Bienensauna

Rückstandsfreies Imkern mit organischen Säuren
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Jeder Imker beachtet die gültigen Bestimmungen zur Varroabekämpfung und wendet die in seinem Land zugelassenen Behandlungsmittel an.

Bienensauna

Beitragvon Angie » 28. Oktober 2014, 15:10

Hallo liebe Imkerkollegen,

schaut doch mal hier, das hat mir eben eine Vereinskollegin zugestellt.
In Berlin wurde die neu entwickelte Bienensauna vorgestellt, auch in München wurde sie schon gezeigt.
Hat jemand da etwas mitbekommen und was haltet ihr davon? War vielleicht jemand sogar live dabei?

Hier die Links:
http://www.youtube.com/watch?v=ULRR8cfh3k8
http://www.wir-retten-bienen.org/wir-retten-bienen
http://www.wir-retten-bienen.org/wichtige-antworten
http://www.wir-retten-bienen.org/behandlungserfolge
http://www.wir-retten-bienen.org/blog/l ... n-muenchen
http://www.wir-retten-bienen.org/blog/i ... enen-sauna

Hört sich doch vielversprechend an-oder?
Simon fehlt. RIP
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Re: Bienensauna

Beitragvon Karlheinz » 28. Oktober 2014, 15:45

meine ganz persönliche Meinung dazu:
Immer wieder versuchen Imker mit eigenen oft wundersamen "Methoden" das Problem Varroa zu lösen. Ich verlasse mich lieber auf anerkannt seriöse Institute, die nachweislich Erfolge mit ihrem Konzept vorweisen können.
Die "Bienensauna" halte ich persönlich für :rofl: eine gute Lachnummer, auch wenn es zum 1. April besser gepasst hätte.
Gruß
Karlheinz
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Re: Bienensauna

Beitragvon Cabovelas » 28. Oktober 2014, 15:54

Ist ein alter Schuh!
Lachen muss man darüber nicht denn das es funktioniert ist wahr!
Nur ist es praktisch fast nicht zu bewerkstelligen. Ist eher ein lustiges Spiel für einen wohlhabenden 5 Volk Imker.
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Re: Bienensauna

Beitragvon Simon » 28. Oktober 2014, 18:19

Es fallen Milben, die Schädigungsgrenze für Bienen und Brut ist allerdings ebenfalls schnell erreicht. Sperrt man Bienen in eine Sauna, so saufen sie 5l Wasser aus der Futtertasche, dies deutet nicht gerade auf eine schonende Behandlung hin.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Bienensauna

Beitragvon Bogli » 28. Oktober 2014, 21:26

Auf eine wichtige Frage finde ich keine Antwort: Was kostet der Spaß?
Gruß Bogli
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Re: Bienensauna

Beitragvon Immenfreund » 29. Oktober 2014, 08:30

Simon hat geschrieben:... Sperrt man Bienen in eine Sauna, so saufen sie 5l Wasser aus der Futtertasche, dies deutet nicht gerade auf eine schonende Behandlung hin.

du schreibst das ohne smilie, ist das so?
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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Re: Bienensauna

Beitragvon Sauzahn » 29. Oktober 2014, 11:34

Bogli hat geschrieben:Auf eine wichtige Frage finde ich keine Antwort: Was kostet der Spaß?

Im Nachbarforum gibt es einen Thread zum gleichen Thema, in dem auch Preise genannt werden. Latürnich ohne Gewehr ;-)

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Re: Bienensauna

Beitragvon Sauzahn » 29. Oktober 2014, 12:10

Ich sehe bei dem Gerät so einige Nachteile und in Verbindung mit dem Direktvertrieb und den spärlichen Infos auf der zugehörigen Webseite leuchtet bei mir das eine oder andere Warnlämpchen auf.

Einfach mal ins Unreine geschrieben:
  • Preisinfos nur aus zweiter Hand
  • Details zum Gerät (Gewicht, Stromverbrauch, Witterungsbestängigkeit, Garantie, TÜV): Fehlanzeige
  • Extra Boden wird benötigt
  • Keine Windel integriert, unmittelbare Erfolgskontrolle ist dadurch erschwert
  • Flugloch bleibt während der Behandlung geschlossen: um also möglichst alle ansitzenden Milben während der Behandlung zu erwischen und kein Chaos durch heimkehrende Bienen auszulösen, muss man am Behandlungstag den Flugbetrieb unterbinden
  • Fehlende Infos, ob auch zweiräumig geführte Völker damit zu behandeln sind
  • Fehlende unabhängige und möglichst längerfristige Erfahrungsberichte

Und dann noch zwei Mal zwei Stunden Behandlungszeit pro Volk... sorry, das wird nix.

Meint
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Re: Bienensauna

Beitragvon Simon » 29. Oktober 2014, 18:32

Immenfreund hat geschrieben:
Simon hat geschrieben:... Sperrt man Bienen in eine Sauna, so saufen sie 5l Wasser aus der Futtertasche, dies deutet nicht gerade auf eine schonende Behandlung hin.

du schreibst das ohne smilie, ist das so?

Das ist so, nicht von mir festgestellt, aber bei Versuchen entdeckt. Was wohl die Stadtimker auf den Wabenschmelzdächern ihren Völkern antun?
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Bienensauna

Beitragvon Sauzahn » 29. Oktober 2014, 22:02

Simon hat geschrieben:Was wohl die Stadtimker auf den Wabenschmelzdächern ihren Völkern antun?

Nana, mal nicht alle Stadtimker über einen Kamm scheren ;)

Die Wabenschmelzimker wie Du sie nennst haben meist nur ein paar Völker aus Werbe-/Prestigegründen auf Dächern stehen und häufig sind Flachdächer mit (hellen) Kieseln eingestreut, so dass die Hitzeentwicklung im Rahmen bleibt.

Ein Volk, im Hochsommer ganztägig auf schwarze Schweißbahn gestellt, würde vermutlich ausziehen.

Gruß
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Re: Bienensauna

Beitragvon Simon » 30. Oktober 2014, 09:57

Sauzahn hat geschrieben:Die Wabenschmelzimker wie Du sie nennst haben meist nur ein paar Völker aus Werbe-/Prestigegründen auf Dächern stehen und häufig sind Flachdächer mit (hellen) Kieseln eingestreut, so dass die Hitzeentwicklung im Rahmen bleibt.

Vielleicht ist es nur in hessisch Sibirien möglich die Völker ohne Thermostress so auf dem Dach zu halten: http://www.kassel-stadthonig.de/KSH/Bie ... SSATZ.html
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Bienensauna

Beitragvon Cabovelas » 30. Oktober 2014, 10:07

Simon, du siehst doch dass die Bienen durch die Schornsteine Schatten und auch noch Rauch der sie beruhigt gespendet bekommen :rofl:
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Re: Bienensauna

Beitragvon Claus » 30. Oktober 2014, 23:33

Moin Moin,
wenn ich das so lese, Bau ich gleich unsere Mikrowelle auseinander
und bestrahle meine Beuten. :bigrin:
Satschüssel unter den Boden, Zarge in Mäusegitter gewickelt, Sender rein und ...... Energie!!

Oder ich hol mir nen alten Röntgenapparat vom Schrott.

Thermonukleare Lösung des Varoaproblems.

Gruß aus Ostwestfalen

Claus
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Re: Bienensauna

Beitragvon Bogli » 31. Oktober 2014, 18:33

[quote="Claus]
wenn ich das so lese, Bau ich gleich unsere Mikrowelle auseinander
und bestrahle meine Beuten.[/quote]

Weiß was viel besseres. Jeder Verein baut gemeinsam eine Outdoor-Sauna. Die kann dann entweder zur Varroabekämpfung oder beim monatlichen Imkertreff genutzt werden. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Und im Endeffekt um einiges günstiger. ;)
Gruß Bogli
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Re: Bienensauna

Beitragvon FlorianDeising » 4. November 2014, 08:14

Hallo liebe Imker,

ich bin Florian von der Bienen-Sauna. Ich würde gerne auf ein paar Punkte von Euch eingehen.

Preis:
Der Preis der Bienen-Sauna beträgt 400 Euro ohne Akku und 600 Euro mit Akku. Das sind Preise, die aktuell weit unter den Produktionskosten liegen. Daher machen wir auch Crowdfunding http://www.ecocrowd.de/en/projects/1113 ... enen-Sauna, um die Kleinserie überhaupt für euch so "günstig" anbieten zu können. Je mehr Geräte wir in den nächsten Jahren bauen können, desto stärker wird auch der Preis fallen. Schon jetzt bewegen wir uns aber in einem Rahmen, den sich jeder Imker leisten kann. Nach 5 hat sich das Gerät amortisiert. Es gibt 5 Jahre Garantie auf die Geräte!

Methode:
Hyperthermie ist anerkannt und funktioniert. Wir haben lediglich für zwei Dinge gesorgt: hoher Wirkungsgrad von ca. 90%, weil wir im Bienenstock juvenile und adulte Bienen gleichzeitig behandeln und das Gerät ist unabhängig vom Stromnetz in der Akku-Version.

Zeit:
Die Behandlung dauert je nach Beute und Jahreszeit zwischen einer Dreiviertelstunde und zwei Stunden - noch! Es ist ja die erste Kleinserie. Die Folgegeräte werden sicherlich noch effizienter werden. Auch so ist aber der eigentliche Arbeitsaufwand gering, weil die Sauna einfach nur in den jeweiligen Bienenstock eingesetzt wird. Mehr Völker brauchen eben auch mehr Saunen.

Prototypen:
Es gibt einen Prototypen, der jetzt in Kleinserie geht. In Rahmen der nächsten 5 Monate wird das Seriengerät entwickelt. Dann gibt es Siegel und Maße. Uns kam es erst einmal darauf an zu zeigen, dass das Gerät funktioniert. http://www.wir-retten-bienen.org/blog/i ... enen-sauna und http://youtu.be/prfsgwpXLsw

Erfahrungsberichte:
Es gibt bisher rund 10 Imker, die ihre Völker von uns haben behandeln lassen. Jeder von ihnen ist mit der Behandlung mehr als zufrieden. Siehe Zitate bei uns auf der Website. Wir arbeiten im nächsten Jahr mit allen Käufern der Bienen-Sauna zusammen, um die gewünschten Dokumentationen zusammen zu stellen. Ich bitte um Nachsicht, dass wir anders arbeiten müssen als Forschungsinstitute.

Selbstbau:
Bitte schön, aber die Anforderungen sind nicht trivial: die Bienen-Sauna funktioniert deshalb, weil die Kombination aus Wärme, Feuchte und Luftpolster computergesteuert wird und selbstlernend sich auf Beutenformate einstellt.

Ich bin gespannt auf Eure Reaktionen.

Herzlichen Gruß,

Florian
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Re: Bienensauna

Beitragvon Immenfreund » 4. November 2014, 12:54

FlorianDeising hat geschrieben:...Der Preis der Bienen-Sauna beträgt 400 Euro ohne Akku und 600 Euro mit Akku.

...Mehr Völker brauchen eben auch mehr Saunen.

Ich bin gespannt auf Eure Reaktionen.


Hallo Florian,
aus meiner Sicht kannst du das knicken, wie man heute so sagt.
Wie schlimm muss die Varroabelastung werden, damit ein Imker eine mehr als Verdoppelung der Kosten pro Volk akzeptiert?
200€ Volk 200€ Beute und 600€ für Varroabehandlung?
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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Re: Bienensauna

Beitragvon FlorianDeising » 4. November 2014, 13:43

Hallo Immenfreund,

das ist eine Rechenaufgabe, die allerdings zumindest auf die Garantiezeit des Gerätes zu beziehen ist. Wir rechnen intern mit einer Lebensdauer von 15 Jahren, da die Verschleißteile gering sind. Ab 5 Jahren Betrachtungszeitraum lohnt sich die Anschaffung, denn es sind die laufenden Kosten für Säurebehandlung dagegen zu rechnen. Aus unserer Sicht kommen höhere Honigerträge noch zusätzlich mit in die Kalkulation. Dadurch verkürzt sich die Amortisationszeit weiter.

Herzlichen Gruß,

Florian
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Re: Bienensauna

Beitragvon Simon » 4. November 2014, 15:05

FlorianDeising hat geschrieben:Erfahrungsberichte:
Es gibt bisher rund 10 Imker, die ihre Völker von uns haben behandeln lassen. Jeder von ihnen ist mit der Behandlung mehr als zufrieden. Siehe Zitate bei uns auf der Website. Wir arbeiten im nächsten Jahr mit allen Käufern der Bienen-Sauna zusammen, um die gewünschten Dokumentationen zusammen zu stellen. Ich bitte um Nachsicht, dass wir anders arbeiten müssen als Forschungsinstitute.

Hallo Florian,
um die Wirksamkeit einer Behandlungsmethode zu beurteilen gehört nicht viel dazu, Milben zählen, vor während und nach der Behandlung. Warum haben dies 10 Imker nicht geschafft zu protokollieren?
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Bienensauna

Beitragvon andreasE » 4. November 2014, 16:35

Guten Tag Florian,

mir ist nicht ganz klar, ob man (Du) den Zeitfaktor einfach so vernachlässigen sollte... ich meine: Eine Stunde ist schon recht lang, vor allem, wenn ein Imker mehrere Völker hat.
Desweiteren ist der Boden, welcher für das Gerät notwendig ist, in die Kalkulation/ Abschreibung mit einzubeziehen! Ein Boden, welcher zum Wandern nicht geeignet ist.
Und: Wieso rechnet Ihr mit höheren Honigerträgen? ...das erschließt sich mir nicht!

Ohne Dein Gerät und alles Daranhängende genau zu kennen, denke ich, daß es wohl nicht billiger als das Schwammtuch sein wird...

Gruß
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Re: Bienensauna

Beitragvon Nils » 4. November 2014, 17:24

Ich glaube nicht daß man vorrangig die Kosten vergleichen sollte. Im wesentlichen sehe ich den Vorteil einer Wärmebehandlung darin, daß ich dies jederzeit auch während der Tracht anwenden kann. Da rechne ich nicht Schwammtücher dagegen....

Der Zeitaufwand ist zwar beträchlich, aber man steht ja nicht untätig daneben rum!

Mich stört da der extra Boden schon deutlich mehr, ich wünschte mir ein Gerät, das man anstatt der Windel einschieben könnte....

Servus,

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Re: Bienensauna

Beitragvon andreasE » 4. November 2014, 17:42

Hallo Nils,

daß es eine Rechenaufgabe ist, hat auch der Florian gesagt.
Ich Stimme Dir natürlich zu, daß man auch während der Tracht behandeln könnte, was dieses System anderen Möglichkeiten voraus hat. Persöhnlich bin ich allerdings noch nicht in die Verlegenheit gekommen, während der Tracht behandeln zu müssen!

Und: Nehmen wir einmal an, daß ein Außenstand mit 20 Völkern behandelt wird und dafür 20 Stunden gebraucht werden, dann kann sich jeder selber ausrechnen, wie lange er rumsteht...

Gruß
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Re: Bienensauna

Beitragvon waldimker » 4. November 2014, 18:11

Hallo Florian,

Ja, Völker hin und her-heben, das möchte niemand machen. Es sollte sich OHNE Unterbau in bestehende Böden integrieren lassen können.

Und: Ergebnisprotokolle müssen gezeigt werden.

Was sich mir als nur technisch, und nicht wirtschaftswissenschaftlich begabten und gebildeten Menschen nicht erschließt ist das Abgeben zu einem Preis, der noch nicht einmal die Herstellungskosten einspielt.
Du kannst doch nicht noch drauflegen um ein Gerät in Umlauf zu bringen!?
Sowas kann sich vielleicht Aldi oder MediaMarkt leisten, aber...
Klar, Fundraising hin oder her, aber "WEIT UNTER DEN PRODUKTIONSKOSTEN"?!?! Löhne wirst Du ja wohl kaum zahlen müssen, komplexe Maschinen sind zur Herstellung nicht nötig.

Als eben technisch begabter Mensch würde ich vorschlagen, mindestens eine Version OHNE die Computersteuerung rauszubringen. Das verkompliziert das Ding doch unnötig und macht es anfällig. Freilich rennt "Mensch" dem "Modernen" hinterher. Also mehr Marketing als Notwendigkeit?

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Re: Bienensauna

Beitragvon Karlheinz » 4. November 2014, 18:41

Grundsätzlich befürworte ich jede Möglichkeit der Varroabehandlung ohne Chemie. Wenn die Geräte in der Serienproduktion dann auch preislich attraktiver und in der Anwendung freundlicher werden, Klasse.
Aber grundsätzlich bin ich skeptisch. Es fehlen mir konkrete Ergebnisse, am liebsten der Testbericht eines anerkannten Bieneninstituts.
Bis dahin investiere ich lieber die Zeit für eine erwiesenermaßen erfolgreiche Behandlung, ganz ohne Chemie: (TuB, Drohnenschneiden, AS, MS und ggfs. OS)
Trotzdem wünsche ich Euch viel Erfolg.
Gruß
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Re: Bienensauna

Beitragvon Sauzahn » 5. November 2014, 13:47

Hallo Florian von der Bienen-Sauna,

ich finde es gut, dass Du Dich hier angemeldet hast, um Dich den Fragen der Foristen zu stellen. Transparenz kann nie schaden und viele Mutmaßungen hätte es im Vorhinein sicher nicht gegeben, wenn auf eurer Website statt weichgespülter Werbesprüche auch ein paar Fakten zu finden gewesen wären. Immerhin sieht so aus, als hättet ihr in dieser Hinsicht nachgebessert.
FlorianDeising hat geschrieben:Preis:
Der Preis der Bienen-Sauna beträgt 400 Euro ohne Akku und 600 Euro mit Akku. [...] Nach 5 hat sich das Gerät amortisiert. Es gibt 5 Jahre Garantie auf die Geräte!

Danke für die Klarstellung diesbezüglich. Fünf Jahre Garantie sind ein Wort. Bei der Amortisation rechnest Du aber sicherlich mit einer Völkerzahl um die zehn, bei meinen fünf komme ich über fünf Jahre auf 16 EUR Behandlungkosten pro Volk, das erreiche ich selbst mit den hochpreisigen 'ad us. vet.'-Säuren nicht. Und viele Imker sind ja Sparfüchse, die sich ihre OS selbst zusammenrühren und/oder die deutlich preiswertere MS aus dem Lebensmittelhandel beziehen. Da sinken die Behandlungskosten pro Volk dann schnell auf Cent-Beträge pro Jahr, da kannst Du maximal mit höherem Komfort punkten.
FlorianDeising hat geschrieben:Zeit:
Die Behandlung dauert je nach Beute und Jahreszeit zwischen einer Dreiviertelstunde und zwei Stunden - noch! Es ist ja die erste Kleinserie. Die Folgegeräte werden sicherlich noch effizienter werden. Auch so ist aber der eigentliche Arbeitsaufwand gering, weil die Sauna einfach nur in den jeweiligen Bienenstock eingesetzt wird. Mehr Völker brauchen eben auch mehr Saunen.

Wie ich eurer Website jetzt entnehmen konnte ist die Behandlungszeit abhängig von der Anzahl der Zargen und davon, ob Brutfreiheit herrscht oder nicht. Was mir nicht in den Kopf will: woher weiß die Bienensauna denn, wann die Brutwaben durchwärmt sind? Wird da kein zusätzlicher Messfühler benötigt? Oder wird dieser Zeitpunkt abhängig von Beutenvolumen und Außentemperaur rechnerisch ermittelt? Schaltet die Sauna sich automatisch ab, wenn gemäß Programmierung das Behandlungsoptimum erreicht wurde oder muss ich selbst mit der Eieruhr daneben hocken?

Ich finde den Ansatz - weg von den nicht selten unzuverlässigen Säuren - im Grundsatz begrüßenswert und hoffe, dass ihr die Bienensauna zügig zur Serienreife entwickelt. Auf einige meiner zuvor vorgebrachten Fragen und Kritikpunkte bist Du ja schon eingegangen, manche relativieren sich angesichts des "Beta"-Stadiums der Sauna.

Schade finde ich es, dass ihr es, wie Simon schon bemerkte, anscheinend versäumt habt, valide Daten der mit der Sauna behandelten Völker zu sammeln. Ich hoffe, ihr reicht solche Messreihen noch nach.

Grüße
Sauzahn

P.S.: Und bitte spendiert eurer Website noch eine gescheite Menüführung für Desktop-Browser, euer Designer hat aus 'Mobile First' anscheinend 'Mobile Only' gemacht... momentan ist es anstrengend, sich dort zurechtzufinden.
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Re: Bienensauna

Beitragvon Plonsi » 5. November 2014, 14:44

FlorianDeising hat geschrieben:Hallo liebe Imker,

ich bin Florian von der Bienen-Sauna. Ich würde gerne auf ein paar Punkte von Euch eingehen.

[...]

Florian


Ich wollte mich nur kurz bedanken das Du dich hier gemeldet hast und für die Disskusion bin ein Interessierter Leser hier immer wieder mit Hoffnung und Skepsis ;)

Gruß Stefan
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Re: Bienensauna

Beitragvon Claus » 5. November 2014, 21:12

Hallo Florian,
Du schreibst, dass ihr unter anderem die Feuchte "computergesteuert" einstellen wollt.
Aus meinem beruflichen Kontext möchte ich behaupten, dass dies bei einem so geringen Volumen und den damit einher gehenden absoluten Wassermengen in einer Zeispanne von bis zu 2 Stunden nicht möglich ist.
Du müßtest in der Lage sein zu:
Befeuchten
Entfeuchten
Kühlen
Und Heizen.

Heizen geht.
Was ist mit dem Rest?
In einer Sauna wird durch Aufgüsse die Feuchte erhöht.
Macht ihr das auch?
Und warum gesteuert und nicht geregelt?
Gibt es keinen Regelalgorythmus
Zum Beispiel PID oder PIDT

Wenn sich das System automatisch anpasst, was ist hier die Führungsgröße?

Ich bin wirklich interessiert und würde mich über eine Antwort freuen.

Gruß
Claus
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Re: Bienensauna

Beitragvon FlorianDeising » 6. November 2014, 15:53

Simon hat geschrieben:
FlorianDeising hat geschrieben:Erfahrungsberichte:
Es gibt bisher rund 10 Imker, die ihre Völker von uns haben behandeln lassen. Jeder von ihnen ist mit der Behandlung mehr als zufrieden. Siehe Zitate bei uns auf der Website. Wir arbeiten im nächsten Jahr mit allen Käufern der Bienen-Sauna zusammen, um die gewünschten Dokumentationen zusammen zu stellen. Ich bitte um Nachsicht, dass wir anders arbeiten müssen als Forschungsinstitute.

Hallo Florian,
um die Wirksamkeit einer Behandlungsmethode zu beurteilen gehört nicht viel dazu, Milben zählen, vor während und nach der Behandlung. Warum haben dies 10 Imker nicht geschafft zu protokollieren?


Die Stände der Imker liegen - vor allem in Schweden - nicht immer direkt am Haus. Die tägliche Kontrolle ist schlicht nicht erfolgt. Das werden wir nun im nächsten Jahr ändern, indem wir stärker mit dem Imkern zusammen arbeiten und nachhaken.

Herzlichen Gruß,

Florian
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Re: Bienensauna

Beitragvon FlorianDeising » 6. November 2014, 16:01

andreasE hat geschrieben:Guten Tag Florian,

mir ist nicht ganz klar, ob man (Du) den Zeitfaktor einfach so vernachlässigen sollte... ich meine: Eine Stunde ist schon recht lang, vor allem, wenn ein Imker mehrere Völker hat.
Desweiteren ist der Boden, welcher für das Gerät notwendig ist, in die Kalkulation/ Abschreibung mit einzubeziehen! Ein Boden, welcher zum Wandern nicht geeignet ist.
Und: Wieso rechnet Ihr mit höheren Honigerträgen? ...das erschließt sich mir nicht!

Ohne Dein Gerät und alles Daranhängende genau zu kennen, denke ich, daß es wohl nicht billiger als das Schwammtuch sein wird...

Gruß
Andreas


Hallo Andreas,

hier die Antwort von einem Imkerkollegen bezüglich

Zeiteinsatz
Ich imkere mit ca 40 Völkern. Die 2x2 Stunden Behandlungszeit schrecken mich nicht, da ich in dieser Zeit andere Dinge am Stand erledigen kann. Mit 2 Saunen kann ich an einem Wochenende problemlos einen Stand behandeln. Die Arbeitszeit ist damit nicht wirklich viel höher als 4 Schwammtuchbehandlungen pro Volk, die zudem nur an bestimmten Tagen stattfinden darf und daher Planungsstress bedeutet. Ich kann mir im weiteren Verlauf sogar die Oxalsäurebehandlung sparen. Und zwar zeitlich und finanziell. Rechne ich die Kosten für AS und OS für 40 Völker zusammen, so gewinnt die Bienensauna sogar das finanzielle Rennen gegen die Klassischen Behandlungen. In den kommenden Jahren werde ich für jeden Bienenstand eine Sauna kaufen. Dr. Joachim Langstein, Imker.

Böden
Es gibt zu jeder Sauna immer einen Boden. Wir empfehlen soviele Böden wie Völker, damit die Bienen-Sauna hohe ein Hochheben der Beuten locker eingeschoben werden kann. Diese Ausgaben finden Berücksichtigung in der Kalkulation - völlig richtig!

Höhere Honigerträge
Vitale Völker sammeln mehr Honig. Wenn der Varroa-Befall so stark zurückgeht, wie das beim Einsatz der Bienen-Sauna der Fall ist, steigen die Honig-Erträge im Vergleich zu den Völkern, die mit Säure behandelt wurden. Zudem kann im Sommer zusätzlich behandelt werden. Spättrachten lassen sich so wunderbar einbringen. Der Honigertrag steigt nach unseren Schätzungen um ca. 60% - aber das sind noch keine verlässlichen Zahlen.

Herzlichen Gruß,

Florian
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Re: Bienensauna

Beitragvon FlorianDeising » 6. November 2014, 16:03

Nils hat geschrieben:Ich glaube nicht daß man vorrangig die Kosten vergleichen sollte. Im wesentlichen sehe ich den Vorteil einer Wärmebehandlung darin, daß ich dies jederzeit auch während der Tracht anwenden kann. Da rechne ich nicht Schwammtücher dagegen....

Der Zeitaufwand ist zwar beträchlich, aber man steht ja nicht untätig daneben rum!

Mich stört da der extra Boden schon deutlich mehr, ich wünschte mir ein Gerät, das man anstatt der Windel einschieben könnte....

Servus,

Nils


Hallo lieber Nils,

danke für Dein Statement. Das sehen wir ganz genauso - siehe auch eingefügtes Zitat des Imkerkollegen Langstein in meinem Beitrag oben drüber. Die Böden wollen wir mittelfristig mit den Beuten-Lieferanten abstimmen, um genau diesen Effekt der Kompatibilität zu erzielen.

Herzlichen Gruß,

Florian
Zuletzt geändert von FlorianDeising am 6. November 2014, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bienensauna

Beitragvon FlorianDeising » 6. November 2014, 16:09

waldimker hat geschrieben:Hallo Florian,

Ja, Völker hin und her-heben, das möchte niemand machen. Es sollte sich OHNE Unterbau in bestehende Böden integrieren lassen können.

Und: Ergebnisprotokolle müssen gezeigt werden.

Was sich mir als nur technisch, und nicht wirtschaftswissenschaftlich begabten und gebildeten Menschen nicht erschließt ist das Abgeben zu einem Preis, der noch nicht einmal die Herstellungskosten einspielt.
Du kannst doch nicht noch drauflegen um ein Gerät in Umlauf zu bringen!?
Sowas kann sich vielleicht Aldi oder MediaMarkt leisten, aber...
Klar, Fundraising hin oder her, aber "WEIT UNTER DEN PRODUKTIONSKOSTEN"?!?! Löhne wirst Du ja wohl kaum zahlen müssen, komplexe Maschinen sind zur Herstellung nicht nötig.

Als eben technisch begabter Mensch würde ich vorschlagen, mindestens eine Version OHNE die Computersteuerung rauszubringen. Das verkompliziert das Ding doch unnötig und macht es anfällig. Freilich rennt "Mensch" dem "Modernen" hinterher. Also mehr Marketing als Notwendigkeit?

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Hallo Waldimker,

Böden
Die Böden sind ja gerade dafür da, dass man die Beuten nicht hin- und herheben muss. Ich verstehe den Kommentar nicht.

Protokolle
Da stimme ich voll überein, da strengen wir uns nächstes Jahr richtig an. Zudem stellen wir gerade die bisherigen Behandlungserfolge detailliert zusammen. Die gibt es demnächst bei uns auf der Homepage.

Kosten
Natürlich brauchen wir die Unterstützung von Umweltfreunden für die Finanzierung. Wie das geht, bitte einfach hier einmal nachschauen: http://www.ecocrowd.de/en/projects/1113 ... enen-Sauna. Ich möchte außerdem hinzufügen, dass wir gerade eine Profifräse für 7.000 Euro erworben habe - soviel zur fehlenden Notwendigkeit von "komplexen" Maschinen.

Technik
Die Bienen-Sauna ist keine einfache Heizplatte. Daher braucht es Steuerung.

Herzlichen Gruß,

Florian
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