker einfallen die Windeln auszuwerten, da gibt es wesentlich genauere Möglichkeiten, wie Waldimker oben schon schrob, die längst Standard sind.
Ein Blick aufs Flugloch, dort Milben zählen? Anlandende Bienen mit fachkundigem Blick scannen? Wie macht das ein Großimker, doch nicht Völker öffnen? Nun wäre es vermessen zu behaupten ein Profi könne das nicht, dann müsste man den geschulten Blick im Vergleich zu erprobten und aussagekräftigen Methoden der Befallskontrolle stellen.
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Re: Reinvasion

Beitragvon andreasE » 4. Januar 2017, 15:46

Simon hat geschrieben:
andreasE hat geschrieben:Wenn die Windel relativ genau ist, so wie Du behauptest, kann man mit ihr eine Reinvasion auch feststellen.
Es ist eine Momentaufnahme...

Per definitionem ist eine Diagnose schon immer eine Momentaufnahme, und auch wenn sich der Erkentnisgewinn Deiner Aussage in doch engen Grenzen hält, so ändert das an der Tatsache meines Satzes nichts. Er und ich bleiben davon recht unbeeindruckt.

Simon hat geschrieben: Genau ist die Windeldiagnose nicht...

Wie jetzt? Relativ genau, nicht genau oder relativ ungenau? Deine Aussage werde ich mir auf jeden Fall genau merken.

Simon hat geschrieben:... dann müsste man den geschulten Blick im Vergleich zu erprobten und aussagekräftigen Methoden der Befallskontrolle stellen.

Wieso müßte man das?
Und welche aussagekräftigen Methoden der Befallskontrolle hast Du da im SInn? Die Windelkontrolle?

Gruß
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Re: Reinvasion

Beitragvon Angie » 4. Januar 2017, 17:00

Tobi hat geschrieben:
waldimker hat geschrieben:Der sicherlich erfahrene Imker Seip hat an manchen Ständen 40% der Völker bereits jetzt an Varroa verloren. Das Institut Kirchhain hat die Ursache bestätigt. Ich vermute mal, der hat nach der zweiten AS-Behandlung nicht mehr geguckt...


Hat der nicht in nem vorherigen Newletter geschrieben, dass er wieder alle Völker mit nur halber AW MAQS behandeln will..., oder hab ich da was falsch in Erinnerung?!? :roll:


Ja, er hat im September nach der Auffütterung mit den MAQs behandelt. Vorher hat er auf Grund des niedrigen narürlichen Milbenfalls noch nicht behandelt aber regelmäßig kontrolliert. Ich habe es gerade mal nachgelesen.
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