Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Rückstandsfreies Imkern mit organischen Säuren
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Jeder Imker beachtet die gültigen Bestimmungen zur Varroabekämpfung und wendet die in seinem Land zugelassenen Behandlungsmittel an.

Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Simon » 3. August 2015, 07:32

Bei aktuellen sommerlichen Temperaturen verdunstet die Ameisensäure im Liebig Dispenser und original Docht gut, Modifikationen sind nicht unbedingt nötig. Bei Zweizargern mit Abstand zur Brut ist eine Verdoppelung der Verdunstungsfläche aber möglich und steigert die Verdunstungsrate. Bei jeder Vergrößerung darauf achten, dass der Docht nicht unter das Niveau des Tellers auf die Rähmchen aufliegt, also lieber zwei von den Verdunstern einstellen bis es einen einfach aufzulegenden Zusatz gibt. Nach 4 Tagen ist die Behandlung mit dem LD abgeschlossen, die erste Beurteilung der Brut zeigt dass Larven ausgeräumt wurden, schlüpfende Brut aber nicht betroffen ist; die Königin hat die hohe Dosierung gut ertragen und großflächig Eiablage ist zu sehen.
Im Vergleich stehen 8x Nassprof gegen 7x Liebig-Dispenser (LD) mit Modifikation, durch die Oberflächenvergrößerung setzt die Wirkung beim LD sichtbar schneller ein, die Verdunstungsrate liegt mit 50-70ml deutlich höher, für die aktuellen Temperaturen hätte der originale Docht für die 60%ige Säure genügt.
nassprof.JPG

Beim NassProf werden gleichmäßig 25ml verdunstet, es sitzen Bienen direkt neben der Wanne, an einem Volk wurde der Käfig des U-Dochtes attakiert. Bei höher dosierter AS ziehen sich die Bienen aus dem darunterliegenden Raum weiter zurück. Bei ein paar Völkern gibt es bislang nur eine leichte Erhöhung des nat. Abfalls, für eine abschließende Beurteilung des ausgezählten Behandlungsabfalls dauert es noch, lange 12 Tage. Bei Hitze hatte ich diese mangelnde Wirkung in ersten Tests vor 3/4 Jahren schon beobachtet, möglicherweise wird dies durch die lange Behandlungsdauer und unterschwellige Wirkung der AS ausgeglichen.

nassprof2.JPG
Die Handhabung der Verdunster unterscheidet sich erheblich, beim Nassprof neigt das Gewinde des Transportdeckels schräg zu laufen, die Dichtlippe verkantet sich, die Standfläche ist nicht eben. Die gedachte Aufbewahrung in den Verdunsterschalen ist umständlich, die Haltefüße können nicht teilmontiert untergebracht werden, öffnen und schließen der Boxen und die Einsortierung bei der Befüllung der Flaschen ist umständlich.
Zuletzt geändert von Simon am 3. August 2015, 08:55, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beitrag abgetrennt von: http://einfachimkern.de/viewtopic.php?f=11&t=1945&p=20283#p20283
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Re: AS 60%ig im Liebig-Dispensor mit Schwammtuch

Beitragvon Boettger » 3. August 2015, 08:49

Mir gefällt auch das Verdunstungsflies bei den neuen Nassenheider professional nicht. Es scheint, dass die Verdunstungsleistung des mitgelieferten Flieses durch seine grobe Gitterstruktur (im Photo von Simon gut zu sehen) gegenüber den früheren Fliesen nicht hoch genug ist. Ich hatte vorletztes (?) Jahr mehr Säure in der Wanne als durch das Flies vedunsten konnte. Wenn man so will einen AS- See in der Wanne. Letztes Jahr habe ich Schwammtücher zusätzlich in die Wanne gelegt und war damit dann ganz zufrieden. Die Tropfmenge aus der Flasche konnte so auch venünftig an die Umluft abgegeben werden. Ist natürlich witterungsabhängig.
Probleme mit dem Verschluss hatte ich bisher noch nicht. Ist ja eher selbstverständlich, dass man den Sitz prüft und ggfls. die Verdunstungsmenge am nächsten Tag. Hier zeigt sich aber ein weiterer Nachteil des Nassenheider prof. Man kann die Verdunstungsmenge an der nur rudimentär vorhandenen Skala nicht vernünftig ablesen und ist eher auf Schätzungen angewiesen. Hier sticht der LD!
Dennoch: Solange für den LD keine vernünftigen und an die AS 60% angepassten Teller und Dochte angeboten werden, kann ich die Empfehlung der Bieneninstitute für den LD nicht wirklich nachvollziehen.
Absurd auch deshalb, weil ein an die AS 60% angepasster LD durch seine Flexibilität in der Anwendung vermutlich immer meine erste Wahl wäre.
Zuletzt geändert von Boettger am 3. August 2015, 17:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Hössi » 3. August 2015, 10:31

Ich versuche es heuer zum ersten mal mit dem Nassenheider prof. nachdem mich letztes Jahr der Liebig nur mit 85%iger AS überzeugt hat.
Wollte nun diese Woche voller Euphorie starten, aber bei vorhergesagten Temperaturen von bis zu 39 Grad lasse ich das wohl lieber sein.
Der natürliche Abfall ist gering. Allerdings habe ich ein Volk mit 27 Milben/Tag, da muss schnell was geschehen aber ich traue mich bei der Hitze nicht ran.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon mmoe » 3. August 2015, 11:05

Hmm, ich habe nur den Nassenheider prof. im Einsatz und bin in Kombination mit Apilife Var ganz gut gefahren.
Was mich beim Nassenheider stört ist eben die unkontrollierte AS-Abgabe. Lediglich mit dem kleinsten Docht kann
ich einen See in der Wanne verhindern. Ansonsten ist dsa einfach jedes Mal zu viel. Egal, wie ich das anstelle.

Ich habe ihne jetzt kanpp drei Tage drin gelassen, muss aber heute abbrechen, weil die Temperaturen zu hoch sind.
Ärgerlich, weil die Nächste bereits kühl sind und es nach der Wärme wahrscheinlich zu kalt und zu feucht sein wird.
Wer weiß. Milbenabfall bei einem Volk nach drei Tagen hammerhart. Darf man gar nicht sagen. Die anderen werden
nach TuB behandelt. Da warte ich noch ab.
Viele Grüße
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Simon » 3. August 2015, 11:06

Die Hitze schätze ich als unproblematisch ein wenn Abstand zur Brut geschaffen wird, es müsste eher gefragt werden ob die 25ml genügend sind bei Hitze.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Simon » 3. August 2015, 11:10

mmoe hat geschrieben:Was mich beim Nassenheider stört ist eben die unkontrollierte AS-Abgabe. Lediglich mit dem kleinsten Docht kann
ich einen See in der Wanne verhindern. Ansonsten ist dsa einfach jedes Mal zu viel. Egal, wie ich das anstelle.
Liegt es wirklich am Docht oder gibts noch andere Saugeffekte? Beim Vorgängermodell (ohne Wanne) gab es eine Serie mit undichter Verschraubung, da liefen mir die Flaschen leer.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon mmoe » 3. August 2015, 12:45

Die undichten Flaschen hatte ich bereits im letzten Jahr reklamiert. Ich benutze die mittleren Dochte für die Zweizarger. Die "ziehen" aber zu stark, so dass ich immer auf den kleinsten Docht ausweichen muss . Dann komme ich auch mit der Behandlungsdauer hin. Ansonsten läuft das Ding sofort leer.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon SteFüh » 3. August 2015, 13:29

Ich behandel derzeit auch mit LD und Nassenheider Prof. parallel. Trotz der Temparaturen kann ich bis jetzt sagen, dass alles normal läuft. Die Verdunstungsrate passt. LD auf Zweizarger habe ich um je ein Feld gekürzt, den Nassenheider fahr ich mit großem Docht. Die Konzentration entwickelt sich über den Tag hinweg ja unterschiedlich und hängt auch stark vom Standort ab. Für schattige Plätzchen sehe ich bzgl. der Temparatur kein Problem. In der Nacht haben wir es kühl, morgens bis 11 Uhr passt es und zur Mittagszeit verdunstet halt mehr. Ab September gibts wieder Achterbahn-Wetter und Du kannst die Sache vergessen. Wenn ich nur nach dem Varroawetter.de gehen würde (seit Beginn schaue ich hier nach), könnte es im gesamten August gerade mal wieder 2 Felder für eine optimale Behandlung geben. Die Seite ist als Orientierung gut, aber die Standortfaktoren kennt nur der Imker und letztendlich muss ich danach entscheiden.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Simon » 3. August 2015, 14:52

Dispenser.JPG
Die Aufbewahrung der LD ist vergleichsweise einfach, die wenigen Teile sind ohne Sortierung für einen großen Völkerbestand schnell einsatzfähig.

nasspr.JPG
Vorsicht Teileexplosion, für den Transport der gefüllten Flaschen sind die beiden Schalen nicht geeignet, nur für den Teilekram, etwas durcheinander gabs schon, liegt an meiner mangelnden Ordnungsdisziplin.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Boettger » 3. August 2015, 18:20

mmoe hat geschrieben:Was mich beim Nassenheider stört ist eben die unkontrollierte AS-Abgabe. Lediglich mit dem kleinsten Docht kann
ich einen See in der Wanne verhindern. Ansonsten ist dsa einfach jedes Mal zu viel. Egal, wie ich das anstelle. I


Den "AS-See" hatte ich auch schon. Und zwar gleichzeitig bei allen Völkern. Die AS-Abgabe pro Tag über den der Anleitung entsprechenden Docht schien mir in Ordnung gewesen zu sein (also kein Zug durch Kontakt des Dochtes mit dem Verdunstungstuch oder zu hohe Tropfleistung durch falschen Docht) und die Flaschen waren alle dicht (man legt ja den schwarzen Deckel zur Kontrolle unter den Verschluss und prüft am nächsten Tag entsprechend).
Ich führe den "AS-See" auf das Verdunsterfließ zurück. Dessen Oberflächenstruktur reicht für eine vernünftige Verdunstung offenbar nicht aus. Wenn sich dann einmal ein "See" gebildet hat verringert sich die Verdunstungsoberfläche nochmal zusätzlich, das macht das Ganze nicht wirklich besser.

Ich habe letztes Jahr jeweils zwei Schwammtücher auf das Fließ gelegt. Vermutlich hätte eines ausgereicht, dann steht der Verdunster aber nicht mehr waagrecht in der Beute. Ein zweites Schwammtuch muss aber erst mit der Scheere bearbeitet werden, was den Arbeitsaufwand pro Verdunster auch nicht gerade kleiner werden lässt.

Durch das Schwammtuch steht allerdings dann genügend strukturelle Verdunstungsfläche zur Verfügung. Einen See hatte ich letztes Jahr jedenfalls nicht mehr.
Damit war dann auch das dem Nassenheider zugrundeliegende Prinzip wiederhergestellt, bei dem sich der "Verdunstungsfleck" der Verdunstungsleistung anpasst und so (relativ gesehen etwas unabhängiger vom Klima) eine gleichmäßige Verdunstung der AS gewährleistet wird.
(d.h. bei Kälte und entsprechend schlechter Verdunstung vergrößert sich die Verdunstungsfläche (der "Fleck") automatisch, bei hoher Verdungstungsleistung wird die Verdungstungsfläche kleiner).

Die Schwammtücher haben übrigends einen weiteren netten Nebeneffekt: Man kann den Verdunstungsfleck wieder optisch sehen. Auf dem mitgelieferten Fließ beim professional war mir das nicht möglich.

Im Grunde genommen finde ich es allerdings mehr als traurig, wenn man zugelassene und von den Instituten und Verbänden empfohlene Verdunster erst modifizieren muss, damit sie mit den jeweils gerade zugelassenen AS-Säuren vernünfig einsetzbar sind.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Karlheinz » 4. August 2015, 19:52

Ich habe gestern erneut mit Liebig Dispensoren die AS Behandlung begonnen. Die Verdunstungsmengen sind kaum kalkulierbar und auch schwer zu beeinflussen: Bei den Trogbeuten sind bei etwa gleicher Bienenmasse einmal 40ml und einmal 30 ml verdunstet. Beim 2- Zarger Magazin gar nur knapp 20 ml. Alles mit 8/8 Docht.
Ich denke, das Problem liegt grundsätzlich daran, das bei allen Dispensoren die Verdunstung und der Nachfluss nur über den Docht geschehen und somit nicht steuerbar sind.
1. Benötigt wird aber ein System, welches eine definierte Menge As in die Beute einbringt.
2. Diese Menge muss in der Beute auch verdunsten.
Morgen besorge ich mir ein Infusionsset aus der Apo. Damit kann ich eine definierte Menge über eine bestimmte Zeit auf einen Docht aufbringen.
Wenn der Docht sehr großflächig ist und in einem steilen Winkel schräg in der aufgesetzten Zarge eingebracht wird, dann kann diese aufgebrachte Menge in jedem Fall auch sicher verdunsten, weil der Docht überdimensional groß ist.
Zur Sicherheit, damit nichts in die Beute suppt, kommt noch ein Auffangschutz (längsseitig halbiertes dünnes Kunststoffrohr , beide Enden verschlossen) an die Unterseite des Dochtes. Als Auflage für den Docht verwende ich ein Kunststoff-Absperrgitter.
Ein Infusionsset kostet im Netz unter 4 Euronen.
Um das ganze innerhalb der Beute unterzubringen, benötigt man nur eine weitere Leerzarge.
Ich wette das funktioniert.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Karlheinz » 4. August 2015, 19:56

Falls der einstellbare Tropfmechanismus zu ungenau sein sollte, es gibt auch Batteriebetriebene Infusionspumpen. Billiger als eine Bienensauna wird das allemal.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon waldimker » 5. August 2015, 07:43

ein Schwammtuch ist einfacher.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon mmoe » 5. August 2015, 09:33

Boettger hat geschrieben:Ich habe letztes Jahr jeweils zwei Schwammtücher auf das Fließ gelegt. Vermutlich hätte eines ausgereicht, dann steht der Verdunster aber nicht mehr waagrecht in der Beute. Ein zweites Schwammtuch muss aber erst mit der Scheere bearbeitet werden, was den Arbeitsaufwand pro Verdunster auch nicht gerade kleiner werden lässt.


Vielen Dank. Das ist ein guter Tipp. Mit herkömmlichen Haushaltspapier funktioniert es ebenfalls nicht. Das hatte ich bereits ausprobiert.
Viele Grüße
Marco
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Karlheinz » 5. August 2015, 09:41

waldimker hat geschrieben:ein Schwammtuch ist einfacher.


einfacher ja, aber hier hast Du das Problem, dass beim Behandlungsbeginn der Säurepegel sehr schnell steigt, selbst bei gekühlter Säure, dann ein kurzfristiges Maximum erreicht und dann über einen langen Zeitraum immer dünner wird.
Aber bevor ich weitere handelsübliche Verdunster mit den bekannten Unzulänglichkeiten anschaffe, nehme ich tatsächlich ein Schwammtuch auf Absperrgitter und gebe notfalls die täglich benötigte AS Dosis drauf.
Ich habe im Netz ein Gerät gefunden, das hierzu gut geeignet wäre. Vergessen wir mal den Preis, es geht mir ums Prinzip.
So stelle ich mir eine genaue Applikation vor.
http://www.medi-king.de/bbraun-perfusor-compact-spritzenpumpe
LG
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon waldimker » 5. August 2015, 20:35

Kenne zwei Berufsimker, die nur mit Schwammtuch behandeln. Wenn man das richtig macht, ist das o.k. Und es gibt Leute die sagen, kurzfristig eine hohe AS-Konzentration sei verträglicher als mehrere Tage eine geringere.
Jetzt kannst Du s Dir immer noch aussuchen... ;)
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Karlheinz » 5. August 2015, 21:02

In 24 Stunden sind heute bis zu 50ml von der 60% AS verdunstet. 30ml davon in 5 Stunden!
Wenigstens habe ich jetzt Milben satt in dieser Windel: bei 200 hab ich aufgehört zu zählen.
An der einstellbaren Dosierpumpe werde ich trotzdem dranbleiben. Mit den archaischen Verdunstermethoden möchte ich mich nicht nochmal zufrieden geben müssen.
LG
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Hotzenplotz » 5. August 2015, 21:21

Die hohen Temperaturen werden bei uns eine Behandlung am Freitag Abend (Start) zulassen. Ich nehme den Nassenheider Verdunster und lege noch ein Schwammtuch auf das Vlies auf. (Danke für den Tipp)
Ein Volk, welches als Sammelbrutableger gebildet ist, hat schon die Behandlung laufen. Alles OK, Die Bienen sitzen zum Teil neben der Verdunstung Schale. Die Beute steht auch ab 15 Uhr nicht mehr in der Sonne.
:ugeek: ;)-
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon artos » 6. August 2015, 15:43

Liebe Imker,

hier gibt es eine sehr informative Studie: http://www.vbio.ruhr-uni-bochum.de/downloads/beinert.pdf
ZITAT:
Ergebnisse und Diskussion Methoden Patricia Beinert, Pia Aumeier, Wolfgang H. Kirchner In Feldversuchen über einen Zeitraum von drei Jahren wurden fünf unterschiedliche AS – Applikatoren mit 60 bzw . 85 % iger AS an insgesamt 155 Bienenvölkern im Zeitraum von August bis Oktober 2011 , 2012 und 2013 an 6 Standorten in Nordrhein - Westfalen getestet . Zum Einsatz kamen der Nassenheider Verdunster vertikal (Nassvert), der Nassenheider Verdunster Horizontal (Nasshor), der Nassenheider Verdunster Professional ( Nassprof ), der Liebig Dispenser (LiD) und die Mite Away Quick Strips™ (MAQS) . Die Überprüfung des Behandlungserfolges wurde mit Hilfe einer Oxalsäurenachbehandlung (OS) im brutfreien Zustand der Völker durchgeführt . Desweiteren wurden Messungen der Stockluftkonzentration an Ameisensäure mit Hilfe eines Polytron 2 von Dräger durchgeführt . Die Grundvoraussetzung für gesunde und produktive Völker der Honigbiene Apis mellifera ist eine effektive Behandlung der Milbe Varroa destructor . Für eine erfolgreiche Therapie stellt Ameisensäure (AS) ein wichtiges Hilfsmittel dar, weil sie neben den Milben in der phoretischen Phase als einziges Varroazid auch die Milben in der reproduktiven Phase zu töten vermag (Fries 1991 ) . AS ist in ihrer Wirksamkeit jedoch stark abhängig vom Mikroklima der Umgebung sowie den bienenstockinternen Verhältnissen . Für einen optimalen Behandlungserfolg ist daher eine sorgsame Abstimmung der Applikationsform notwendig . Literatur Fries, I. ( 1991 ) Treatment of sealed honey bee brood with formic acid for the control of Varroa jacobsoni . Am. Bee J. 131 : 313 - 314 . Ruhr - Universität Bochum, Fakultät für Biologie und Biotechnologie Die Ergebnisse der Dreijahresstudie zeigten eine signifikante Abhängigkeit des Behandlungserfolges von der Außentemperatur (Abb . 1 ) . Bei durchschnittlichen Temperaturen von 15 - 18 ° C über den gesamten Behandlungszeitraum konnte insgesamt eine hohe Effizienz erzielt werden ( 84 , 8 ± 19 % ; n= 45 ) . Sowohl die Anwendung der Mite Away Quick Strips™ als auch der 85 % igen bzw . 60 % igen AS im Nasshor zeigten einen guten Therapieerfolg (MAQS : 95 , 7 ± 7 , 9 % ; Nasshor 85 % 97 , 2 ± 2 % ; Nasshor 60 % 95 , 1 ± 6 , 1 % ) . Die Wirkung des Nassvert mit 60 % iger AS ( 55 , 5 ± 17 , 5 % ) lag trotz günstiger Bedingungen weit darunter (Kruskal - Wallis - Test, p< 0 , 05 ) . In Temperaturbereichen unter 15 ° C nahmen die Zuverlässigkeit und der Therapieerfolg insgesamt deutlich ab ( 12 - 15 ° C : 75 , 4 ± 19 % ; n= 57 , 10 - 12 ° C : 65 , 1 ± 26 , 8 % ; n= 53 , Kruskal - Wallis - Test, p< 0 , 05 ) . Aber auch unter diesen ungünstigen Bedingungen übertraf der Effekt der Mite Away Quick Strips stets den der 60 % igen AS im LiD und Nassprof (Kruskal - Wallis - Test, p< 0 , 05 )

Gruß aus Berlin ARTOS
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Karlheinz » 7. August 2015, 10:14

Zitat:
"Bei durchschnittlichen Temperaturen von 15 - 18 ° C über den gesamten Behandlungszeitraum konnte insgesamt eine hohe Effizienz erzielt werden".
Das genau ist das Problem. Wann hat man Temperaturen von 15-18 Grad über den gesamten Behandlungszeitraum?
LG
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon andreasE » 7. August 2015, 11:19

Karlheinz hat geschrieben:Das genau ist das Problem. Wann hat man Temperaturen von 15-18 Grad über den gesamten Behandlungszeitraum?

...niemals! Deswegen: Schwammtuch.

Gruß
Andreas
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Karlheinz » 7. August 2015, 21:13

andreasE hat geschrieben:
Karlheinz hat geschrieben:Das genau ist das Problem. Wann hat man Temperaturen von 15-18 Grad über den gesamten Behandlungszeitraum?

...niemals! Deswegen: Schwammtuch.

Gruß
Andreas

...interessant, deshalb hab ichs gestern auch bei meinem jüngsten Ableger (1 Milbe in 2 Tagen) probiert: 10ml gekühlte As 60% auf Schwammtuch in die Schublade bei Zander, früh morgens bei 25 Grad. Mittags 30 Grad nochmal 5ml nachgelegt mit der Spritze.
Die Bienen sichtbar unruhiger. Spät nachmittags war das Schwammtuch trocken.
Nach 24 Std. 134 Milben in der Windel!
Geht also auch.
Bei meinem 2-Zarger hab ich 200ml bei vollem Docht des Liebig Dispensers eingefüllt, sind morgen früh sicher durch, dh. 4,5 Tage ca. 45ml/Tag.
Über 200 Milben am ersten Tag, jetzt sinds nur noch 30... mal sehen in 2 Wochen...
Liebe Grüße
Karlheinz
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Simon » 10. August 2015, 15:41

Nach 8 Tagen sind die Nassenheider Verdunster mit 290ml fertig, 36ml pro Tag. Alle Königinnen stiften wieder, Larven wurden alle geräumt, nur noch schlüpfende Brut, bei der geplanten Dauer von 12 Tagen würde man die Völker beinahe brutfrei bekommen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon FranzBurnens » 10. August 2015, 18:40

Karlheinz hat geschrieben:Zitat:
"Bei durchschnittlichen Temperaturen von 15 - 18 ° C über den gesamten Behandlungszeitraum konnte insgesamt eine hohe Effizienz erzielt werden".
Das genau ist das Problem. Wann hat man Temperaturen von 15-18 Grad über den gesamten Behandlungszeitraum?

Aber hallo! Hier geht's um Freilandversuche, da grenzt es schon an Böswilligkeit, wenn man das kleine Wörtchen 'durchschnittlich' unter den Tisch fallen läßt.

Wer am Monatsanfang 2000,-€ in d'r Täsch hat und am Ende blank ist, der verfügt halt im Durchschnitt über 1.000,- Egal ob es zuerst flott flöten geht und nachher denn spärlicher: am Schluss der Behandlungsperiode ist alles verdunstet

and the mites are away ...
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Karlheinz » 10. August 2015, 20:51

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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Simon » 11. August 2015, 09:34

Vorläufiger Überblick über die erste Behandlungsserie, es fallen noch Milben aus der verdeckelten Brut, die erste Abschätzung der Wirkung kann aber trotzdem gewagt werden. Auf den ersten Blick gibt es kein Volk mit ausgefallener Wirkung, der nat. Abfall ist schlüssig zum Behandlungsablauf.
ldnass.jpg

Ein Volk (grün) wurde brutfrei beträufelt, rot dargestellt LD, Nass. Prof. blau.
verlauf.jpg
Aus dem täglichen Abfall lässt sich gut ableiten dass der Liebig Dispenser bei dieser Anwendung durch vergrößerte Oberfläche überdosiert hat, interessant ist der späte Abfall des Nassenheiders, erst am Tag 4 fallen die Milben deutlich, vermutlich nach erreichen einer Konzentrationsspitze oder durch die Summe der unterschwelligen Einwirkung. In zwei Wochen kann der natürliche Milbenfall bewertet werden.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon FranzBurnens » 11. August 2015, 18:53

Simon hat geschrieben: erst am Tag 4 fallen die Milben deutlich, vermutlich nach erreichen einer Konzentrationsspitze oder durch die Summe der unterschwelligen Einwirkung.

Wenn AS in die verdeckelte Brut wirkt - und diese die Behandlung überlebt u. schließlich zum Schlüpfen kommt - dann sollte es doch für den Abfall der Milben maßgeblich sein, wann wieviele Jungbienen das Tages- bzw. Beutenlicht erblicken und ihre verendeten Parasiten damit abwerfen. Der Applikator dürfte daher weniger verantwortlich sein für den Tag des maximalen Wirkeffekts.
FranzBurnens
 
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Karlheinz » 11. August 2015, 22:44

FranzBurnens hat geschrieben:
Simon hat geschrieben: erst am Tag 4 fallen die Milben deutlich, vermutlich nach erreichen einer Konzentrationsspitze oder durch die Summe der unterschwelligen Einwirkung.

Wenn AS in die verdeckelte Brut wirkt - und diese die Behandlung überlebt u. schließlich zum Schlüpfen kommt - dann sollte es doch für den Abfall der Milben maßgeblich sein, wann wieviele Jungbienen das Tages- bzw. Beutenlicht erblicken und ihre verendeten Parasiten damit abwerfen. Der Applikator dürfte daher weniger verantwortlich sein für den Tag des maximalen Wirkeffekts.

ich glaube, es ist Beides.
Gruß
Karlheinz
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Janos » 12. August 2015, 06:53

Ich hab am Samstag begonnen mit den NassPro zu behandeln - nach 24h hatte ich eine Verdunstungsrate von auch über 30ml so dass ich den Docht auf den mittleren gewechselt habe - nach weiteren 24h hatte ich die gewünschte Rate von 20-25ml

Interessant war, dass absolut egal ob viel Sonne oder weniger oder ob starkes oder ganz starkes Volk, die Verdunstungsraten in allen 5 Völkern absolut identisch war (was ich gut finde, da kann ich von Stichproben gute Rückschlüsse ziehen)

Milbenfall ist auch dort am höchsten, wo laut Windel am meisten Brut schon geschlüpft ist.
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Re: Liebig Dispenser vs. Nassenheider Prof.

Beitragvon Simon » 12. August 2015, 07:33

Janos hat geschrieben: die Verdunstungsraten in allen 5 Völkern absolut identisch war (was ich gut finde, da kann ich von Stichproben gute Rückschlüsse ziehen)
Von einer gleichmäßigen Verdunstung kann nicht auf gleichmäßige Wirkung geschlossen werden. Stichprobe wäre es den natürlichen Abfall zu messen, an allen Völkern, den man mit dem Behandlungsergebnis in Beziehung setzen kann.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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